Forschung zum Frühstück. Foto: IHK München und Oberbayern

Forschung zum Frühstück – mit Innovation in den Tag

Wenn andere in der Früh müde den ersten Kaffee trinken, setzt die Industrie und Handelskammer für München und Oberbayern bereits auf anspruchsvolle Technik-Themen. Seit zwei Jahren lädt sie regelmäßig zur Veranstaltung Forschung zum Frühstück ein. Ab acht Uhr morgens geht es um Zukunftsthemen der Industrie. Dr. Ute Berger, Referatsleiterin Industrie und Innovation, gibt im Interview einen Einblick, was die Teilnehmer bei der nächsten Ausgabe erwartet und verrät, warum auch Anwälte zu den Veranstaltungen kommen.

 

Ute Berger, IHK. Foto: IHK

Portraitaufnahme Ute Berger. Foto: privat

Frau Berger, am 30. Mai 2016, dreht sich bei Forschung zum Frühstück alles um Augmented Reality, kurz AR. Warum?

Ute Berger: Augmented Reality ist im Zeitalter der Digitalisierung eine Technologie, die in vielen Bereichen und völlig branchenunabhängig eingesetzt werden kann. AR kann im Marketing ebenso genutzt werden, wie im Service. Für jedes Unternehmen, das etwas erklärt – beispielsweise wie ein Produkte zu bedienen ist oder wie etwas repariert wird – ist eine Erweiterung der Realität mit Zusatzdaten attraktiv. Und das geht mit Augmented Reality. Sie können auf Datenbrillen zusätzliche Informationen in die reale Welt einbringen.

 

Sie richten die bevorstehende Veranstaltung gemeinsam mit der Technischen Universität München und dem MedienNetzwerk Bayern aus. Wie ist die gemeinsame Themensetzung entstanden?

Berger: Die Idee zur Zusammenarbeit mit dem MedienNetzwerk Bayern kam von einer Kollegin aus dem IKT-Referat, die wir sehr gerne aufgegriffen haben. Die TU München ist für unsere technologisch-orientierten Themen quasi ein „geborener“ Partner, mit der wir schon einige Forschungsfrühstücke organisiert haben. Die IHK für München und Oberbayern beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Industrie 4.0 – da gehört auch Augmented Reality dazu. In der Vergangenheit haben wir schon Themen an die Unternehmen herangetragen, wie etwa Robotik oder 3D-Druck – jetzt soll es um Augmented Reality gehen.

 

Was ist das Ziel der Veranstaltung?

Berger: Wir wollen es Unternehmen ermöglichen, sich darüber zu informieren, was gerade „State of the Art“ auf verschiedenen technologischen Gebieten ist. Also wie der neueste Forschungsstand aussieht.

 

Heißt das, dass zukünftig jedes Unternehmen auf Augmented Reality setzen sollte?

Berger: Nein, nicht jeder muss Augmented Reality in sein Unternehmen integrieren oder damit arbeiten. Aber durch das Programm sollen sich die Teilnehmer einen Überblick über das Thema und seine Anwendungsmöglichkeiten verschaffen, um dann in einem zweiten Schritt im Unternehmen abzuwägen, ob eine spezifische Integration in das eigene Angebot sinnvoll ist. Die Unternehmensvertreter sollen Augmented Reality in erster Linie als Werkzeug kennenlernen.

 

An wen richtet sich die Veranstaltung?

Berger: Prinzipiell ist das Angebot branchenübergreifend. Aus der Erfahrung heraus kann ich jedoch sagen, dass es meist Geschäftsführer, Produktionsleiter oder Entwicklungsleiter sind, die kommen. Aber auch Dienstleister, etwa aus Ingenieurbüros nehmen teil. Meist ist es ein technisch-orientiertes Publikum. Wir hatten aber auch schon Patentanwälte dabei, die sich zu einem Fachthema informieren wollten.

 

Wie viel Vorwissen brauchen die Teilnehmer?

Berger: (lacht) Wir bemühen uns immer mit den Wissenschaftlern abzuklären, dass die Vorträge nicht zu sehr in Fachsprache gehalten werden, aber man muss schon ein gewisses Grundfeeling für Technik mitbringen. Sonst wird es dann doch ein bisschen schwierig den Vorträgen zu folgen.

 

Was sollen die Teilneher mitnehmen?

Berger: Sie sollen zunächst einmal diese spannende Technologie kennenlernen und auf eine unkomplizierte Art und Weise mit den Wissenschaftlern vor Ort in Kontakt kommen. Meiner Erfahrung nach bestehen zwischen Industrie und Wissenschaft nicht selten unsichtbare Hürden: Diese möchten wir abbauen. Außerdem wollen wir den Unternehmen vor Augen führen, welch hohes Innovations-Potential am Standort vorhanden ist und dass sie das wiederum für die eigene digitale Zukunft nutzen können.