Tina Maria Werner auf dem Animation Day 2016. Foto: Franziska Baur

Medieninszenierung für Events – der Animation Day 2016

„Alles was blinkt, alles was knallt – darauf kommt es an“, erklärt Tina Maria Werner, Geschäftsführerin der Filmagentur für Medieninszenierungen lucie_p. Auf dem Animation Day im Rahmen des i4c-Symposiums 2016 berichtet sie über Animation in einem besonderen Umfeld: Auf Messen, Events und Ausstellungen.

Bereits 1999, im Alter von 25 Jahren, gründete die Absolventin der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) die Filmproduktionsfirma lucie_p. „Nach meinem Abschluss gab es für mich lediglich zwei Wege im Bereich Animation: etwas wie Star Wars oder Musikvideos“, erzählt Werner schmunzelnd, „aber dann habe ich das Feld Markenfilme für mich entdeckt.“ Sie habe gemerkt, dass es sowohl auf Seiten der Marken als auch der Konsumenten ein großes Bedürfmis nach Markenerlebnissen gebe: Bewegen, Emotionalisieren und so die Kunden an sich binden sind die neuen Ziele im Industriebereich.

Geld verdienen? Mit Animation?

Diesen Markt nutzt lucie_p für sich – durch Medieninszenierungen für Messen, Museen und Events. „Medieninszenierungen sind für mich die Kunstform in der Industrie“, sagt Werner. „Hier kann man sich entfalten, neue Dinge ausprobieren und auch noch Geld mit dem verdienen, was man tut.“

Medieninszenierung für Events

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Worauf es bei gelungenen Medieninszenierungen ankommt, erklärt Tina Maria Werner in unserem Videointerview.

Dass die Kunden aus dem Industriebereich kommen, bringt ganz eigene Herausforderungen mit sich. Fachwissen zum Bereich Film und Animation lässt sich nicht voraussetzen. Und das wirkt sich auch auf die Wünsche aus, die an Werner und ihr Team herangetragen werden. „Unsere Kunden haben dadurch, dass sie nicht aus der Branche kommen, oft ganz andere Vorstellungen von dem, was in Filmen passieren kann.“ Das muss aber kein Nachteil sein. So käme frischer Wind in das eigene Denken und in die Entwicklung dessen, was möglich ist. Wichtig sei vor allem, die Kunden in den Enstehungsprozess mit einzubinden. „Keiner möchte die Katze im Sack kaufen und gerade wenn sich Kunden zum ersten Mal im Terrain Medieninszenierung beegen, müssen wir natürlich voll überzeugen.“ Deshalb sollte bereits auf dem Pitch ein Fokus liegen, so Werner. „Wir arbeiten zum Beispiel oft mit VR-Brillen, damit sich die Kunden auch wirklich vorstellen können, wie die Umsetzung der Inszenierung im Raum aussehen wird.“

Von der Beratung zur Medienwahl bis hin zur fertigen Medieninszenierung gilt es, eine ganze Menge zu beachten: Wie ist die Konzeption des Raumes? Wieviel Platz steht überhaupt zur Verfügung? Und was will der Kunde überhaupt beim Konsumenten erreichen, wie präsentiert sich die Marke?

„Wer am lautesten schreit, wird gehört“

„Auf Messen zum Beispiel ist die Devise: Wer am lautesten schreit, wird gehört“, erklärt Werner. Hier steht Stand an Stand gereiht, der Konkurrenzdruck ist hoch und die Aufmerksamkeitsspanne der Besucher gering. „Medieninszenierungen auf Messen brauchen keine Geschichten. Niemand hat so viel Zeit, stehen zu bleiben und sich zu denken: Oh, schöner Film! Wir brauchen große Gesten und müssen so oft wie möglich Impulse setzen.“ Diese Impulse – in den meisten Fällen sind das Animationen – geben den Anreiz, hinzuschauen. Und danach kommen die Informationen. „Den Wechsel zwischen dem Action-Teil und der Ruhezeit mit der Kommunikation durch Informationen zu begreifen und auf den Punkt umzusetzen ist das Geheimnis unserer Arbeit“, sagt Werner.

Offensichtlich beherrscht lucie_p die Kunst dieses Wechsels. Zu den Kunden des Unternehmens zählen BMW, BOSCH, Audi oder Volkswagen. Und Karl Mayer – ein Nähmaschinenhersteller und Kunde, der zum ersten Mal Medieninszenierung für sich ausprobiert hat, um seine Marke zu präsentieren. Das Ziel: Nicht weniger als unnachahmlich zu sein – und klarer Marktführer. „Da Karl Mayer zum Mittelpunkt für die Konsumenten werden wollten, ließen wir in unserer Installation die Messebesucher einfach zum Mittelpunkt der Marke Karl Mayer werden“, erzählt Werner. „Inside Karl Mayer – das war eine Kuppel, die wir über der Kaffeebar aufgebaut haben und mit einem 360°-Imagefilm bespielten.“

Hier geht es zum Video über den 360° Dome für Karl Mayer

Doch egal, wie die Inszenierung am Ende aussieht, wie viele Wände bespielt werden, wie Musik, Motiongraphics und Lichteffekte zusammenwirken: Worauf es Werner bei Medieninszenierungen ankommt, ist der „emotionale Nachbrenner“. „Wir möchten für das positive Gefühl verantwortlich sein, das der Verbraucher von der Veranstaltung mit nach Hause nimmt.“