Die Lokalrundfunktage in Nürnberg, 2015: Foto:BayMS

Highlights der Lokalrundfunktage 2016

Am 5. und 6. Juli 2016 ist es wieder soweit: Auf den 24. Lokalrundfunktagen in Nürnberg kommen Radio- und Fernsehexperten aus dem ganzen Land zusammen, um sich über aktuelle Themen und Innovationen der Branche auszutauschen. Welche Highlights sind diesmal zu erwarten? Ein Überblick.

Seit 1993 finden jährlich in Nürnberg die Lokalrundfunktage statt: Inzwischen hat sich die zweitägige Veranstaltung zum deutschlandweit größten Branchentreff für den lokalen und regionalen Rundfunk entwickelt. Hier informieren sich etwa 1.200 Fachbesucher über aktuelle Trends und Technologien und diskutieren über Zukunftsvisionen und Herausforderungen, die den Markt bewegen.

Welche Themen stehen in diesem Jahr auf der Agenda? „Der lokale Rundfunk steckt mitten in der digitalen Transformation“, erklärt Stefan Sutor, Geschäftsführer der Bayerischen Medien-Servicegesellschaft, die die Lokalrundfunktage mit Unterstützung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) veranstaltet. Dadurch verändere sich die Distribution, neue Kanäle kommen hinzu und Inhalte müssen für unterschiedliche Plattformen neu aufbereitet und weiterentwickelt werden.

Markus Wasmeier bei den Lokalrundfunktagen 2016

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Neue Wettbewerber am Markt fordern die Innovationskraft des Rundfunks. „Lokales Radio und auch lokales Fernsehen kommen beim Publikum hervorragend an und da gilt es natürlich, diesen Platz zu behaupten“, so Sutor. Mit möglichen Lösungsansätzen beschäftigen sich die diesjährigen Lokalrundfunktage: Wie müssen sich die Sender digital weiterentwickeln? Welche Plattformen, welche Formate, welche Tools werden genutzt? Sollte Radio in der digitalen Welt als „Visual Radio“ ausgestrahlt werden? Sind Snapchat und Facebook Live eine sinnvolle Ergänzung?

Buntes Programm

Geschäftsführer der Bayerischen Medien-Servicegesellschaft, die die Lokalrundfunktage mit Unterstützung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) veranstaltet. Foto: BLM

Geschäftsführer der Bayerischen Medien-Servicegesellschaft, die die Lokalrundfunktage mit Unterstützung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) veranstaltet. Foto: BLM

Los geht’s am Dienstag, den 5. Juli, um 9 Uhr: Hier werden neben den zahlreichen Fachausstellern auch einige Medien-Startups im Rahmen der Ausstellung „New & Upcoming“ ihre Ideen und Produkte präsentieren. Das Programm beginnt um 10 Uhr mit der offiziellen Eröffnungsveranstaltung, auf der die BLM Hörfunk- und Lokalfernsehpreise vergeben und die Ergebnisse der Funkanalyse Bayern 2016 präsentiert werden.

Ab 13.30 Uhr starten die Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden, in denen mehr als 80 nationale und internationale Referenten über aktuelle Themen aus der Branche diskutieren. Im Themenbereich Hörfunk beispielsweise geht es neben neuen Technologien auch darum, was erfolgreiches Radio eigentlich ausmacht. Welche Inhalte muss ein Radioprogramm heute liefern, um seine Hörer zu erreichen?

„Im Markt kann man deutlich sehen, dass sich besonders die Radiostationen positiv entwickeln, die jetzt neben dem ganzen Digitalen wie Apps, Streams und Social Media die Basics sehr gut erledigen: Nämlich mit guten Personalities guten Radiocontent produzieren“, so Stefan Sutor. Eine Diskussionsrunde stellt die nächste Generation hinter dem Mikrofon vor, ein weiteres Thema beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, wie sich Radio gegenüber anderen Audio-Diensten profilieren kann.

Nicht verpassen: Highlights in Nürnberg

Zu den Highlights der 24. Lokalrundfunktage gehört am Dienstagmittag die Keynote von Dr. Jens-Uwe Meyer über Innovationsstrategien im Rundfunk: Von der Digitalisierung ist das Radio bisher noch weitgehend verschont geblieben – aber wie wird sich das ändern? Um die erfolgreichsten Radioaktionen von Sendern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz geht es dann am Nachmittag im Panel Update Promotion. Ein weiterer Höhepunkt wird die Konferenzschaltung mit Mark Kaye live aus Florida: Als einer der populärsten Snapchater in den USA verbindet er Radio und Snapchat.

Doch der digitale Wandel geht auch am Lokalfernsehen nicht vorbei: Welche Chancen bieten sich durch neue Plattformen und Tools? Drei europäische Best Cases zeigen im Panel mögliche Zukunftsperspektiven lokaler TV-Formate. Über die Stärken des lokalen Fernsehens diskutieren auch Kabarettist und Lokal-TV-Urgestein Hannes Ringlstetter und Moderatorin Marion Schieder – ein unterhaltsames Gespräch über authentische Geschichten im Lokalfernsehen.

Bewegter Werbemarkt

Beim Panle zum Thema "Programmatic Advertising" wird Andreas Lang auf den Lokalrundfunktagen 2016 mit dabei sein. Foto: Studio Gong

Beim Panel zum Thema „Programmatic Advertising“ wird Andreas Lang auf den Lokalrundfunktagen 2016 mit dabei sein. Foto: Studio Gong

Im Bereich Marketing hat sich in den letzten Jahren ebenfalls einiges getan. Ein zentrales Thema bei den Lokalrundfunktagen ist daher unter anderem „Programmatic Advertising“: die Möglichkeit, Werbeplätze vollautomatisch und nahezu in Echtzeit anzubieten. „Technik spielt in allen Lebenslagen eine immer größere Rolle, natürlich auch in der Werbung“, sagt Andreas Lang, Marketingleiter bei Studio Gong und Referent in Nürnberg.

Was bisher vor allem für Online-Werbebanner genutzt wurde, kommt nun auch im Rundfunk an. „Radiowerbung wird so zu einem dynamischen Prozess“, erklärt Marketingspezialist Peter Fürmetz, der die Podiumsdiskussion zum Thema moderiert. „Dadurch eröffnen sich sowohl für die Werbekunden als auch für die Sender völlig neue Möglichkeiten: Auf beinahe jedes denkbare Ereignis und Szenario kann reagiert werden!

Wenn im Viertelfinale der Fußball Europameisterschaft Deutschland gegen Italien spielt, könnte also je nach Spielverlauf der Spot der italienischen Eisdiele oder der eines Schnitzellokals ausgestrahlt werden. Dadurch wird Werbung zielgenauer, effizienter und somit hochwertiger.“ Auch Andreas Lang sieht die Vorteile im Programmatic Advertising: „Alte Strukturen im Markt brechen auf. Hier entstehen auch für kleinere Unternehmen Chancen durch Spezialisierung, Lokalität und die rechtzeitige Auseinandersetzung mit den technischen Neuerungen.“