Sky VR – Von der Idee zum Produkt

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Tobias Kurig, erzählt begeister von den Möglichkeiten, die VR bietet Sportereignisse ganz anderes zu erleben. Foto: afk.Redaktion.

„Unsere VR-Reise hat vor etwa einem Jahr mit einer kleinen Arbeitsgruppe begonnen, die weder konkrete Pläne, noch ein Budget hatte.“, erzählt Tobias Kurig, Manager Product Architecture bei Sky. „Wir fragten uns: Was können wir hier bei Sky mit VR machen?“ Auf dem VR_NOW Special hat Kurig darüber gesprochen, wie Sky mit seiner Virtual-Reality-App Sky VR in einer möglichen neuen Ära des Medienkonsums mitmischen will.

Vor rund einem Jahr erfolgte Skys erste VR-Produktion: In „Star Wars: Red Carpet“ kann der Zuschauer, dank einer mit 24 einzelnen Kameras ausgestatteten 360°-Kamera in die Premierenfeier des neuesten Star Wars-Filmes eintauchen und die Hauptdarsteller aus der Nähe beim Gang über den roten Teppich beobachten.

Mit VR ließe sich besonders die Übertragung von actionreichen Sportereignissen für den Zuschauer noch spannender gestalten. Das Finale des DFB-Pokals am 21. Mai 2016 konnte man mit einer VR-Brille von Samsung aus einer virtuellen Loge des Olympiastadions verfolgen. Durch die sogenannte „Gazingsteuerung“ war es möglich, zwischen den Perspektiven der um das Spielfeld verteilten Kameras hin und her zu wechseln. Zudem konnte man mit einem Blick nach unten auf einem virtuellen Tisch verschiedene Statistiken zum Spiel einsehen.

Innerhalb von wenigen Monaten sei die eigene App entwickelt worden: Sky VR ist seit dem 3. Oktober in acht Ländern in den App-Stores erhältlich. Die Inhalte der App kann man online streamen oder für eine Offline-Nutzung downloaden. Spezielles Equipment könne, müsse man aber nicht benutzen: Wer keine professionelle VR-Brille zuhause habe, könne die Videos einfach auf dem Smartphone oder Tablet schauen. Eine Cardboard-VR-Brille – eine einfache Pappbrille, die man günstig kaufen oder sogar selbst basteln kann – gebe dem Zuschauer bereits das Gefühl, in eine Videoszene eintauchen zu können.

 

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Auch beim Thema Live-Streaming in 360° macht SKY erste Versuche, berichtet Tobias Kurig (rechts außen) bei der Podiumsdiskussion auf den MEDIENTAGEN MÜNCHEN. Foto: afk.Redaktion

 

Bisher stünden in der App 25 verschiedene Formate zur Verfügung, um für jeden Geschmack etwas anzubieten:  man kann mit einem Boxer im Ring stehen („Anthony Joshua – Becoming World Champion“), eine Filmszene aus nächster Nähe betrachten („Suicide Squad – Squad 360“) oder sich in einer Ballettaufführung inmitten der Tänzerinnen wiederfinden („Giselle“).

Nach und Nach sollen ab jetzt weitere Inhalte kommen. Zwar werde auch über Formate wie Spielfilme, Behind-the-Scenes-Touren oder virtuelle Museumsbesuche nachgedacht, das Hauptthema werde vorerst aber Sport bleiben. Ein Traum für Tobias Kurig wäre eine Möglichkeit, zukünftig virtuell zu zweit Fußball zu schauen: „Stellen Sie sich vor, Sie könnten mit einem Freund, der sich in einer anderen Stadt befindet, zusammen auf dem Sofa sitzen und gemeinsam über die Spieler oder den Schiedsrichter herziehen – so wie in echt!“
Kurig glaubt fest an das Potential von Virtual Rality und Sky VR: „Die Zukunft wird virtuell werden!“

von  Leonie Waschik