Tempestad

ARRI AMIRA Award würdigt herausragende Kameraarbeit

Erstmals wird auf dem DOK.fest München eine herausragende Kameraarbeit ausgezeichnet. Gemeinsam mit dem Kamerahersteller ARRI verleiht das Dokumentarfilmfest den ARRI AMIRA Award. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis stellt die verantwortungsvolle Leistung der Kameraführung in den Mittelpunkt und ist damit einzigartig in Deutschland.

„Die Kameraarbeit ist im Dokumentarfilm noch viel verantwortungsvoller und läuft autonomer ab, als bei einem Spielfilm“, sagt Daniel Sponsel, Leiter des DOK.fest München. Bei einem Spielfilm könnten Szenen wiederholt werden. Beim Dokumentarfilm sei es oftmals nur einmal möglich Situationen einzufangen. „Die Entscheidung, gehe ich bei einem Geschehen mit der Kamera mit oder mache ich einen Schwenk, muss also direkt beim Blick durch die Kamera fallen“, erklärt Sponsel.

Tempestad Filmausschnitt.

Tempestad Filmausschnitt.

Bislang werde diese Arbeit jedoch noch zu wenig gewürdigt, meint Sponsel. Dabei trage der Kameramann eine enorme Verantwortung und nehme großen Einfluss darauf, wie mit Bildern eine Geschichte erzählt werde. „Mir war wichtig, dass diese Leistung herausgestellt wird“, sagt der DOK.fest-Leiter, der selbst in Hamburg eine Zeit lang Fotografie an der Kunsthochschule studierte.

Aufgaben verschmelzen

„Regisseure, Kameramänner oder Kamerafrauen arbeiten sehr eng zusammen und sind im Dokumentarfilm nicht selten die gleiche Person“, sagt Stephan Schenk, Geschäftsführer ARRI Cine Technik. Ihre Aufgaben greifen oftmals untrennbar ineinander. Dennoch werde über die Leistung der Kameraarbeit bislang noch zu wenig gesprochen, findet Schenk.

Die Idee zu diesem Preis hätte schon länger bestanden, so Sponsel. In diesem Jahr konnte sie jedoch, gemeinsam mit ARRI, realisiert werden. Und damit hat sich auch die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem DOK.fest und dem in München ansässigen Kameraherstellers intensiviert. Schon seit über zehn Jahren ist das Unternehmen Sponsor und Unterstützer des DOK.fests.

Tempestad Ausschnitt.

Tempestad Ausschnitt.

Der Name des Preises geht auf die AMIRA Kamera von ARRI zurück. Die Kamera ist speziell für kleine Ein- bis Zwei-Mann-Teams konzipiert und dadurch gut geeignet für den Dokumentarfilm. „Sie liefert die gleiche Bildqualität wie unsere große ALEXA-Kamera, ist aber viel handlicher und man kann mit ihr flexibler arbeiten. Sie ist besonders auf den Bedarf kleiner Teams abgestimmt“, sagt Schenk. Da sie außerdem robust und unempfindlich gegen Hitze, Kälte, Feuchtigkeit oder Staub sei, bringe sie weitere wichtige Eigenschaften mit, die für den Dokumentarfilm ausschlaggebend sind. Eingesetzt wurde die Kamera daher schon auf dem Mount Everest, in der Sub-Sahara oder auch beim Dreh des diesjährigen Gewinnerfilms der Berlinale: Fuocoammare.

Der ARRI AMIRA Award, der 2016 zum ersten Mal verliehen wird, geht an Ernesto Pardo. Ausgezeichnet wird damit seine Kameraarbeit in dem mexikanischen Film Tempestad. Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Mutter, die erst verschleppt, dann inhaftiert wird und sich anschließend, auf die Suche nach ihrem Sohn macht. Die Jury schreibt in ihrer Begründung: „Die herausragende Kameraarbeit von Ernesto Pardo öffnet dem Zuschauer Raum für Assoziation zu dem Unfassbaren und doch Geschehenen“. Verliehen wird der Preis am 12. Mai 2016, in der Hochschule für Fernsehen und Film in München.