Sportjournalismus findet manchmal auch am Strand statt. Foto: Privat

Traumberuf Sportjournalist – vom Studium in den Joballtag

Der Beruf des Sportjournalisten wird immer beliebter. Medienunternehmen wie Kicker, ran, SKY, Spox, Sport1 und Eurosport sind oft gefragte Arbeitgeber. Wir berichten, an welchen Universitäten und Hochschulen Sportjournalismus in Bayern studiert werden kann und was Arbeitgeber von angehenden Journalisten erwarten.

Kaan Sibik hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Er ist Sportjournalist und ergatterte sich einen der begehrten Volontariatsplätze bei ran: „Ich liebe meinen Job, ich führe spannende Interviews mit erfolgreichen Sportlern, drehe und schneide aktuelle Sportberichte.“ Als Kaan wusste, dass er als Sportjournalist tätig werden möchte, entschied er sich für das Sportjournalismus-Studium an der Hochschule Macromedia in München.

„Das Journalistik-Studium hat mir ein breites Fachwissen in verschiedenen Sportdisziplinen, institutionellen Grundlagen des Sports, Sportrecht und vielem mehr vermittelt“, sagt der 26-Jährige. Aber vor allem von den vielen Praxisprojekten im Studium profitiert der Münchner. „Wir haben eine eigene Sportsendung produziert – das war das erste Mal, dass ich mit einem Kameramann alleine gedreht habe“, erinnert sich Kaan.

Kaan Sibik ergatterte sich einen der begehrten Volontariatsplätze bei ran. Foto: privat

Kaan Sibik ergatterte sich einen der begehrten Volontariatsplätze bei ran. Foto: privat

Immer mehr jungen Menschen geht es wie Kaan – sie wollen Sportjournalisten werden. Auf diese Nachfrage reagieren Universitäten und Fachhochschulen und bieten entsprechende Studiengänge an. Neben der Hochschule Macromedia kann in Bayern an der Hochschule Ansbach, der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, der Fachhochschule des Mittelstands und der medienakademie Sportjournalismus studiert werden.

„Der optimale Weg zum Sportjournalisten ist ein entsprechendes Studium“, sagt Robert Salkowsky, Chef vom Dienst in der ran Sportredaktion. „Alle Volontäre, die wir eingestellt haben, besitzen sehr viele Vorkenntnisse, vor allem im technischen Bereich, wie etwa im Schnitt oder im Umgang mit der Kamera. Ohne das geht es nicht mehr“, sagt Salkowsky. Neben den technischen Vorkenntnissen sind auch andere Dinge entscheidend: „Es ist wichtig, wie gut sich Bewerber im Sport und mit unseren Sendungen auskennen“, findet Salkowsky.

Auch das kicker-sportmagazin hat einige Anforderungen. „Von Bewerbern für ein Volontariat erwarten wir Fußballenthusiasmus, einen guten schriftlichen Ausdruck, Freude am Schreiben, gute Umgangsformen und bereits erste Erfahrungen im Bereich des Sportjournalismus“, sagt Karin Grünwald, Kicker-Personalreferentin.

Immer mehr Frauen im Sportjournalismus

Genau diese journalistischen Grundlagen und das technische Know-how können mit einem Studium erlernt werden: „Mein Studium hat mich auf die Arbeitswelt vorbereitet, ich habe mitbekommen, wie es in der Medienwelt aussieht“, sagt Kaan. Sein Volontariat bei ran hat sich aus dem Praktikum, das er während seines Studiums absolvieren musste, ergeben. „Nach meinem Praktikum bei ran habe ich dort für ein halbes Jahr als freier Mitarbeiter gearbeitet, im März 2015 erhielt ich dann die Stelle als Volontär“, sagt Kaan.

Ohne Herzblut und Sportbegeisterung geht es nicht. Foto: privat

Herzblut und Sportbegeisterung sind Grundvoraussetzung für den Job. Foto: privat

Einen Platz als Volontär zu bekommen ist eine große Leistung, denn die Nachfrage ist groß. Der Arbeitsmarkt besteht aus freiberuflichen und festangestellten Journalisten. „Als freiberuflicher Journalist muss man immer 100 Prozent geben, sonst wird man schnell ersetzt“, sagt Salkowsky.

Wer glaubt, dass im Sportjournalismus hauptsächlich Männer arbeiten, der täuscht sich. „In den letzten Jahren ist die Zahl der Damen im Sportjournalismus drastisch gestiegen – damit ist der Beweis erbracht, dass das keine reine Männerdomäne mehr darstellt“, erklärt Karin Grünwald.

Doch auch der Journalismus hat sich in den letzten Jahren verändert: „Durch den Change-Prozess Print-Digital ist die Situation der klassischen Sportjournalisten nicht leichter geworden. Wichtig ist, dass sich junge Redakteure breitgefächert aufstellen und für Print genauso offen sind wie für alle Felder der digitalen Welt“, sagt Karin Grünwald.

Um nach dem Studium erfolgreich als Sportjournalist durchstarten zu können, hat Karin Grünwald einige Tipps parat: „Es lohnt sich, wenn man frühzeitig mit dem Schreiben für Schülerzeitungen oder von Spielberichten für Vereins- und Tageszeitungen beginnt, Interviews führt und als freier Mitarbeiter tätig wird.“

 

 

Wo kann man in Bayern Sportjournalismus studieren?