Virtual Reality in Werbung und Kommunikation

Himmelbett, großes Bad und Ausblick aufs Meer. So stellen Sie sich Ihr Hotel für den nächsten Urlaub vor? Mit Hilfe von VR-Brillen könnten Sie vielleicht bald schon vor Reiseantritt Ihr Hotel checken. Denn Virtual Reality und 360-Grad-Videos sind auch im Marketingbereich immer mehr im Kommen.

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Peter Gocht von Serviceplan diskutiert mit Dirk Schart von RE’FLEKT und Moderatorin Aline-Florence Buttkereit über VR-Storytelling in der Werbung. (Foto: afk.Redaktion)

„Viele sprechen von Virtual Reality, obwohl sie 360-Grad-Videos meinen“, sagt Peter Gocht, Global Executive Director bei Serviceplan. Dabei gibt es eintscheidene Unterschiede. Bei 360 Grad handelt es sich um ein eher passives Erlebnis, der Zuschauer befindet sich in einem Raum, kann aber mit diesem Raum nicht interagieren. Er kann sich drehen und umsehen, allerdings nirgendwo hinlaufen oder auf sich aufmerksam machen. Die virtuelle Realität hingegen ist eine Welt, die über eine Engine am Computer generiert wird und in der die Möglichkeit besteht, zu interagieren. Beides begeistert Peter Gocht: Virtuel Reality ist das erste Medium, das einen in eine Markenwelt oder Kampagne hineinbringt. Der Kunde kann hier etwas erleben!“

Selbst Teil einer Story sein

Bei Werbung gehe es darum, ein Gefühl zu erzeugen. „Die VR-Brille ist die Revolution im emotionalen Markenerlebnis“, sagt Gocht. Das Ziel: Nicht nur eine Story ansehen, sondern selbst Teil einer Story werden.

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Dirk Schart, Head of PR und Marketing bei RE´FLEKT sieht das ähnlich: „VR und 360-Grad-Videos können bei jedem Werbeprodukt funktionieren. Die Idee dahinter muss aber stimmen, ohne gutes Storytelling ist es sonst mehr virtual als reality!“

VR steht am Anfang

Reichweite oder Erlebnis? Auf die Zielgruppe kommt es an. Auf Facebook und YouTube könnten Unternehmen mit 360-Grad-Videos hohe Reichweiten erzielen, sagt Peter Gocht, denn diese werden erfahrungsgemäß stark geklickt. Ein VR-Produkt hingegen funktioniert bislang noch icht auf sozialen Plattformen, weil es dafür noch nicht die benötigen technischen Voraussetzungen gibt. Es würde aber ein viel stärkeres, einzigartiges und immersiveres Erlebnis schaffen.

Auch wenn bereits seit vielen Jahren von Virtual Reality gesprochen werde, und auch wenn die Technologie diesmal einen anderen Schwung mitbringt, als damals in den 90-ern, stehe VR noch am Anfang. Für Neueinsteiger ist es nocht nicht zu spät: „Wer jetzt erst damit anfängt, gehört immernoch zu den Ersten“, sagt Gocht. Er und Dirk Schart sind sich einig, jetzt sei die Zeit da, um zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln. Ob 360° oder VR, letztendlich entscheide der User darüber, ob die Werbung funktioniere oder nicht.

Von Sylvia Tolga