kicker online

Wie sich kicker online unter die Top-3-Mobile-Portale geschoben hat

Stolz zeigt Alexander Wagner die Statistik. Der Redaktionsleiter von kicker online aus Nürnberg deutet auf das neueste IVW-Ranking mit den Top-20-Online-Angeboten im Mobile-Bereich im Februar 2014. Dort steht kicker online hinter Bild.de und Spiegel Online auf Platz drei. „kicker und iLga stürmen die Charts mit neuen Mobile-Rekorden“, titelte der Branchendienst meedia.de.

kicker online

kicker online

Alexander Wagner führt dies auf die jahrelange Erfahrung zurück, die die Online-Redaktion aus dem Nürnberger Olympia-Verlag besitzt: „Bereits im Jahr 2000 haben wir die erste mobile Applikation gestartet.“ Ein SMS-Service war dies damals; Leser konnten sich die Spielergebnisse abonnieren. Als die Handys noch einfarbige Displays hatten, hatte der kicker bereits ein WAP-Portal. „Wir haben schon lange an Mobile geglaubt“, meint Wagner. Doch erst mit der Entwicklung der Smartphones sei die mobile Nutzung explodiert. „Wir sind ziemlich gut aufgestellt, weil wir schon lange wussten, was wir tun wollen. Nur die Endgeräte haben gefehlt.“

Zuwachs entgegen des Trends

Während Portale wie Bild.de, Focus online und TV Spielfilm Online im Februar unter anderem wegen des drei Tage kürzeren Monats gegenüber Januar an Visits verloren, legte kicker online im Mobile-Bereich so kräftig wie kein anderes Portal zu: 59.209.917 Visits bedeuteten ein Plus von 40,4 Prozent. Ein zusätzlicher Traffic, der vor allem am Start der Rückrunde der Fußball-Bundesliga lag. Die Tendenz geht – Großereignisse herausgerechnet – dennoch eindeutig nach oben.

Alexander Wagner

Alexander Wagner

„Wir haben es geschafft, die Marke kicker als Nummer eins im Fußball zu positionieren“, erklärt der Redaktionsleiter. „In den vergangenen Jahren haben wir offenbar mehr richtig als falsch gemacht.“ kicker online bietet ein Komplettprogramm: Der Schwerpunkt liegt auf Fußball. „Dort haben wir alles, und alle anderen sportrelevanten Themen haben wir auch“, erklärt der 47-jährige gebürtige Nürnberger. Dadurch müssten beispielsweise Formel-1-Fans nicht zu anderen Portalen wechseln, nachdem sie sich zuvor über die Fußball-Bundesliga bei kicker informiert haben.

Alexander Wagner ist von Beginn an dabei

Alexander Wagner kennt das Online-Geschäft im Verlag von Beginn an. Seit 17 Jahren ist er beim kicker. Sein Team wurde Stück für Stück vergrößert. 17 festangestellte Mitarbeiter zählt die Redaktion inzwischen in der Nürnberger Zentrale. Zusätzlich unterstützt werden Wagner und seine Kollegen außerdem vom Reporternetzwerk der Printredaktion: „Die Zusammenarbeit mit Print klappt sehr gut“, sagt Wagner.

Als Alexander Wagner im Jahr 1997 beim kicker begann, ist im Sommer desselben Jahres das stationäre Internetangebot gestartet. „Ich finde diese digitalen Medien spannend, weil es eine so rasend schnelle Entwicklung gibt“, meint der Diplom-Sozialwissenschaftler.

Seriösität und Glaubwürdigkeit

Eines ist jedoch geblieben: „Wir müssen journalistischer und hintergründiger sein, weil wir keine Live-Bilder aus den Stadien zeigen können.“ Der Markenkern beim kicker sei deshalb – Print wie Online – Seriosität und Glaubwürdigkeit. „Es ist wichtig, sich lieber einmal ein paar Minuten mehr Zeit zu nehmen, um zentrale Quellen nachzurecherchieren.“ Die User honorieren das: Stationäres Internet und Mobile zusammengerechnet, ist der kicker ebenfalls weit nach vorne gesprintet und hat dem ansonsten im Februar eingesetzten Userschwund getrotzt: Auf Platz sieben lag das Portal aus Franken.

Trotz der zu Saisonbeginn runderneuerten iPhone-App und trotz der Weiterentwicklung der Angebote bleibt ein Service seit Jahrzehnten bestehen: Im Print-kicker wird eine Telefonhotline angekündigt, über die der Leser die Spielergebnisse abfragen kann. „Heute wird die Telefonansage aber aus dem Ticker generiert.“