Bits & Pretzels: Keine Lust auf ein 0-8-15 Event

Mit Kevin Spacey und Richard Branson als Speaker holt die Gründerkonferenz Bits & Pretzels Hollywood-Glamour nach München. Und auch ansonsten kann sich das Line up sehen lassen. Auf medien.bayern verraten die Veranstalter Bernd Storm, Andreas Bruckschlögl und Felix Haas wie man einen Superstar ans Telefon bekommt, warum München das richtige Pflaster für Start-ups ist und wie die Wiesn Netzwerken einzigartig macht.

 

Mittlerweile ist Bits & Pretzels ein dreitägiges Event mit Staraufgebot. Hättet ihr mit einer so großen Entwicklung in so kurzer Zeit gerechnet?

Andi: Wir wollten von Anfang an die geilste Gründerkonferenz der Welt auf die Beine stellen. Aber wir wussten natürlich nicht, dass schon in diesem Jahr 5.000 Teilnehmer an drei Tagen zusammenkommen und wir solche hochkarätigen Speaker für uns gewinnen können. Das hat uns tatsächlich ein wenig überrascht.

Bernd: Andi und ich haben vor dreieinhalb Jahren zunächst das Gründer-Weißwurstfrühstück ins Leben gerufen. Trotz vieler erfolgreicher Start-ups gab es in München keine richtige Start-up-Szene. Wir wollten diese sichtbar machen und eine Plattform für Gründer, Investoren und Journalisten schaffen.

Bits & Pretzels 2015 Foto: Andreas Gebert

Bits & Pretzels 2015 Foto: Andreas Gebert

Beim ersten Event haben wir gerade einmal 50 Gründer dazu bewegen können, sich die Zeit zu nehmen und zum Gründer-Weißwurstfrühstück zu kommen. Zwei Mal fand BP dann als eintägiges Event mit über 1.400 Gründern im Löwenbräukeller statt.

Im Januar 2015 kam Felix als dritter Host mit dazu. Gemeinsam haben wir beschlossen, ein größeres, internationales Veranstaltungsformat zu entwickeln. Das war die Geburt des Bits & Pretzels Gründerfestivals: Im September 2015 hatten wir über 3.600 Gründer über drei volle Tage bei uns in München, unter anderem auf dem Oktoberfest – eine Weltpremiere.

 

„Das A und O einer Gründerkonferenz ist das Networking“

 

Warum ist München der richtige Ort für eine internationale Start-up-Konferenz?

Bernd: Die Münchner Start-up-Szene ist äußerst interessant. Derzeit ist sie so stark wie nie zuvor. Immer mehr Top-Talente gründen hier immer mehr Start-ups. Genauso wie Investoren immer größere Summen finanzieren. Ein wichtiger Wachstumsfaktor ist auch, dass Großkonzerne und Mittelstand sich proaktiv ins Start-up-Ökosystem mit einbringen.

Logo Bits & Pretzels

Logo Bits & Pretzels

Was noch verbessert werden könnte: Von allem benötigt es ein bisschen mehr! Insbesondere mehr High Potentials, die sich nicht für eine Karriere im Konzern, sondern in der eigenen Firma entscheiden – vor allem im Ingenieursbereich.

Was macht die geilste Gründerkonferenz aus?

Andi: Das A und O einer Gründerkonferenz ist das Networking. Start-ups wollen Investoren treffen, Investoren sind auf der Suche nach interessanten Start-ups, Konzerne wollen Firmen kaufen, Studenten möchten ihr Netzwerk erweitern: Wir sind die Plattform, bei der all das sehr einfach und in ungezwungener Atmosphäre möglich ist.
Felix : Entscheidend für den Erfolg eines jeden guten Produktes ist, dass es einen Markt beziehungsweise eine Nachfrage gibt. Wir haben mit Bits & Pretzels in München eine Lücke im Eventbereich gesehen und geschlossen.

Nach unseren ersten beiden Events haben wir auf das Feedback unserer Teilnehmer hin das Event neu gestaltet. An den ersten beiden Tagen liegt der Fokus auf Vorträgen und Learnings und am letzten Tag auf dem Networking.

