Freudenselfie beim deutschen Gründerpreis. Foto: Clemens Bilan

Bayerische Superhelden – das Startup OnPage.org

Das Münchner Startup OnPage.org befindet sich seit seiner Gründung im Steilflug. Mit einem Toolkit zum professionellen Qualitätsmanagement von Webauftritten machte das junge Team auf sich aufmerksam. 2015 wurde das Unternehmen mit dem Einzug ins Finale des Deutschen Gründerpreises in der Kategorie Startup belohnt – und die Gründer haben große Pläne.

Im August 2012 gründeten Marcus Tandler, Andreas Bruckschlögl, Niels Dörje und Jan Hendrik Merlin Jacob OnPage.org, mittlerweile zählen Unternehmen wie Disney, die Telekom, die Süddeutsche Zeitung und Zalando zu ihren Kunden. Aus einem Gründerkapital von nur 1.600 Euro wuchs ein junges Unternehmen mit 33 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 1,8 Millionen Euro im Jahr 2014 heran. Neben Angeboten für Großkunden, Agenturen und Geschäftskunden stehen seit Kurzem auch kostenlose Basisdienste für Privatkunden zur Verfügung.

Eigentlich hatten die vier Gründer nur ein Analysetool für eigene Zwecke entwickelt und wollten diesen technologischen Vorsprung keinesfalls mit anderen teilen, aber dann gaben sie den drängenden Nachfragen doch nach. In einem Testlauf stellten sie 100 Beta Accounts à 89 Euro zum Verkauf bereit. Gerechnet haben sie mit etwa 50 Kunden in den ersten zwei Wochen. Es dauerte aber keine 24 Stunden, bis alle Zugänge vergriffen waren – und der Wunsch nach Accounts noch lange nicht gestillt. „Als dann noch die Telefone klingelten, war klar, dass wir in diese Richtung gehen müssen“, erinnert sich Marcus Tandler.

So funktioniert OnPage.org: Innovation, Qualität und Wissensvermittlung

Die Software des Toolkits OnPage.org analysiert in Sekundenschnelle die Architektur von Websites, erkennt und behebt Fehler im Quellcode und hilft dabei, Keywords, Sprache, Bilder und Inhalte für Suchmaschinen zu optimieren. Doch OnPage.org leistet noch mehr: „Was nutzt es einem Unternehmen, wenn ein User seine Seite findet, aber die Inhalte und Funktionen nicht zufriedenstellend sind?“, gibt Tandler zu bedenken. Maximale Qualität in allen Aspekten des Webauftritts sei der Schlüssel für zufriedene Nutzer und ein bestmögliches Ranking. Geschäftsführer Tandler begreift seine Software als Werkzeugkasten, dessen Nutzen mit den Fähigkeiten seiner Kunden steigt. Deswegen heißt die Philosophie des Unternehmens Wissensvermittlung und persönlicher Kundenkontakt. Didaktisch aufbereitete E-Books zum Thema Website-Optimierung, Video-Tutorials, Seminarangebote und ein Wiki zu relevanten Themen sind wesentliche Bestandteile des eigenen Webauftritts.

Finalisten des Deutschen Gründerpreises: Ausgezeichnete Zukunftsperspektiven

Die Gründer von Onepage mit Team © Onpage.org

Die Gründer von OnPage.org mit Team. Foto: OnPage.org

Mehr als die Hälfte der 100 reichweitenstärksten Websites in Deutschland und über 22.000 Nutzer vertrauen inzwischen auf OnPage.org. Seit 2014 zählt das Unternehmen zu den TOP 100 Innovatoren in Deutschland, nachdem sie 2013 bereits Startup des Jahres wurden. 2015 kam das Unternehmen bis ins Finale des Deutschen Gründerpreises.

„Jedes Jahr schlagen 300 Experten Unternehmen für den Preis vor, von denen die Jury 150 auswählt, die sukzessive ausgesiebt werden, bis in jeder Kategorie drei Finalteilnehmer feststehen. Der Gesamtsieg ist lediglich das I-Tüpfelchen, denn alle Finalisten bekommen die gleiche Förderung“, beschreibt Leona Petereit, Projektmanagerin beim Deutschen Gründerpreis, das Auswahlverfahren. Das Förderprogramm für Finalisten beinhaltet: ein Coaching durch Porsche Consulting, einen persönlichen Mentor aus den Reihen des Kuratoriums und Zugang zum Netzwerk und Alumnikreis des Gründerpreises. Auch die Bekanntheitssteigerung durch die Berichterstattung der Medienpartner ZDF und Stern sowie das mediale Echo seien nicht zu unterschätzen, betont Petereit. Das ZDF zum Beispiel übertrug die Preisverleihung im Livestream und sendete Portraits der Finalisten.

Verantwortung, Verlässlichkeit, Bayerntum

Trotz ihres Erfolges und der Begeisterung für das brodelnde Silicon Valley, wo sie im Zuge des German Accelerator Programms bereits gastierten, schätzen die Macher von OnPage.org den Unternehmens­standort München. Die Stärke Bayerns, so Tandler, sei die Verbindung von Innovation mit einem ausgeprägten Sinn für Wirtschaftlichkeit. „Unser Produkt ist komplett made in Bavaria!“, ergänzt er stolz.

Das Unternehmens-Maskottchen Captain OnPage hilft bei der Optimierung von Websites. © Onpage.org

Das Unternehmens-Maskottchen Captain OnPage hilft bei der Optimierung von Websites. Foto: OnPage.org

Auch die Wahl des Unternehmens-Maskottchens spiegelt das bayerische Selbstverständnis des Unternehmens wider: Der Captain, eine Superheldenfigur mit blau-weißem Rautencape, wacht überlebensgroß über die großzügigen Büroräume. Der Schutzpatron der Münchner soll eine humorige Hommage an die Popkultur des Internets sein, hat aber auch eine andere Funktion. Tandler erklärt, wie wichtig es sei, ein eigentlich trockenes Thema wie die Website-Optimierung mit einem ordentlichen Schuss Humor aufzulockern. Auch das sei Teil der Wissensvermittlung.

Dem fortschreitenden Wachstum geschuldet musste OnPage.org kürzlich in größere Räumlichkeiten umziehen – ein altes Mädchengymnasium in der Paul-Heyse-Straße beherbergt nun die Büroräume. Ein Vorstoß auf den internationalen Markt sei das nächste Ziel des Unternehmens, sagt Tandler. Denn für Captain OnPage, den bayerischen Superman, gibt es offensichtlich nur eine Richtung: Aufi, Aufi und Davo!

Von Andreas Kohlmaier