Kurzgesagt

Wissenschaft als YouTube-Hit

Stringtheorie, Klimawandel, Gentechnik: Keine leichten Themen für Kurzfilme. Mit der richtigen Geschichte und pfiffigen Animationen werden wissenschaftliche Dokumentationen verständlich und unterhaltsam. Das Münchner Unternehmen „Kurzgesagt“ macht es mit seinem YouTube-Kanal vor.

Ein kleiner bunter Vogel im Raumanzug schwebt durch das Weltall. Die Fragestellung: „Was passiert, wenn ich in ein schwarzes Loch falle?“ Und der gezeichnete Hauptdarsteller wagt zum Wohl der Wissenschaft den Sprung. Die Szene ist nicht aus der „Sendung mit der Maus“, sondern aus einem Video der Firma Kurzgesagt.

A star is born: Die Erfolgsgeschichte von Kurzgesagt

Kurzgesagt – In a Nutshell“ ist mit über acht Millionen Abonnenten der erfolgreichste deutsche YouTube-Kanal. Die beliebtesten Filme wurden über 15 Millionen Mal angesehen. Die Themen reichen von Gesellschaft und Philosophie über Physik und Biologie bis hinaus ins Universum.

Hinter den bunten Erklärvideos steckt kein jugendlicher YouTube-Star, sondern ein Team aus über 20 Mitarbeitern. Sie sind Experten auf den Gebieten Storytelling, Recherche, Design, Illustration, Animation, Videoschnitt und Sounddesign. Angefangen hat alles 2013. Philipp Dettmer, der Gründer von Kurzgesagt, lud seine Studien-Abschlussarbeit, einen Film über die Evolution, auf YouTube hoch. Sechs Jahre später ist aus dem YouTube-Kanal ein professionelles Designstudio herangewachsen.

The Fermi Paradox — Where Are All The Aliens? (1/2)

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Hinter den Kulissen: So entstehen die Filme

Mit Wissensdurst, Leidenschaft und Liebe zum Detail entstehen verständliche, unterhaltsame und schlaumachende Filme. Dahinter steckt richtig viel Aufwand. Bis zu 800 Stunden arbeitet das Kurzgesagt-Team durchschnittlich an einem Film. Die Ansprüche an Qualität sind hoch. Nachdem ein Thema recherchiert und ein erstes Skript verfasst wurde, prüfen Wissenschaftler die Fakten. Zu jedem Video erscheint ein ausführliches Quellenverzeichnis. Die Zuschauer sollen alles nachrecherchieren und tiefer in die Thematik einsteigen können.

Lizzy Steib

„Wir versuchen unseren Inhalte so darzustellen, dass sie ein Laie verstehen kann“, erklärt Elisabeth Steib. Sie ist Head of Text und Research und leitet das Redaktionsteam bei Kurzgesagt. Das Storytelling, der Aufbau der Geschichte, mache dabei den Kern aus. Ist das Skript fertig, wird der Film illustriert. Es folgt die Sprachaufnahme, dann die Animation. Für jedes Video wird individuelle Musik komponiert und zum Schluss das Sounddesign drüber gelegt. „Jede Abteilung fügt dem Film eine informative und eine qualitative Ebene hinzu. Der Fokus auf der Geschichte und die Detailverliebtheit bei jedem einzelnen Produktionsschritt unterstreichen unsere Glaubwürdigkeit“, so Steib.

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Spoiler-Alert: So geht es weiter

Die Firma finanziert sich über Anzeigen, Partnerschaften und Crowdfunding. Das Kurzgesagt-Team wird immer häufiger auch von Firmen direkt beauftragt. Erste erfolgreiche Kooperationen gab es zum Beispiel mit Airbus oder der Bill & Melinda Gates Stiftung. Der deutsche Kanal wird mittlerweile von funk, dem Online-Medienangebot von ARD und ZDF finanziert.

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Die Ideen gehen den Machern von Kurzgesagt noch lange nicht aus. Die Themen für das restliche Jahr sind bereits vorgeplant. „Wir wollen unsere Fühler in Zukunft noch mehr in Richtung interaktiver Formate ausstrecken,“ verrät Steib. Außerdem sei ein Buch geplant.

Für den Terminkalender:

Auf der Veranstaltung media meets SCIENCE am 20. Mai 2019 wird Elisabeth Steib hinter die Kulissen von Kurzgesagt blicken lassen und über visuelles Storytelling und Wissenschaftskommunikation sprechen.

media meets SCIENCE ist eine Veranstaltung der Stiftung für MINT-Entertainment-Education-Excellence in Kooperation mit dem MedienNetzwerk Bayern und dreht sich rund um neue Erzählformate und ihre Auswirkungen auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Wissenschaft.

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