VisionAward 2018

Change the game – VisionAward und Visionen Symposium

Virtuelle Erlebniswelten, spielerische Bedienkonzepte und Kleidung aus künstlichen Algen – der VisionAward 2018 stand ganz unter dem Motto „Change the game“. Zu Gast war in diesem Jahr zum ersten Mal Georg Eisenreich, Staatsminister für Digitales, Medien und Europa.

Staatsminister Georg Eisenreich. Foto: c/c/c D. Cappadozzi

„Es gibt Ideen, die nicht nur Dinge verändern, sondern auch Dinge auf den Kopf stellen“, fasst Staatsminister Eisenreich die Veranstaltung in einem Satz zusammen. Auf dem Symposium „Visionen: Menschen. Medien. Marketing“ gaben zahlreiche Referenten Ausblick, wie Innovationen unsere Lebens- und Arbeitswelten verändern.

Etwa Virtuelle Realität in Unternehmen. Fast die Hälfte aller Ausgaben in Weiterbildung sei eine Fehlinvestition, so Robert Ehlert, COO new direction. Das Eintauchen in virtuelle Welten ermögliche gehirngerechtes Lernen. Vor allem dort, wo Wissen greifbar werden soll, eigne sich die virtuelle Lernumgebung VR Instruct, um Mitarbeitern die Funktionen neuer Maschinen beizubringen.

In die glitzernde, voll-digitalisierte Einkaufswelt Asiens entführte Carina de Beauval Saxlund, Leiterin des Innovation Labs der Wirecard AG. Dort geht man nicht einfach zum Einkaufen. In Asien wird shoppen zum Erlebnis: Den selbstfahrenden Supermarkt bestellt man sich an die nächste Ecke. Bezahlt wird ausschließlich per App auf dem Smartphone. Und wem das alles zu anstrengend ist, der lässt einen professionellen Einkäufer alles für sich erledigen.

Ulrich Clef, Preisträger Michael Ruhe und Tom Orzikowski von eyecandylab und Siegfried Schneider, Präsident der BLM

In der anschließenden Podiumsdiskussion beherrscht das Thema Datensicherheit das Gespräch. „Wenn wir das Potenzial künstlicher Intelligenz nutzen wollen, brauchen wir Daten. Und Blockchain hilft, dass wir den Daten vertrauen können,“ erläutert Johann Romefort, Tech Evangelist bei Stylight.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation der Preisträger und die anschließende Preisverleihung der VisionAwards 2018. Jedes Jahr zeichnet die Jury Unternehmen aus, die mit einer neuen Geschäftsidee Akzente setzen.

Aus Kassetten-Kindern werden Tonie-Kinder

Staatsminister Eisenreich überreicht den VisionAward an Sven Vaders. Foto: c/c/c D. Cappadozzi

Sven Vaders betritt die Bühne und stellt eine kleine Spielfigur auf einen flauschigen Würfel. Er ist Director Produkt Management & Marketing bei Boxine, sagt aber kein Wort. Stattdessen hält er das Mikrofon vor die Figur und lässt die Toniebox sprechen. 2016 von Patric Faßbender und Marcus Stahl auf den Markt gebracht, hat sich das Audiosystem fürs Kinderzimmer bisher über 300.000 Mal verkauft.

Den ersten Designentwurf nähte Patrics Tante und dieser sieht dem weichen Würfel mit digitalem Kern immer noch ähnlich. Der Lautsprecher kommt ohne Knöpfe und komplizierte Bedienung aus. Um ein Hörspiel zu starten, stellt man die man Hörfiguren wie den Rabe Socke oder Benjamin Blümchen (die Tonies) auf den Hörwürfel. „In der Welt des digitalen Überflusses sehnen sich die Menschen nach etwas zum Anfassen,“ so Vaders. Über eine App lassen sich die Tonies mit eigenen Geschichten besprechen. Ist Papa auf Geschäftsreise, muss die Gute-Nach-Geschichte nicht ausfallen.

Staatsminister Eisenreich überreichte den Sonderpreis „VisionAward_18 – Produkt“ an Sven Vaders: „Mit ihrem Produkt geben sie den Kleinsten der Kleinen Zugang zur digitalen Welt. Und zwar einen sicheren.“

Die Zukunft des Fernsehens ist augmented

Bei der Frage, wer noch ganz klassisch fernsieht, heben sich nur drei Hände. „Unsere Beziehung zu bewegten Bildern hat sich 100 Jahre nicht verändert. Das Erlebnis ist eine Einbahnstraße, Smartphones und Tablets fragmentieren das Erlebnis zusätzlich.“ Für Tom Orzikowski, Co-Founder und COO von Augmen.tv wird der Fernseher zum Second Screen degradiert.

Das Münchener Start-up verbindet TV nahtlos mit Online dank Augmented Reality. Die App des 2017 gegründeten Start-ups Eyecandylab erkennt in Echtzeit das TV-Bild und spielt zeitgenau dazu passende Interaktionen, zusätzliche Inhalte und erweiterte Informationen auf Handy oder Tablet-PC.

Alle Preisträger des VisionAward 2018. Staatsminister Eisenreich überreicht den VisionAward an Sven Vaders. Foto: c/c/c D. Cappadozzi

Verantwortung für unsere Umwelt

Zwei der Preisträger werden für ihre umweltschonenden Innovationen ausgezeichnet. wmoove (www.wmoove.com) ist davon überzeugt, dass sowohl die Probleme aus dem steigenden Energiebedarf als auch aus dem zunehmenden Abfallaufkommen mit einer einzigen Lösung beherrschbar werden. Das in Düsseldorf ansässige Start-up arbeitet an mobilen, flexiblen und wirtschaftlich sinnvollen Lösungen, die Kosten reduzieren und Erträge generieren. wmoove stellt seinen Kunden einfach zu bedienende, kompakte und ultra-leistungsfähige waste-to-energy Verwertungsanlagen in einem kostengünstigen pay-per-use Modell zur Verfügung.

2.600 Liter Wasser, ein halbes Kilo Chemikalien und ein halbes Kilo Dünger werden bei der Herstellung eines einzigen T-Shirts verbraucht. Das Bild, das die junge Mode-Designerin und Gründerin Renana Krebs zeichnet, ist nicht rosig: „An der Farbe der chinesischen Flüsse lassen sich die Modefarben der nächsten Saison erkennen.“ Zusammen mit ihrem Vater, einem Biologen, hat sie eine Alge erfunden aus der sich Bio-Fasern und Farbstoffe herstellen lassen. Diese erneuerbaren und schnell wachsenden Mikroorganismen sind besser für die Umwelt, die Arbeiter und unsere Haut. Das deutsch-israelischen Start-up Algalife (www.alga-life.com) will 2019 mit ersten eigenen Produkten auf den Markt kommen.