Münchener Mix führt zum Erfolg: Ergebnisse der IuK- und Medienstudie 2014

Wie stark sind die Informations- und Kommunikationsbranche und die Medienwirtschaft in München? Mit dieser Frage beschäftigt sich die IuK- und Medienstudie, die von der Landeshauptstadt München und der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern regelmäßig beauftragt wird. 2014 ist sie zum fünften Mal erschienen.

 

Frau Murfeld, welche Veränderungen zeichnen sich in der aktuellen Studie ab?

Dorothee Murfeld: Zunächst einmal zeigen die Ergebnisse, dass München nach wie vor ein sehr guter Standort für die Informations- und Kommunikationswirtschaft sowie die Medienwirtschaft ist. Die Beschäftigtenzahlen stiegen aktuell in einem guten Maße und die hier angesiedelten Unternehmen blicken positiv in die Zukunft. Zudem spielt die Digitalisierung in allen Branchen eine große Rolle. Einige müssen daher Stellen ab- andere aufbauen. In der Verlagsbranche beispielsweise steigen die Mitarbeiterzahlen derzeit leicht an. Das lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass neue Leute eingestellt werden, die sich gut im digitalen Bereich auskennen.

IHK-Medienexpertin Dorothee Schmeil. Foto: IHK München für Oberbayern

IHK-Medienexpertin Dorothee Murfeld. Foto: IHK München für Oberbayern

Welche Trends zeichnen sich ab?

Murfeld: Der Wirtschaftsschwerpunkt hat sich verändert. Dienst-leistungen und Software-entwicklungen werden immer wichtiger, die Produktion der Hardware hingegen rückt zunehmend in den Hintergrund. Außerdem wird der Wettbewerb generell immer internationaler. Die Unternehmen müssen sich nicht mehr nur mit lokalen Mitbewerbern messen, sondern mit ganz Europa oder den USA. Das ist auch ein großes Thema für Start-ups. Während andernorts vielleicht mehr Hype um sie gemacht wird, werden in München von diesen Jungunternehmen auch tatsächlich Umsätze generiert. Hier kann die Region ruhig noch selbstbewusster auftreten.

 

Welche Ergebnisse haben Sie überrascht?

Murfeld: Trotz vieler negativer Schlagzeilen in den vergangenen Jahren weist das Verlagswesen in München recht stabile Zahlen auf. Seit 2008 sind die Mitarbeiterzahlen sogar leicht gestiegen. Nichts desto trotz müssen die Verlage die Digitalisierung natürlich weiter vorantreiben. Aber mit diesem Ergebnis hätte ich so nicht gerechnet. Erstaunt hat mich auch, dass es seit 2011 etwas mehr Unternehmensauflösungen als -neugründungen gab. Höchstwahrscheinlich hängt dies mit der wirtschaftlich guten Lage zusammen, in der die Unternehmen gute Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten. Dementsprechend geringer ist der Anreiz, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Auch die erfolgreichen Zahlen der Film- und Fernsehbranche hätte ich nicht auf einem so hohen Niveau erwartet. München hat mit 6,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr weitaus höhere Umsätze als Hamburg oder Berlin eingefahren.

 

Welches Resümee ziehen Sie aus den diesjährigen Ergebnissen?

Murfeld: Die Studie zeigt, dass sich der Münchener Mix bewährt. Wir haben internationale Großkonzerne, mittelständische Unternehmen und Start-ups. Und auch die Vernetzung mit der Wissenschaft funktioniert gut. Die Branche besteht aus so unterschiedlichen Unternehmen, dass die wirtschaftliche Lage nicht nur von einem Thema abhängt. Das wiederum macht uns krisenresistenter. Der IHK hat die Studie gezeigt, in welchen Bereichen sie Unternehmen zukünftig noch besser unterstützen kann. Wir werden daher vor allem auch Netzwerkveranstaltungen, Förderinformationen und Themen wie Crowdinvesting noch stärker vorantreiben.

 

Welche Bedeutung hat die Studie für den Wirtschaftsraum München?

Murfeld: Für Unternehmen, die mit dem Gedanken spielen sich in München niederzulassen, bietet sie eine gute Informations- und Ausgangsbasis. Es lassen sich Zahlen, Trends und starke wirtschaftliche Bereiche ablesen. Gleichzeitig kann die Studie erste Anhaltspunkte geben, in welche Bereiche es sich zu investieren lohnt.

Die ganze Studie können Sie unter folgendem Link lesen:

https://www.muenchen.ihk.de/de/innovation/Anhaenge/iuk-und-medienstudie-2014.pdf