Die Visual Effects von STAR WARS – der Animation Day 2016

Drei Wochen nach Kinostart hatten allein in Deutschland bereits 6,6 Millionen Besucher Teil VII gesehen. Und der hat es in sich. Für seine Special Effects wurde „The Force Awakens“ mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Auf dem Animation Day 2016 weiht VFX Supervisor Marian Mavrovic in die Geheimnisse seiner Arbeit ein.

„Viele fangen überhaupt erst an, etwas mit VFX zu machen, weil sie davon träumen, für Star Wars zu arbeiten“, erzählt Mavrovic im Rahmen des i4c-Symposiums des Bayerischen Filmzentrums, des MedienNetzwerk Bayern und des Creative Europe Desk Munich auf der Bühne. Er steht hier, weil er genau das geschafft hat. Als VFX Supervisor arbeitet er für das Unternehmen INDUSTRIAL LIGHT & MAGIC an Produktionen wie „Guardians of the Galaxy“, „Prometheus“, „Pirates of the Caribbean“ oder eben „STAR WARS – The Force Awakens“.

Star Wars: The Force Awakens - Exclusive Breakdown Edit

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Der Charme von Puppen

Das besondere an den Special Effects für STAR WARS sei die Mischung aus analog und digital, verrät Mavrovic. Möglichst viel wurde mit realen Puppen gedreht. Die Macher wollten zurück zu den Ursprüngen, denn die alten Sets und Puppen seien es ja, was den Charme von STAR WARS ausmachen. „Computerbildern wird häufig nachgesagt, dass sie zu perfekt sind. Unsere Aufgabe ist es, das Imperfekte aufzuspüren und Details einzubauen, damit unsere Arbeit gut wird“, erklärt Mavrovic. „Um etwas Digitales real aussehen zu lassen, ist es wichtig, echte Referenzen zu haben.“

Für den Droiden B88 etwa gab es mehrere ferngesteuerte Modelle, insgesamt ein Drittel des Films rollte der kleine Roboter mit den wackelnden Antennen aber digital über die Leinwand. „Teilweise bewegte er sich einfach zu schnell – das könnte ein reales Modell niemals leisten“, erklärt Mavrovic. Die Kunst an der Sache sei gewesen, analog und digital nahtlos ineinander übergehen zu lassen.

Lediglich ein Charakter im Film wurde komplett digital erstellt: Maz, eine über tausendjährige Alien-Frau, die zu viel mit den menschlichen Schauspielern agieren musste um von einer Puppe verkörpert zu werden. Im Motion-Capture-Anzug, der Mimik und Bewegungen für Maz erfasste, steckte die Schauspielerin Lupita Nyong’o, bekannt aus „12 years a slave“.

Händchenhalten als Herausforderung

Trotzdem zeigt ihr Beispiel auch deutlich, wie schwierig der direkte Kontakt zwischen einem digitalen und einem realen Charakter nach wie vor ist: „In einer Szene geben sich Maz und Rey – eine der menschlichen Hauptcharaktere – die Hand. Aber die Hand von Lupita war viel größer als die von Maz – wir mussten also Reys Hand in dieser Szene ebenfalls digital erstellen, um möglich zu machen, dass sich beide Hände greifen“, erzählt Mavrovic.

Gleichzeitig durfte die voll animierte Maz zwischen den Puppen der anderen Aliens nicht zu sehr herausstechen. Auch hier musste wieder der perfekte Grad zwischen perfekt und bewussten optischen Imperfektionen gefunden werden. „Das Publikum soll mitfiebern und nicht darüber nachdenken, dass eine Figur wie Maz nicht real existiert.“

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass ILM auch weiterhin vorhat, VFX-Meilensteine zu setzen, wie es mit Jurrasic Park oder eben STAR WARS passiert ist: „In unserem ILMxLAB experimentieren wir zum Beispiel sehr stark mit VR und AR, um neue Techniken einsetzen zu können“, verrät Mavrovic. In virtuellen Welten sollen Fans zukünftig die Möglichkeit haben, sich zu bewegen und ihre Helden treffen, eine außergewöhnliche virtuelle Erfahrung erleben können – und anfangen soll das Ganze mit dem STAR WARS-Universum.