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Gewinnerstimmen des filmtonart-Talent-Awards

Zwei Klaviere, Schlagwerk und eine intensive Szene inklusive Mord und im Wind tanzender Plastiktüte – das war der Stoff, zu dem junge Komponisten für den filmtonart-Talent-Award ihre eigene Filmmusik komponierten und Einfallsreichtum und Talent unter Beweis stellten. Drei von ihnen haben mit völlig unterschiedlichen Ansätzen die Jury überzeugt. Die Award-Gewinner über das Komponieren, Filmmusik und die Kunst, eine Szene zu transportieren.

 

Erik Stadel, wollte eigentlich Rockstar werden, hat es sich dann aber doch anders überlegt:

Erik Stadel Foto: privat

Erik Stadel Foto: privat

„Ich habe schon recht früh damit begonnen, eigene Melodien mit MIDI zu programmieren – noch bevor ich überhaupt eine Ahnung von Satzlehre oder Musiktheorie hatte. Als ich mit 16 Jahren anfing Gitarre zu lernen, wollte ich auch nicht nur Songs nachspielen, sondern selbst welche schreiben. Während meines Studiums der Musikwissenschaft habe ich dann meine Fertigkeiten verbessern und vertiefen können. Die Verknüpfung von Film und Musik hat mich schon immer fasziniert. Was die Tatort-Szene angeht, die wir beim filmtonart-Talent-Award vertonen mussten, war ich beeindruckt von der Rohigkeit der Gefühlslage, die über diese Szene transportiert wurde. Kein eiskalter Mörder so wie in Hollywood, sondern ein verzweifelter junger Mann, der erst ein paar Momente nach seiner Tat begreift, was er getan hat.Bei diesem Projekt habe ich mich komplett auf mein Gefühl verlassen, welches ich hatte, als ich die Szene sah. Während der Szene mit der Mülltüte hatte ich direkt gebrochene Klavierakkorde im Kopf, die sehr frei im Tempo vorgetragen werden sollten. Für den Rest habe ich mir ein Soundkonzept erstellt. Ich wollte, dass eins der Klaviere konventionell klingt, das andere sollte einen aggressiven Gegenpart darstellen.“

 

Jonas Göbel, spielte als Erster Schlagzeuger beim ersten Kultursalon im Bundestag:

Jonas Göbel Foto: privat

Jonas Göbel Foto: privat

„Musik war schon immer ein ganz großer Teil meines Lebens. Ich habe als Solokünstler im Bereich Schlagwerk und Klavier immer als „Artist“ agiert … nur das alleine war mir zu wenig. Ich wollte selber Musik „schaffen“ und habe während meines Studiums in München bei Prof. Sadlo Kontakte zu den Filmmusikstudenten geknüpft. So konnte ich erste Eindrücke im Bereich Filmmusik erhalten. Ich habe einfach gemerkt, dass neben all den anderen musikalischen Aktivitäten wie Konzerten, üben und lehren das Komponieren meine absolute musikalische Freiheit ist. Wenn ich Filmmusik komponiere, schaue ich mir die Szene an und improvisiere zeitgleich auf dem Klavier. Die Idee zu der Tatort Szene beim filmtonart-Talent-Award ist auch so entstanden. Das geht meistens recht schnell. Tatort hat immer etwas Erdrückendes und leicht Sphärisches. Ich fühle die Szene oder ein Bild oder sonstwas – und spiele …“

 

Tobias Sasse, selbstständiger Komponist und Multimedia-Produzent:

Tobias Sasse Foto: privat

Tobias Sasse Foto: privat

Ich war schon als Kind einfach fasziniert davon, was Musik mit mir macht. Seien es nun große, imposante Filmmusikwerke oder auch 3-Mann-Punkrock-Stücke. Und so begann ich schon sehr früh, meinen großen Idolen nachzueifern und habe mich dabei immer weiter entwickelt. Wenn ich komponiere, ist das keine Erfindung sondern eine Entdeckung. Das Werk besteht schon und ich muss nur genau genug zuhören. Ich beginne dann, aufzuschreiben, was ich innerlich höre und bemerke dann an meiner Komposition, was noch fehlt und arbeite dann solange daran, bis nichts mehr fehlt. Bei der Tatort-Szene fand ich toll, wie hier komplett nonverbal der innere Kampf mit dem eigenen Handeln dargestellt wird. Diese Zerrissenheit habe ich versucht musikalisch umzusetzen! Der filmtonart-Talent-Award ist für mich eine hervorragende Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln, fundiertes Feedback zu bekommen und im Fall der Fälle auch gute Verbindungen zu knüpfen!“