Plakat „Grantler’s Corner“ für German Design Award nominiert

Grafikdesignerin Christina Mayer wurde mit ihrem Plakat „Grantler’s Corner 2015 / Design und Politik“ für den renommierten internationalen German Design Award nominiert. „Grantler’s Corner“ ist ein alternatives Diskussionsformat im Rahmen der Munich Creative Business Week, dessen Name sich vom bayerischen „Grantln“ (ähnlich dem hochdeutschen Nörgeln) und der Idee des Speakers Corner ableitet.

„Ein Plakat muss eigenständig sein, für sich stehen, visuell kommunizieren und schnell aufgenommen werden können“, sagt Grafikdesignerin Christina Mayer. Nach diesen Anforderungen gestaltet die Münchnerin auch ihre Plakate, unter anderem für das Diskussionsformat „Grantler’s Corner“. Mit dem Plakat „Grantler’s Corner 2015 / Design und Politik“ wurde sie für den German Design Award nominiert.

Christina Mayer wurde mit ihrem Plakat „Grantler’s Corner 2015 / Design und Politik“ für den renommierten German Design Award nominiert. Plakat_ Christina Mayer

Nominiert für den German Design Award: Das Plakat „Grantler’s Corner 2015 / Design und Politik“. Plakat: Christina Mayer

Der German Design Award ist einer der renommiertesten internationalen Designpreise. „Teilnehmen kann nur, wer im Vorfeld nominiert wurde – solch ein Verfahren ist ungewöhnlich für einen Designpreis und führt dazu, dass bereits eingereichte Beiträge ein außergewöhnlich hohes gestalterisches Niveau aufweisen“, sagt Julia Kostial, Manager Unternehmenskommunikation des German Design Awards. Christina Mayer erklärt, dass „Grantler’s Corner“ zunächst aus zwei Ebenen besteht: „Die typografische Ebene ist im Vordergrund, der Hintergrund ändert sich je nach Veranstaltungsthema.“

Bei dem nominierten Plakat hat Christina Mayer die Schrift selbst entworfen. Die Schrift besteht aus kleinen Rauten, die auf die bayerischen Rauten anspielen, aber auch an die von Algorithmen bestimmte digitale Welt.Sarah Dorkenwald, Mit-Initiatorin der Diskussionsreihe „Grantler’s Corner“, ist von der Schrift begeistert: „Schon das Jahr davor, für die erste Grantler’s Corner Reihe, hat Christina für unser Format diese tolle Rautenschrift entworfen –  ein bisschen pieksig, bissig, keiner Norm entsprechend und ein bisserl bayerisch. Das verleiht den Plakaten eine sehr starke Eigenständigkeit und Wiedererkennung.“

Typografie verzahnt sich mit Hintergrund

Christina Mayer war es wichtig, dass die Buchstaben nicht zu statisch werden, sie sollten sich bewegen. Für den Hintergrund hat die Grafikdesignerin das Ergebnis der Bundestagswahl 2013 als Tortendiagramm verwendet. Das schwarze Teildiagramm steht beispielsweise für die CDU und der rote Teil für die SPD.

„Die Typografie verzahnt sich mit dem Tortendiagramm“, sagt Christina Mayer. Die Ecken links oben und rechts unten rahmen das Plakat ein. Beim Designen legt Christina Mayer auf Einiges besonderen Wert: „Ich wollte, dass „Grantler’s Corner“ sehr plakativ wird, die Informationen sollen auf das Wesentliche reduziert werden und jeder soll sofort die Botschaft verstehen können.“

Christina Mayer war schon immer an Kunst interessiert. Mit 25 Jahren begann ihre Karriere als Grafikdesignerin. Foto: Daniel Mayer

Christina Mayer war schon immer an Kunst interessiert. Mit 25 Jahren begann ihre Karriere als Grafikdesignerin. Foto: Daniel Mayer

Ihre Ideen kommen an: „‘Grantler’s Corner / Design und Politik‘ sprüht vor Kraft und will unbedingt gesehen werden – besonders gut gefällt mir, dass es sich hier eben nicht um beliebig bunte Farbflächen handelt, die schick aussehen, sondern diese ein Tortendiagramm mit dem Wahlergebnis zur Bundestagswahl 2013 abbilden. Das man das vielleicht erst auf den zweiten Blick erkennt, ist die Stärke an dem Plakat. Das grafische Konzept passt perfekt zu unserem Thema Design und Politik“, erklärt Sarah Dorkenwald.

Auch für die kommende Diskussionsrunde „Grantler’s Corner 2016 / Design: Diskurs und Wirklichkeit“ am 24. Februar 2016, hat Christina Mayer das Plakat entworfen:„Der Designer schaut, wie von einem anderen Planeten, mit der nötigen Distanz auf die Welt und liefert so wichtige Impulse um den realen und spekulativen Diskurs voranzutreiben, dessen Ziel es ist zu verstehen.“Sarah Dorkenwald bereitet die Zusammenarbeit mit Christina Mayer Spaß: „Ich mag den Dialog und Austausch. Sie setzt sich immer sehr intensiv mit dem Thema und inhaltlichen Konzept auseinander und entwickelt starke visuelle Ideen dazu.“

Ideen kommen von selbst

Auch 2016 hat die Designerin das Plakat für die Diskussionsrunde während der MCBW entworfen. Plakat: Christina Mayer

Auch 2016 hat die Designerin das Plakat für die Diskussionsrunde während der MCBW entworfen. Plakat: Christina Mayer

„Ich beschäftige mich mit allem Zeitgemäßen und verwoben mit dem, was mich ausmacht und geprägt hat, entfalten sich bei mir Ideen für Designs immer wie von selbst“, sagt Christina Mayer.Schon als Kind kam sie mit Künstlerischem in Berührung. „Ich bin in Stuttgart, nahe der Weißenhofsiedlung in einem künstlerischen Umfeld aufgewachsen – dort stehen einzigartige Gebäude beispielsweise von Le Corbusier.“

Dass Christina Mayer ein Gespür für Kunst hat merkt man auch in ihren Werken: „Die Arbeiten zeichnen sich durch eine wunderbare Spannung zwischen Bildwelt und Typografie aus – Christina geht sehr vielseitig, kreativ und unkonventionell mit den grafischen Möglichkeiten um“, sagt Sarah Dorkenwald.

Nachdem Christina Mayer an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd Grafikdesign studiert hat und bei namhaften Designern und Unternehmen Erfahrungen sammelte, hat sie heute ihr eigenes Designstudio. Ihr Motto: „Es gibt für alles eine Lösung und ich versuche eine Lösung auf einem sehr hohen Niveau zu finden.“Ihr streben nach Perfektion hat sich ausgezahlt. „Wer für den German Design Award nominiert wird, verfügt über herausragende Designkompetenzen. Für das Nominierungsverfahren sind ausgewiesene Designexperten des Rats für Formgebung verantwortlich, die das Gespür für großes Potenzial haben“, sagt Julia Kostial.