SMART FUTURE im JOSEPHS

Künstliche Intelligenz und Virtual Reality zum Ausprobieren

Noch bis zum 28. August 2018 können die Besucher des Nürnberger JOSEPHS fünf spannende Konzepte zum Thema SMART FUTURE ausprobieren. In seinem Themenschwerpunkt präsentiert das kostenlos zugängliche Innovationslabor unter anderem eine Mobility App, einen Sprachassistenten und eine VR-Brille, die Präsenzschulungen in Zukunft überflüssig machen soll.  

Nachdem es im JOSPEHS zuletzt um Digitalisierung, Megatrends und die Arbeitswelt der Zukunft ging, richtet die Denkfabrik in der Nürnberger Innenstadt mit ihrer momentanen Themenwelt den Blick erneut auf die Frage, wie wir in Zukunft leben können und wollen: Fünf Forschungsinseln laden die Besucher dazu ein, die Prototypen diverser Entwickler – von jungen Start-ups bis hin zu etablierten Unternehmen – zu testen und weiterzuentwickeln. Nach Ablauf von drei Monaten spielt das JOSEPHS die Gedanken und Vorschläge der Besucher direkt an die Entwickler zurück.

Eingang des JOSEPHS in der Nürnberger Innenstadt. Copyright: Fraunhofer IIS

So bietet zum Beispiel die moovel group auf der ersten Forschungsinsel eine Lösung für das derzeit herrschende Wirrwarr an Mobilitätsdiensten an: Die Transportmöglichkeiten einer Stadt oder anderen Location werden in einer App zusammengefasst, sodass der Nutzer über ein einziges Profil alle verfügbaren Dienste nutzen kann. Per Smartphone kann er sich Transportmöglichkeiten zu einem bestimmten Ort oder Event anzeigen lassen. Außerdem ist in das Konzept ein eigener Shuttleservice integriert. Die Besucher des JOSEPHS haben die Möglichkeit, ihn über einen

großen Bildschirm per Simulation auszuprobieren.

Ein Gespräch wie mit einem echten Menschen

Die Forschungsinsel des Unternehmens VITAS mit einem künstlichen Sprachassistenten. Copyright: Fraunhofer IIS

Auf der Forschungsinsel des Unternehmens VITAS steht ein hübsch gedeckter Restauranttisch, der dazu einlädt, einen künstlichen Sprachassistenten auf die Probe zu stellen. Ziel von VITAS ist es, eine selbstlernende künstliche Intelligenz zu entwickeln, die administrative Aufgaben wie Kundenanrufe übernimmt. Potenzielle Kunden sind Hotels oder Arztpraxen. Durch die Unterstützung des Systems sollen sie sich noch besser auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können, während der Anrufer sich fühlt, als spräche er mit einem Menschen.

Dass die künstliche Assistenz noch einen weiteren Weg vor sich hat, zeigte sich gleich zu Beginn der dreimonatigen Testphase. „Der Prototyp wurde noch einmal von den Entwicklern abgeholt, weil der Hintergrundlärm im JOSEPHS die KI verwirrt hat“, verrät Ingeborg Steinmetz, Projektmitarbeiterin des Innovationslabors. „Das macht aber nichts, weil wir uns ja als Ort definieren, wo Dinge noch schief gehen dürfen, wenn die Besucher sie auf Herz und Niere testen.“

Die Feedbackwand der VR-Insel. Foto: Fraunhofer IIS

Neben dem Restauranttisch von VITAS ist eine Pinnwand angebracht, an welcher bereits etliche bunte Zettel mit Feedback kleben. So bemerkt einer der Co-Kreatoren, wie die Besucher im JOSEPHS genannt werden, das System müsse auch Dialekt verstehen können. Zwei andere möchten lieber mit einem „echten Menschen“ reden oder wenigstens gleich zu Beginn des Telefonats darauf hingewiesen werden, dass sich am anderen Ende der Leitung ein Roboter befindet.

Virtual Reality für die Industrie

Auch an der nächsten Station sind bereits zahlreiche Zettel zu finden. Das Konzept stammt von SmartDiF, einem Verbundsprojekt von Fraunhofer SCS, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Schaeffler AG und Siemens AG.Die Forschungsinsel von SmartDiF stellt die Idee vor, Schulungen für Mitarbeiter in Zukunft per VR-Brille durchzuführen. Die Arbeit findet an einer physisch-digitalen Werkbank statt, die per 3D-Simulation erzeugt wird. Nachdem der Nutzer sich die VR-Brille übergestreift hat, kann er auf der Bank die simulierten Arbeitsschritte durchgehen.

„Schulungen über VR-Brillen könnten in Zukunft aufwendige Präsenzveranstaltungen ersetzen“, erklärt Ingeborg Steinmetz. „Wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiter zum Beispiel für die Arbeit auf einer Ölbohrinsel schulen will, ist es sehr viel praktischer, dies über eine VR-Brille zu tun als sie jedes Mal direkt hinzufliegen.“

Auch das Bewertungssystem im JOSEPHS ist sehr interaktiv. Foto: Fraunhofer IIS

Auf der Pinnwand zur Werkbank sind sogar ganz neue Vorschläge für das Konzept zu finden. Auch Feuerwehrleute, Touristen, Endkunden und Fahrschüler könnten in den Augen der Co-Kreatoren von VR-Brillen profitieren.

Wer die Ideen in der Themenwelt des JOSEPHS ebenfalls testen und kommentieren möchte, hat noch bis zum 28. August Gelegenheit dazu in der Nürnberger Innenstadt. Das kostenlose Labor JOSEPHS ist von Montag bis Samstag geöffnet und bietet auch Workshops, Vorträge und weitere interaktive Veranstaltungen an.

 

Virtueller Rundgang durch das JOSEPHS