Lokalrundfunktage 2019

Das MedienNetzwerk Bayern präsentiert den Mediendemonstrator

Wie sehen Medieninhalte im Automobil der Zukunft aus? Und was können Radiomacher tun, um weiterhin eine zentrale Rolle zu spielen – auch wenn das Fahrzeug irgendwann autonom fährt? Das diskutierten Experten aus der Medien- und der Automobilbranche in einem Panel des MedienNetzwerk Bayern auf den Lokalrundfunktagen 2019. Das MedienNetzwerk präsentierte erstmals den Mediendemonstrator – eine VR-Lösung zum Testen von neuen Ausspielwegen und Formaten im Auto.

Nicht nur die Automobilbranche steht vor einem neuen Zeitalter, auch die Medienbranche ist im permanenten digitalen Umbruch. Im Auto, wo früher das Radio ungeschlagenes Medium Nummer eins war, dringen neue Anbieter wie Spotify oder Apple ein. Connected Cars verstärken die Entwicklung.

Das MedienNetzwerk befasst sich bereits länger intensiv mit dem Thema „Inhalte im Auto der Zukunft“; Unter anderem mit der Konferenz media meets AUTOMOTIVE. Nun hat das MedienNetzwerk gemeinsam mit dem Games-Studio WastedStudios den Mediendemonstrator entwickelt: Eine VR-Plattform, die es Medienunternehmen erlaubt, ihre Inhalte und Formate für neue Fahrsituationen in realistischer Umgebung zu testen und über Gesten oder Stimme zu steuern.

Neue Player im Auto der Zukunft

Teil-automatisches Fahren gebe es bereits und der Weg hin zum autonomen Fahren schreite in großen Schritten voran, sagt Wolfram Tech, Senior Consultant und Geschäftsführer der BCI Group. „Wenn die Augen nicht mehr auf der Straße sein müssen, können wir nicht nur hören, sondern auch lesen oder Bewegtbild konsumieren …“ Auch das Auto ist künftig also interessant für Streaming-Anbieter wie Netflix oder Amazon. Daneben werde Gaming ein relevanter Player, prognostiziert Tech und appelliert: „Radiomacher müssen ihren Footprint drin lassen.“

Dabei helfen soll nun der Mediendemonstrator und Medienmachern ermöglichen, ein Verständnis für das neue Umfeld zu erlangen – indem sie auf der Plattform entwickeln, testen und implementieren. Denn, so betont Jim Sengl vom MedienNetzwerk Bayern: Spätestens wenn das autonome Fahren da ist, müssen die Inhalte stehen.

Das MedienNetzwerk Bayern als Ort für den Austausch

„Was können wir im Auto machen? Wie agieren die Leute überhaupt? Visuell? Über Voice?“, sind etwa die Fragen, mit denen sich der Bayerische Rundfunk bereits intensiv befasst, erklärt Dr. Frizz Lauterbach, Digitalexperte im BR. Hier sieht Dr. Andreas Böhm, Leiter des Cluster Automotive, den großen Mehrwert des Mediendemonstrators: Der Trick an dem Tool sei nicht die Möglichkeit zur Steuerung über Voice oder Gestik an sich – das sei in einigen Autos bereits möglich. „Der Trick ist es, Antworten auf das ‚Wie‘ zu finden. Wie präsentiere ich die Inhalte? Was passt zur Marke, zum Auto?“

Auch, welche Rolle das MedienNetzwerk auf diesem Weg spielen kann, zeigte die Veranstaltung: „Es ist vor allem auch wichtig, sich auszutauschen und Erfahrungen zu teilen – das MedienNetzwerk ist ein wunderbarer Ort dafür“, glaubt Lauterbach.