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Fünf Fragen an GameInfluencer

Infuencer Marketing – ein Begriff, der in der Markenkommunikation angekommen ist, jedoch auch mit Argwohn betrachtet wird. Der Influencer muss zur Marke passen, sonst bewirkt die gute gemeinte Kampagne schnell das Gegenteil vom positiven Markenbild. Doch wie lassen sich erfolgreiche Paarungen finden? Worauf kommt es bei der Suche an und was muss bei der Umsetzung einer Kampagne beachtet werden? Wo Kunden und Influencer oft an ihre Grenzen stoßen, schalten sich Agenturen ein, die darauf spezialisiert sind, Marken mit authentischen Werbegesichtern zusammenzubringen. Einen Einblick in die Arbeit einer solchen Agentur gibt Benedikt Seitz, Senior PR und Marketing Manager bei GameInfluencer.

  1. Bei einem Influencer mag sich der ein oder andere erstmal den klischeehaften Instagram-Nutzer vorstellen, der sich mit einem Shampoo vor der Kamera räkelt. Was ist ein Game Influencer?

Benedikt Seitz am Games/Bavaria Stammtisch auf der gamescom 2018. Foto: Katrin Baumer

Benedikt Seitz: Ein Game Influencer räkelt sich eher vor dem PC, bewegt sich aber natürlich in ähnlichen Medien: Da gibt es Leute auf Instagram, Facebook oder Twitter. Unsere Hauptkanäle sind allerdings YouTube und Twitch. Dort laden Game Influencer allen möglichen content rund um die digitale Spiele hoch. Der Klassiker ist jemand, der ein Spiel spielt und das kommentiert, während er sich dabei filmt. Dieses Modell ist als Marketing-Instrument in der Gamesbranche mittlerweile ziemlich beliebt.

  1. Warum habt ihr euch auf die Gamesbranche spezialisiert?

Seitz: Für uns liegt die Gamesbranche nahe, weil wir alle einen Hintergrund im Gaming Bereich haben. Deswegen können wir gut verstehen, wie der Markt tickt und wie man Games am besten über Influencer Marketing promoten kann.

Es gibt GameInfluencer jetzt seit knapp drei Jahren. Anfangs beschränkte sich das Portfolio auf Mobile Games, mittlerweile machen wir aber alle Arten von Spielen und auch andere Produkte, die im Games Kosmos verankert sind – etwa Energy Drinks oder  Websites.

  1. Wie findet ihr eure Influencer?

Seitz: Wir haben keine festen Verträge mit Influencern, sondern arbeiten auf Kampagnenbasis mit ihnen zusammen. In unserer Datenbank befinden sich aktuell sechs Millionen Influencer, die wir aus YouTube gecrawlt haben. Wir können zum Beispiel danach filtern, was für Content sie machen, wie viele Follower sie haben, nach der Sprache und danach, was für Games sie spielen.

Wenn wir eine neue Kampagne haben, suchen wir zunächst in der Datenbank Influencer, die der Anfrage entsprechen. Dann gleichen wir manuell ab, wer mit dem Kunden gut zusammenpassen könnte und kontaktieren diejenigen. Inzwischen haben wir auch ein großes Netzwerk an Leuten, mit denen wir bereits zusammengearbeitet haben.

  1. Wie gewährleistet ihr, dass Influencer und Marke tatsächlichen Mehrwert füreinander haben und die Authentizität beider Seiten gewahrt bleibt?

Seitz: Die Sache mit der Authentizität ist ein guter Punkt. Da Influencer Marketing ein recht neuer Bereich ist, wurde in den letzten Jahren viel Schindluder damit getrieben. Einfach, weil die Leute nicht wussten, wie man es am besten anstellt. Zum Glück hat sich das mittlerweile professionalisiert.

Wie ein Influencer ein Produkt glaubhaft rüberbringen kann, ist superindividuell, da gibt es kein generelles Konzept. Jeder erreicht seine Fans anders. Von der jeweiligen Zielgruppe können wir im Vorfeld über einen Algorithmus zumindest schon eine grobe Idee bekommen. Also, aus welchen Ländern kommen die Follower, welche Altersgruppen und welches Geschlecht werden angesprochen. Dieses Wissen ist für die Kundenseite wichtig.

  1. Wer ist als Influencer für eine Agentur beziehungsweise Marke überhaupt relevant?

Seitz: Ein paar 100 Follower wären zu wenig, da wir im Hintergrund relativ viel Aufwand mit Strategie und Briefing betreiben. Allerdings ist die Mindestgröße auch nicht extrem riesig. Wichtig ist vor allem, dass der Influencer qualitativ hochwertigen Content macht und dem Markenkern entspricht. Wenn das bei jemandem gewährleistet ist, der „nur“ 10.000 Subscriber hat,  hat das viel mehr Relevanz als wenn jemand einfach nur eine hohe Subscriber-Zahl mitbringt.