Bits & Pretzels 2015 Foto: Andreas Gebert

Bits & Pretzels 2015 Foto: Andreas Gebert

Die Messe und die Vorträge wurden dieses Jahr in sechs Themencluster eingeteilt. Das dient zur besseren Orientierung der Teilnehmer. Dazu gibt es eine Pitchbühne, auf der durchgehend Pitches spannender Start-ups stattfinden. Unsere neue Plattform hilft im Vorfeld, andere Teilnehmer anzuschreiben und mit diesen auch Termine zu vereinbaren. Last, but not least gibt es dieses Jahr auch eine Start-up Academy, in der in 13 Tracks die Themen von „How to start a startup“ bis „How to choose an exit strategy“ behandelt werden.

 

Wie habt ihr es angestellt, Kevin Spacey für die Keynote zu gewinnen?

Andi: Bevor wir Kevin Spaceys Team überhaupt kontaktieren konnten, hatten wir bereits einige Monate Recherche hinter uns. Nach wochenlanger Suche nach einem echten Spacey-Agenten stießen wir immerhin auf einen seiner früheren Mitarbeiter.

Kevin Spacey Foto: Bits & Pretzels

Kevin Spacey Foto: Bits & Pretzels

Nachdem dieser uns den richtigen Kontakt gegeben hatte, lag es daran, ihn und sein Team von uns zu überzeugen. Da er täglich unzählige Anfragen erhält und sehr selektiv ist, war das harte Arbeit. Doch unser Ansatz, „von Gründern für Gründer“ gefiel ihm sehr gut und überzeugte ihn letztlich, bei Bits & Pretzels als Speaker aufzutreten und sein Wissen weiterzugeben.

 Kevin Spacey versteht es, Geschichten zu erzählen.

Kevin Spacey kennt man vor allem aus Film und Fernsehen. Warum ist er auch für eine Gründerkonferenz der richtige Mann?

Felix: Kevin Spacey versteht es, Geschichten zu erzählen. Als Regisseur und Schauspieler begeistert er die Massen und überzeugt restlos von sich. Neben diesen tollen Eigenschaften, die einen guten Geschäftsmann ausmachen, ist er vor Kurzem in das Start-up-Geschäft eingestiegen. Besonders Virtual Reality hat es ihm angetan.

So hat er vor einiger Zeit in das Start-up WoofbertVR investiert, mit dem die Nutzer virtuelle Touren durch Museen unternehmen können. Außerdem ist er bei einem weiteren Start-up eingestiegen, um Online-Schauspielkurse zu geben.

Das Oktoberfest als Alleinstellungsmerkmal

 

Ein ganzer Tag auf dem Oktoberfest – was bietet dieser Tag den Teilnehmern?

Bits & Pretzels am 29.09.2015 im Schottenhamel-Festzelt auf dem Oktoberfest in München. Foto: Andreas Gebert

Bits & Pretzels am 29.09.2015 im Schottenhamel-Festzelt auf dem Oktoberfest in München. Foto: Andreas Gebert

Andi : Die Wiesn gibt uns ein Alleinstellungsmerkmal, das keine Stadt der Welt kopieren kann. Es gibt mittlerweile tausende Start-up-Events weltweit. Wir hatten keine Lust noch ein weiteres 0-8-15 Event aufzubauen. Mit dem letzten Tag auf dem Oktoberfest bieten wir den meisten Teilnehmern etwas, was sie noch nie zuvor erlebt haben. Zudem gibt es keinen besseren Ort fürs Networking als ein Oktoberfestzelt mit geselliger Musik, leckerem Essen und dem besten Bier.

Felix: In unserem Booklet geben wir den Teilnehmern einen kleinen Wiesn-Guide an die Hand. Zu den wichtigsten Dingen zählen die perfekte Anzahl an Maß Bier und das Knacken des Dirndlschleifen-Codes. Die einmalige Chance in so einer Atmosphäre zu netzwerken sollte bestens genutzt werden!

 

Welche  Ziele  habt ihr für nächstes Jahr?

Bernd: Das wichtigste ist für uns, dass wir mit Bits & Pretzels immer am Puls der Zeit bleiben und die Wünsche unserer Teilnehmer umsetzen. Nach dem Event in diesem Jahr werden wir unsere Teilnehmer wieder befragen und auf Grundlage des Feedbacks entscheiden, an welchen Schrauben wir für 2017 drehen können.