Serie Ketaplan Titelbild

Ketapan – Serienpilot junger Filmemacher

Korrupte Drogenfahnder, viel Geld und ein verheerender Unfall: Mit dem Serienpiloten Ketapan produzieren Film- und Fernseh-Studenten der Hochschule Macromedia eine emotionale und moderneStory. Der FilmFernsehFonds Bayern, Sky und die Hochschule Macromedia fördern das vielversprechende Projekt mit insgesamt 35.000 Euro.

Tim Weber und Nico Schwaiger sind nicht nur Drogenfahnder bei der Polizei, sondern auch ausgefuchste Halunken. Der Serienpilot trägt den Titel Ungewaschene Hände und passt nicht zum deutschen Polizei-Klischee. „Aktuell sind im deutschen Fernsehen die Polizisten, beispielsweise beim Tatort, sehr oft die Helden“, erklärt David Helmut, Ketapan-Regisseur und Drehbuchautor. Aber das Staatsorgan Polizei müsse durchleuchtet werden. „Nachdem der Leiter der Kemptener Drogenfahndung wegen 1,5 Kilogramm Kokainbesitz verhaftet wurde, kam ich auf die Story für Ketapan“, erinnert sich der Film- und Fernseh-Student.

Macromedia-Student David Helmut. Foto: privat

David Helmut produzierte schon viele Musikvideos, Sportclips und Spots. Mit Lena Gerke arbeitete er letztes Jahr an einem Adidas Clip und konnte das Model nun mit einer kleinen Rolle für seinen Serienpiloten Ketapan gewinnen. Foto: privat

Auch der Serienname ist nicht zufällig gewählt. Ketapan setzt sich aus den Worten Ketamin und Peter Pan zusammen. Also aus dem Namen einer Droge, die derzeit einen Hype bei Partywütigen erlebt und der Walt-Disney-Figur eines Jungen, die versucht ins sogenannte Nimmerland zu entfliehen, um niemals erwachsen werden zu müssen.

„Unserem Hauptcharakter Tim Weber, alias Titus Kraus, geht es ein bisschen wie Peter Pan – er will nicht erwachsen werden“, erklärt David. Schauspieler Titus Kraus freut sich auf die Herausforderung seiner Rolle als Tim Weber: „Ich war gerne Kind, wollte aber so schnell es geht erwachsen werden. Heute als Erwachsener blicke ich auf Kinder in Kinderwägen herab, sehe wie sie schlafend durch die Stadt geschoben werden und möchte manchmal tauschen.“

Alles andere als kindlich

Kindlich sind die Handlungen des Protagonisten der Serie aber ganz und gar nicht. Bei jeder Hausdurchsuchung landet die Hälfte der gefundenen Drogen heimlich in Tims oder Nicos Rucksack. Tims Mitbewohner verpackt die Waren und verkauft sie an Studenten, Arbeitslose und Banker weiter. Ein verrückter Aktienbroker möchte eine dekadente Party für seine Börsenkumpels schmeißen und braucht zwei Kilo Kokain – stressfrei. Tim und Nico wollen sich den Deal nicht durch die Lappen gehen lassen, schließlich können sie damit knapp 50.000 Euro Gewinn machen.

Entstanden ist der Serienpilot als studentisches Projekt. Das vorgeschriebene Pensum haben die Nachwuchsfilmemacher mehr als erfüllt. „Normalerweise ist ein Abschlussfilm der Hochschule Macromedia ein Kurzfilm und hat eine Länge von 20 Minuten. Unsere Abschlussarbeit ist ein Serienpilot und zwischen 45 und 60 Minuten lang“, freut sich David. Aktuell sind um die 30 Studenten als Crewmitglieder an dem Entstehungsprozess der Serie beteiligt, darunter sechs Studierende, die ihren Abschluss mit Ketapan machen.

Kameramann Billy Gropper. Foto: privat

Und bitte: Ab Anfang Februar wird der Serienpilot Ketapan in Frankfurt, Augsburg und München gedreht. Kameramann Billy Gropper. Foto: privat

„Mit Ketapan wurde ein spannendes und qualitativ hochwertiges Nachwuchsprojekt vorgelegt“, sagt Adina Mungenast, Förderreferentin des FilmFernsehFonds Bayern (kurz: FFF Bayern). Deshalb fördert der Fonds Ketapan mit 25.000 Euro. Die Film-Crew wird auch von der Hochschule Macromedia mit weiteren 2.000 Euro und vom Pay-TV-Sender Sky mit mindestens 8.000 Euro unterstützt. „Wir freuen uns riesig, dass wir die Förderungen erhalten. Das Geld ist unsere Basis, damit wir überhaupt drehen können“, erklärt Andrea Schmitt, ausführende Produzentin und Produktionsleiterin von Ketapan.

Talentierter Nachwuchs

„Das Drehbuch sowie das Realisierungskonzept für den Serienpiloten haben den Vergabeausschuss überzeugt. Gleichzeitig sind bei dem Projekt sehr viele talentierte Nachwuchsfilmemacher involviert“, erklärt Mungenast die Entscheidung des FFF Bayern den Serienpiloten zu fördern. „Darüber hinaus wurde es positiv gewertet, dass mit einem Nachwuchsprojekt der Weg zu einem modernen, seriellen Erzählen eingeschlagen wird“ fügt die Förderreferentin hinzu.

„Das tolle an den Förderungen ist, dass uns komplett die kreative Seite überlassen wird“, erklärt David. Bei Fernsehsender ist es ansonsten üblich, dass ein Drehbuch erst einer Redaktion vorgestellt wird, die den Inhalt mitbestimmt und auch verändern kann.

Ab Anfang Februar 2016 wird durchgehend bis März gedreht. Neben Drehorten wie München und Augsburg, reist die Ketapan-Crew nach Frankfurt, denn dort spielt sich die Serie offiziell ab: „Es gibt keine andere Stadt, in der sich Gegensätze so stark zeigen lassen“, findet David. „Es gibt Banker, die an der Börse arbeiten, und eine Straße weiter tummeln sich Drogenjunkies und Prostituierte.“

Mit Ketapan orientieren sich die bayerischen Filmemacher an der amerikanischen TV-Landschaft: „Ich erzähle von gebrochenen Charakteren, auf eine lustige, makabre, manchmal auch sehr traurige Art und Weise“, erklärt David. Wenn die erste Folge der Serie fertig ist, wird diese zunächst bei Sky für zwei Jahre exklusiv online in der Mediathek verfügbar sein. „Danach schauen wir was passiert – es wäre ein Traum, wenn wir einen kompletten Staffelauftrag erhalten würden“, sagt David. Adina Mungenast drückt dem Serienpiloten die Daumen: „Wir wünschen den Filmemachern, dass der Pilot ihnen die Türen öffnen wird, um später die gesamte Serie zu realisieren.“