Gebäude in der Nürnberger Innenstadt an der Pegnitz.

Nürnberg ist erster „Drehort des Jahres“

Schon vorher bevor er den Preis in Händen hielt, hat er übers ganze Gesicht gestrahlt. Minutenlang. Kein Wunder: „Heute ist ein wunderbarer Tag für uns alle“, sagte der Bürgermeister der Stadt Nürnberg Christian Vogel. Denn: Die Stadt Nürnberg ist als Drehort des Jahres ausgezeichnet worden.

„Das ist eine tolle Auszeichnung für unsere Stadt.“ Die Jury hätte „keine bessere Wahl treffen können“, ergänzte Vogel und dabei huschte ein Lächeln über seine Lippen. Alles, was seine Vorredner über Nürnberg gesagt hätten, damit „haben Sie alle Recht“. Der Preis, um den sich gestern bei der Verleihung im Hirsvogelsaal im Museum Tucherschloss in Nürnberg alles gedreht hat, ist eine neue Auszeichnung.

Premiere des Preises

Die Wahl der Jury ist bei der Premiere gleich auf Nürnberg gefallen. „Diesen Preis nimmt uns keiner mehr“, freut sich Vogel. Denn wer bei der Premiere „Erster ist, bleibt es für immer. Das macht uns stolz.“ Ins Leben gerufen hat den Drehort des Jahres die Initiative Filmkulisse Bayern. Sie ist ein gemeinsames Projekt der Bayern Tourismus Marketing GmbH und der Film Commission des FilmFernsehFonds Bayern (FFF). Unterstützt wird die Initiative vom MedienNetzwerk Bayern. Mit dem Ziel, die Film- und Tourismusbranche in Bayern miteinander zu vernetzen und die Aktivitäten der daran Beteiligten zu bündeln.Mehr noch: Um damit wiederum den Filmstandort und das Tourismusland Bayern zu stärken.

Geplant ist, dass der neue Preis in Zukunft einmal im Jahr verliehen wird. Bayern hat übrigens eine lange Tradition, wenn es um die Schauplätze für Filme geht. „Bereits 1989 wurde dafür ein eigenes Location-Büro gegründet“, berichtet Prof. Klaus Schaefer, der Geschäftsführer des FFF Bayern.

Preisverleihung "Drehort des Jahres" in Nürnberg. Foto: FFF

Preisverleihung „Drehort des Jahres“ in Nürnberg. Foto: FFF

Über die Jahre ist daraus ein flächendeckendes Netzwerk entstanden, zu dem seit 2004 auch Nürnberg gehört. Die Stadt, der „es in diesem Jahr am besten gelungen ist, die Anforderungen für einen guten Drehort zu erfüllen“, erläutert Schaefer. „Auf Nürnberg ist einfach Verlass.“ Beim ersten Tatort aus Franken hat es die Stadt zuletzt bewiesen.

Für Ilse Aigner, Bayerns Medienministerin, ein weiterer Beleg dafür, dass „Nürnberg eine boomende Filmstadt ist, mit seinen unverwechselbaren Kulissen und seiner Kreativszene. Wer bei uns in Bayern einen Film dreht, der ist schon in der Erfolgsspur“. Deswegen kann sie sich nicht erklären, warum „der neue Bond-Film in Tirol statt bei uns gedreht wurde“. Allein schon mit Blick auf Nürnberg, wenn es um Filme geht: „Das Engagement der Stadt ist da beispielgebend.“

Ideale Bedingungen

In ihrer Begründung, warum ausgerechnet Nürnberg aus 67 anderen Schauplätzen als „Drehort des Jahres“ ausgezeichnet wurde, hat die Jury hervorgehoben, dass die Stadt ideale Bedingungen biete. Die Palette reicht von den Drehgenehmigungen vor Ort, die Motive und die Räume, die Infrastruktur und die Dienstleister bis zum Übernachtungsangebot und die Verkehrsanbindung. Nicht zu vergessen die Unterstützung durch die Bürger sowie der Platz. Genau das sind zwei Punkte, die Veronica Ferres ausgesprochen wichtig sind.

Die Schirmherrin der Filmkulisse Bayern, selbst eine erfolgreiche Schauspielerin, schätzt es, wenn „uns am Drehort möglichst viele Parkplätze zur Verfügung stehen“. Warum möglichst viele Parkplätze? „Weil wir Platz brauchen zum Drehen“, erläutert Ferres, „und dort auch Wohnwagen abzustellen, um uns Schauspieler während eines harten Drehtages aufwärmen und umziehen zu können.“

In Nürnberg sei das beim ersten Franken Tatort perfekt organisiert gewesen. Das hat sie in den Gesprächen mit ihren Schauspielerkollegen, die daran mitgewirkt haben, immer wieder gehört: „Die Stadt wird somit ausnahmslos allen Anforderungen gerecht, um diesen Preis zu bekommen.“

Auch und vielleicht gerade deswegen, weil „die Nürnberger uns Kreativen eine große Offenheit und Freundlichkeit entgegen gebracht haben“. Das wirke sich auf das Produkt, zum Beispiel auf einen Film oder auf eine Folge im Fernsehen, immer positiv aus.
Darüber hinaus „verfügt Nürnberg und die Region über viele interessante und unverbrauchte Motive“, sagt Veronica Ferres. „Somit hat die Stadt alles, was eine Filmstadt ausmacht.“ Inklusive der Atmosphäre, die „mir persönlich bei einem Drehort sehr wichtig ist“.

 

Von Norbert Gstattenbauer