Masterstudiengang M3ve – Studierende auf der Überholspur

Seit Herbst 2014 bietet die Hochschule Würzburg-Schweinfurt einen Masterstudiengang im Bereich Marken- und Medienmanagement an. „M3ve“, gesprochen „M-Drive“ heißt die Marke des neuen Studiengangs, in dessen Mittelpunkt die intelligente Verknüpfung von Marken und Medien steht. „Drive“ kann aus dem Englischen auch mit „Schwung“ oder „Tatendrang“ übersetzt werden. Das „M“ steht für Marken, Medien und Management. Aus dieser Dreieraufzählung ergibt sich die 3 in M3ve.

Prof. Dr. Karsten Kilian leitet den Studiengang und sieht in dieser Verknüpfung ein hohes Potential. „Die klassisch journalistisch geprägte `Print-TV-Medienwelt` wird kleiner. Deshalb kombinieren wir Marken und Medien. Marken kommen ohne die Medienwelt nicht zurecht. Das geht über soziale Medien wie Facebook, Instagram und Youtube bis hin zur eigenen App oder Zeitschrift“, betont er. Medien wiederum seien Marken, Medienmarken. Deshalb würde Erfahrung in beiden Bereichen den Studierenden besonders gute Karrierechancen eröffnen, ist Kilian überzeugt.

Studierendes des neuen Masters in Würzburg. Foto: M3ve

Selbst nach Lösungen suchen, das lernen die Studierenden des neuen Masterstudiengangs. Foto: M3ve

Gemeinsam Lösungen finden

Neben dieser Verknüpfung mache auch der besonders starke Praxisbezug den Studiengang zu etwas Besonderem. So sind zwei Praxisprojekte, einmal im Bereich Marke und einmal im Bereich Medien, als Pflichtmodule fest integriert. Die Dozenten von M3ve verstehen sich als Coaches und nicht als klassische Lehrende, die frontal ihre Vorlesung halten. Vielmehr möchten sie den Studierenden helfen, selbst aktiv zu werden. „Wir geben ihnen theoretischen, wissenschaftlichen Input und dann geht es auch in die Diskussion, in die Praxisprojekte, in Fälle rein“, erzählt Karsten Kilian. Dabei würden sie die Studierenden begleiten und hätten selbst auch nicht immer umgehend alle Antworten parat. “Die müssen wir während des Projektes miteinander finden“, so der Professor. Hinzu kämen noch begleitende Gastvorträge von erfolgreichen Geschäftsleuten.

„Selbst machen“ lautet das Motto

Marie_Günther

Besonders den Praxisbezug schätzt die Studentin Marie Günther. Foto: privat

Marie Günther studiert im dritten Semester und steht kurz vor ihrer Masterarbeit. Das Konzept von „M3ve“ hat sie überzeugt: „Das Studium ermöglicht einem diverse Einblicke in verschiedenste Richtungen und das nicht nur oberflächlich, sondern detailliert. Das geht über Mediengestaltung, Monitoring, Markenbewertung, Controlling, bis hin zu Eventmanagement. Durch die Praxisprojekte bekommt man dann gleich einen Einblick.“ Obwohl sie dadurch mehr unter Druck steht, gefällt der Studentin, dass sie bei den Projekten auf reale Kunden tritt. „Ich denke, dass man mit dem Status als Student noch die Möglichkeit hat Fehler zu machen. Das lässt sich mit Sicherheit mehr verzeihen als in der Arbeitswelt. Hier schauen ja die Professoren, dass am Ende alles stimmt. Aus Fehlern lernt man. Dafür sind die Projekte da. Ich finde das viel besser, als wenn man nur an der Hand geführt wird und nichts selbst machen darf.“

„Selbst machen“ dachten sich auch die sieben Jungs von „Brew Dudes“, einer eigens von „M3ve“-Studenten entwickelten Biermarke. „Die Brew Dudes waren eigentlich eine spontane Idee. Bei uns allen hat sich durch unsere im Vorfeld ausgeübte, berufliche Tätigkeit abgezeichnet, dass wir selbst etwas bewegen wollten“, sagt der „Brew Dude“ Till Pötting. Es sei ihnen wichtig gewesen, dies mit einem Produkt zu tun, mit dem sie sich auch identifizieren können: „Einfach weil wir alle sieben Bier sehr gerne mögen“. Dann sei es auch schon losgegangen und sie hätten schnell eine kleine Brauerei gefunden, die ihr Pale Ale nun herstellt.

„Man merkt, dass das Studium wirklich was bringt“

Im Studium haben die Freunde viele Konzepte ausgearbeitet, die sie dann in der Realität nutzen konnten. So  verwenden sie beispielsweise das erlernte Messe-, Event- und Multichannelkonzept oder die Mehrkanalstrategie aus dem Studium. Letztere findet etwa im Vertrieb Anwendung, da die Studenten ihr Bier sowohl über Direktvertrieb als auch über Vertriebspartner verkaufen. Aber auch im Bereich Marketing und Kommunikation wird das Konzept durch verschiedene Kommunikationskanäle, wie Social Media, Printmedien und die Website des Unternehmens, deutlich. Besonders spürbar sei die Anwendbarkeit der Lerninhalte aber im Bereich Markenentwicklung und Markenstrategie, erzählt Pötting: „Dann merkt man auch, dass das Studium wirklich was bringt.“ Momentan ist „Brew Dudes“ noch ein Nebenjob. Aber den Jungs ging es im ersten Schritt nicht um Gewinn, sondern vielmehr darum, Erfahrungen zu sammeln. „Im Moment sind wir stolz, dass wir keinen Verlust machen“, sagt Pötting lachend. „Die Professionalisierung ist der nächste Schritt.“ Was die Freunde aber auch wollen, ist Spaß haben.

Mit Spaß und „Drive“ zum Erfolg

Ettiketieren, Brew-Dudes

Das theoretisch Gelernte haben die Brew-Dudes erfolgreich in die Praxis umgesetzte. Foto: Brew-Dudes

Die Qualität ihres Produktes ist den „Brew Dudes“ ebenso wichtig. So verwenden sie für ihr sogenanntes „Craft Beer“ fast ausschließlich regionale Zutaten. Außerdem etikettieren und verkorken die jungen Unternehmer jede einzelne Flasche selbst. „Alles von Hand, jede Flasche ist einmal durch unsere Hände gegangen“ erklärt Till Pötting. „Uns ist wichtig, dass wir Präsenz zeigen. Das ganze soll authentisch sein. Wir wollen einfach allen ein Gesicht zu der Marke geben,“ betont der 25-Jährige. Und genau das leben die sieben Studenten, sowohl beim Vertrieb, denn sie liefern auch selbst, als auch bei der Kommunikation über Social Media. Der Vollzeitmasterstudiengang startet jährlich Anfang Oktober und dauert drei Semester. Nach erfolgreichem Studienabschluss wird ihnen der Titel Master of Arts (M.A.) verliehen. Dann gilt es im Job durchzustarten, mit viel Drive: M3ve.

 

Von Susanne Mors