30 Jahre BLM

Mit fünf Mitarbeitern, geliehenen Schreibtischen und in Büroräumen, die noch halben Baustellen glichen, hat die Bayerische Landeszentrale für neue Medien ihre Arbeit aufgenommen. Als eine von 14 Landesmedienanstalten in Deutschland genehmigt und beaufsichtigt sie die privaten Hörfunk- und Fernsehangebote in Bayern. Mittlerweile sind nicht nur die Mitarbeiterzahlen, sondern auch die Arbeitsbereiche deutlich gewachsen. Anlässlich des 30. Geburtstages werfen wir mit dem langjährigen Geschäftsführer und Präsidenten Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring und dem heutigen BLM-Präsidenten Siegfried Schneider einen Blick auf bewegende Momente der letzten drei Jahrzehnte.

 

Konstituierende SItzung der BLM 1985. Foto: BLM

Konstituierende SItzung der BLM 1985. Foto: BLM

„Von diesem Punkt an existierte die BLM“, erinnert sich Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring (auf dem Foto rechts hinten am Tisch). In der konstituierenden Sitzung am 20. März 1985 wurde der Medienrat aufgebaut, der den Vorstand wählte. Ring führte fortan die Geschäfte, bis zur Wahl des Präsidenten. Kernaufgabe der BLM war und ist es, die privaten Rundfunksender in Bayern zu fördern und zu beaufsichtigen.

 

 

Noch recht provisorisch startete die BLM kurz nach ihrer Gründung. Foto: BLM

Noch recht provisorisch startete die BLM kurz nach ihrer Gründung. Foto: BLM

Auf geliehenen Schreibtischen nahmen die ersten fünf Mitarbeiter am 1. April des selben Jahres ihre Arbeit auf. „Wir haben in Großraumbüros gearbeitet, die teilweise noch gar nicht fertig waren. Mit großer Begeisterung und Motivation haben damals alle zusammengeholfen – die Freundinnen haben genauso mitgeholfen wie die Ehefrauen“, erzählt Ring begeistert von den Anfängen der Landesmedienanstalt.

 

 

 

Anfänge der BLM

Ein junges Team, das mit Motiavtion an die neuen Aufgaben heranging. Foto: BLM

„Wir waren damals im 1. Stock des Gebäudes der Bayerischen Beamten Versicherung und hatten dort eine Etage für uns“, sagt Ring. Die versammelten Mitarbeiter der BLM im Sommer 1986. In der Mitte rechts steht Dr. Wolf-Dieter Ring, links neben ihm der erste BLM-Präsident Rudolf Mühlfenzl. Wenige Monate später wird erstmals ein privates TV-Programm über eine terrestrische Fernsehfrequenz verbreitet.

 

 

 

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Die Lokalrundfunktage fanden von Anfang an in Nürnberg statt. Foto: BLM

Die ersten Lokalrundfunktage veranstaltete die BLM 1993 noch in einem Hotel in der Nürnberger Innenstadt. „Die Veranstaltung war eine deutliche Positionierung, wie wichtig der BLM die regionalen und lokalen Sender sind“, sagt der ehemalige BLM-Geschäftsführer und -Präsident Ring. Heute findet der deutschlandweit größte Branchentreff für den lokalen und regionalen Rundfunk auf dem Messegelände in Nürnberg statt.

 

 

 

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Um junge Leute an die Medien heranzuführen baute die BLM Ausbildungssender auf. Foto: BLM

Um den Bereich der Aus- und Fortbildung im Rundfunk auszubauen, gründet die BLM 1996 eigene Ausbildungskanäle. „Das Thema lag mir immer besonders am Herzen“, sagt Ring. Gemeinsam mit dem damaligen Kanzler der Ludwig-Maximilians-Universität München, Dr. Hendrik Rust, besuchte er das Radiostudio von M94,5. Damals befand sich dieses im Gebäude der Kommunikationswissenschaft der LMU.

 

 

 

Im Foyer des neuen BLM-Gebäudes fanden seit der Eröffnung viele Veranstaltungen statt. Foto: BLM

Im Foyer des neuen BLM-Gebäudes fanden seit der Eröffnung viele Veranstaltungen statt. Foto: BLM

1998 gab es einiges zu feiern bei der BLM: Einen Umzug und ein neues Logo. Seit dem hat sie ihr Dienstgebäude in der Heinrich-Lübke-Straße in München-Neuperlach. „Es war unglaublich, endlich eine dauerhafte Heimat gefunden zu haben“, erinnert sich Ring an die Einweihungsfeier. Preisverleihungen, Feiern und Fachveranstaltungen finden bis heute im BLM-Gebäude statt.

 

 

 

Es sei wichtig, auch die Regionen mit regionalen Sendern zu versorgen meint Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring. Foto: BLM

Es sei wichtig, auch die Regionen mit regionalen Sendern zu versorgen meint Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring. Foto: BLM

Um die Reichweite lokaler und regionaler Fernsehsender zu verbessern und damit auch deren Wirtschaftlichkeit zu stärken, startet die BLM im Juni 2002 das Projekt ON-TV. Fünf lokale Fernseh- programme aus Niederbayern und der Oberpfalz konnten dadurch digital über Satellit empfangen werden. „Wir haben als erste lokales Fernsehen auf Satellit gebracht. Und zwar deswegen, weil die Zuschauer lokales Fernsehen wollten“, sagt Ring.

 

 

 

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Seit 2011 ist Siegfried Schneider neuer BLM-Präsident. Foto: BLM

Stabübergabe am 29. September 2011: In feierlicher Runde tritt Siegfried Schneider als neuer BLM-Präsident an. „Prof. Ring hat die BLM und die private Rundfunklandschaft in Bayern in 25 Jahren maßgeblich mit aufgebaut und mir ein sehr gut bestelltes Haus übergeben“, sagt Schneider. Herausforderungen, die mit der Rundfunk-Digitalisierung entstehen, will Schneider mit „Mut und Selbstbewusstsein“ angehen.

 

 

 

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Urkundenüberreichung mit Ilse Aigner, Siegfried Schneider und Thomas Kreuzer. Foto: BLM

Neben Medien-Innovationen  fördert die BLM auch den Bereich Medienpädagogik. Mit dem „Medienführerschein Bayern“ bietet sie Lehrern kostenfrei Unterrichtsmaterial an, das sich mit Themen wie Soziale Netzwerke oder Computerspiele auseinandersetzt. Er ermöglicht es, „altersgerecht Chancen, aber auch Risiken der Medienwelt“ kennenzulernen, sagt Schneider. 2014 gab es den 100.000. Medienführerschein.

 

 

Wie kann die Zukunft des Radios aussehen? Dieser Frage gingen Anfang 2015 rund 50 Journalisten, Programmierer, Designer und Radio-Enthusiasten auf dem ersten BLM radio.hack nach. „Die BLM wurde damit ein Wochenende lang zum Ideenlabor für die Zukunft des Radios“, sagt Schneider. Ausgerichtet hatte die BLM die Veranstaltung mit Unterstützung des Instituts für Rundfunktechnik (IRT) und HbbRadio.

10_Radio_Hack_Day1_Feb_2015_lang

Mit gebündeltem Fachwissen und Know-how widmete sich die BLM dem Thema: Radio der Zukunft. Foto: BLM