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Beim DOK.forum: Let’s Talk Innovation im Fernsehbereich

Das klassische Fernsehen ist tot – das sagt zumindest die jüngere Generation. Innovationen krempeln althergebrachte Formate um und schenken neue Hoffnung. Im Rahmen des DOK.forums sagen Richard Ladkani und Mark Atkin, worauf es dabei ankommt, wie das Publikum integriert werden kann und ob das Fernsehen überhaupt noch zu retten ist.

Junge Menschen sehen kaum fern. Und wenn, dann lieber über das Internet in den Online-Mediatheken der Sender oder sie streamen Videoschnipsel bei YouTube, wo sie online gleichzeitig mit ihren Freunden in Kontakt treten können. Für viele ist das lineare Programmfernsehen deshalb längst überflüssig geworden. Mit durchschnittlich 242 Seh-Minuten am Tag bleibt das Fernsehen trotzdem eindeutig das beliebteste Medium der Deutschen. Innovationen bieten dabei neue Möglichkeiten, frischen Wind in die verstaubte Fernsehwüste zu bringen.

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Diskussion über Innovationen im Fernsehen unter der Moderation von Donata von Perfall. Foto: DOK.fest/Ute Bolmer

„You need to find ways to surprise people“ (Richard Ladkani)

Eine starke Geschichte ist deshalb für jede Produktion entscheidend. Regisseur und Kameramann Richard Ladkani (unter anderem „Bayern!“) versucht, bei seinen Projekten neue Technologien einzusetzen, um dadurch einen bislang unbekannten Blick auf ein Thema zu eröffnen. Für die Produktion von „Vatican: The Hidden World“ baute er beispielsweise gemeinsam mit seinem Team erstmals Drohnen, die ferngesteuert eindrucksvolle Aufnahmen aus der Vogelperspektive möglich machten.

„Attention, please“ (Mark Atkin)

Vor allem mit der interaktiven Programmoffensive kann Belebung in die TV-Landschaft gebracht werden. Mark Atkin, Multiplatform Commissioner des britischen Senders Channel 4, empfiehlt deshalb, bei der Formatentwicklung das Publikum genau unter die Lupe zu nehmen. Wie reagiert es etwa auf bestimmte Inhalte und was davon wird in sozialen Netzen geteilt? Netzwerke bieten die Möglichkeit, das interessierte und aufmerksame Publikum näher an sich zu binden, insbesondere dann, wenn nutzergenerierte Inhalte, wie Ausschnitte aus Lieblingsszenen, von Zuschauern geteilt werden. Dass dieses interaktive Konzept aufgeht, zeigt der Sender mit erfolgreichen Projekten wie „Easter Eggs Live“ oder „Space Lap of the Planet“.  In der Webserie „D-Day As It Happens“ gab Channel 4 beispielsweise interaktiven Geschichtsunterricht, indem Fotoaufnahmen, Radioberichte, Tagebucheinträge und Briefe der Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 in Echtzeit veröffentlicht wurden. Zuschauer konnten dessen Verlauf live mitverfolgen und selbst Inhalte dazu teilen.

„Innovation never stops“ (Mark Atkin)

TV-Innovationen stehen also vor der Herausforderung, die verschiedenen Plattformen und Verbreitungswege sinnvoll miteinander zu verknüpfen und gleichzeitig das Publikum durch spannende Geschichten zu binden und interaktiv zu integrieren. Innovation bedeutet daher immer auch Trial & Error. Ladkani fordert deshalb Fernsehmacher dazu auf, außerhalb von Norm und herkömmlichen Formatrastern zu denken und auch einmal den Blick über den Tellerrand hinaus zu wagen.

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