#Bootcamptagebuch

Data is a Schleifer #1

Das erste Bootcamp-Wochenende haben die Teilnehmer des ifp-Formats Datenjournalismus mit R bereits geschafft. Wie es dem MedienNetzwerk-Stipendiaten Matthias Leitner ergangen ist, erzählt er im #Bootcamptagebuch.

Ja, wir machen das freiwillig. Wir sitzen in einem abgedunkelten Raum, schwitzen, manch einer klagt über Kopfweh, während wir auf eine Konsole in unseren Bildschirmen starren. In meinem Fall  zeigt diese gerade ein unbarmherziges Gewirr falscher Codezeilen, diverse Fehler leuchten in Signalrot auf. Hinter mir steht SZ-Datenjournalist Benedict Witzenberger, er hat das „Bootcamp Datenjournalismus mit R“ konzipiert. Er versucht mir Hinweise zu geben, doch mein Hirn braucht frische Luft – ich flüchte in den Innenhof.

Zwischen Verzweiflung, Motivation, Aufgabe und Erschöpfung

Benedict Witzenberger hat das Bootcamp für die Katholische Journalistenschule ifp konzipiert

Am letzten Tag der ersten Bootcamp Woche ist die Situation dann anders, irgendetwas ist in meinem Kortex passiert. Plötzlich schreibe ich Code und die Konsole bleibt gnädig, ich verstehe mittlerweile sogar – ab und an – worüber Benedict spricht, wenn er uns komplexere Fallbeispiele aufzeigt. Gut auch, dass wir die Schweizer Datenjournalistin Alexandra Kohler kennenlernen und sprechen dürfen, sie stellt uns ihre Projekte zur Überalterung in der Schweiz und zum Gender Gap in Europa vor. Beide hat sie in R erstellt, das sie sich selbst mit Kursen und der Hilfe netter und fähiger Kolleginnen und Kollegen beigebracht hat. Sie kennt ganz genau unseren physischen und psychischen Zustand, der zwischen Verzweiflung, Motivation, Aufgabe und Erschöpfung wechselt. Alexandra kann uns trösten: Das hört nie auf, macht aber trotzdem Spaß und dabei können großartige und relevante Projekte entstehen. Beschwingt und motiviert gehen wir alle in die Pause zwischen den Kursen.

Das Bootcamp wurde von Benedict Witzenberger für die Katholische Journalistenschule ifp konzipiert und ich bin mir sicher, dass es keinen geduldigeren und kompetenteren Lehrmeister als ihn für diese Mammutaufgabe geben kann: Zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland, aus unterschiedlichen Medienhäusern und Fachgebieten, mit unterschiedlichen Wissensständen zum Datenjournalismus, unterschiedlichen mathematisch-statistischen Vorkenntnissen, unterschiedlichen Rechnern mit unterschiedlichen Betriebssystemen, werden von ihm ins kalte Wasser Datenjournalismus mit Code geschmissen.

Ein Hoch auf Tutorials

Coden, Coden, Coden – und das war erst der Anfang beim Datenjournalismus-Bootcamp.

Selbst darf ich mit einem Stipendium des MedienNetzwerk Bayern an dem Bootcamp teilnehmen und freue mich schon gewaltig auf die nächsten Intensivphasen, wenn uns Kollegen und Kolleginnen von der Berliner Morgenpost, dem Bayerischen Rundfunk und der Deutschen Welle einführen in Themen wie: Datenanalyse, Datenvisualisierung und Datenverarbeitung, allesamt auf Basis der Programmiersprache R.

Für mich ist schon jetzt klar: Ich werde mich stark anstrengen müssen, um wirklich in die Codezeilen und die Funktionslogiken der Programmiersprache einzutauchen. Gut, dass wir uns zwischen den Kurseinheiten zu Online-Coding-Treffs zusammenschließen, um unsere Übungsprojekte gemeinsam zu besprechen. Und gut, dass es online so viele Tutorials gibt, mit denen wir in der Zwischenzeit üben können. Hier nur eine kleine Auswahl von fünf Seiten zum Thema „Journalismus mit R“:

Datacamp.com – hier lernen und üben auch die Profis

Rddj.info – hier schreibt Timo Grossenbacher, der Leiter von SRF Data

Storybench.org/welcome-to-data-journalism-in-r-2/ – ein Vertical zu R-Datenjournalismus

Learn.r-journalism.com – ein Onlinekurs zum Thema

Bbc.github.io – so verwendet die BBC R