VR meets Architectur 10
VR meets Architecture

Mit der VIVE durchs Traumhaus laufen

Wenn Menschen mit großen Brillen auf dem Kopf durch die Räume des MedienNetzwerk Bayern laufen, weiß man: Es dreht sich alles um Virtual Reality. So hat es sich im Eventspace in der Rosenheimerstraße angefühlt, als die Spieleentwickler von WastedStudios und das Architekturbüro Plan2Plus aufeinandergetroffen sind.

Für Architekturbüros, Planungsbüros und Immobilienentwickler stellt sich immer wieder die Frage: Wie kann man Kunden einen Eindruck von einer Immobilie ermöglichen, die es noch nicht gibt? Eine naheliegende Antwort auf dieses Problem ist neben Augmented Reality und Mixed Reality die Virtual Reality. Doch die Anforderungen aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur und Design sind hoch, da eine fotorealistische Darstellung Grundbedingung für die Projektpräsentation bei Auftraggebern und Kunden ist.

Um herauszufinden, ob es schon jetzt möglich ist, ein VR-Modell in so hoher Qualität zu realisieren, haben sich im Rahmen des MedienNetzwerk Bayern das international tätige Münchner Architektur I Innenarchitektur I Design Büro Plan2Plus design und der Spieleentwickler WastedStudios zusammengetan. Bei der Vorstellung des gemeinsamen VR-Projekts wurde schnell klar, dass sich hier ein neues Geschäftsfeld sowohl für die Bau- als auch die Gamesbranche auftut.

Mehr als Prototyping

„In knapp drei Wochen Entwicklungszeit sind wir mit dem leider nur in Teilabschnitten im Maßstab 1:1 begehbaren VR-Modell zu 90 Prozent zufrieden. Um es unseren Kunden und Auftraggebern präsentieren zu können, bedarf es weiterer Performance- und Darstellungsoptimierungen“, so Ralf Peter Knobloch, Geschäftsführer und kreativer Kopf von Plan2Plus. Er beschäftigt sich bereits seit Jahrzehnten mit diesem Thema und sammelt seit fünf Jahren Erfahrungen mit eigenen im Büro Plan2Plus design realisierten VR Projekten mit dem Holodeck des Fraunhofer IIS.

Auch Gamesentwickler Christian Söllner, Geschäftsführer der WastedStudios, sieht klare Vorteile in der branchenübergreifenden Kooperation: „Wir haben uns gut ergänzt. Während wir exakte Vorgaben für die Gestaltung bekommen haben, konnten wir uns auf die Echtzeitberechnung und Interaktivität des Modells konzentrieren.“

Learnings

Nach der „Begehung“ des virtuellen Modells fanden sich alle Beteiligten noch einmal zusammen, um sich über die Learnings und das weitere Vorgehen auszutauschen. Drei Punkte wurden dabei besonders deutlich:

  1. Die Bereiche Architektur, Innenarchitektur und Design haben einen Bedarf für begehbare VR-Modelle, da diese im Planungsprozess für Kunden und Auftraggeber eine echte Entscheidungshilfe bieten und den Planungsprozess günstiger, schneller und effizienter machen können.
  2. Die Qualität, die mit ausreichender Zeit und Mitteln erreicht werden kann, ist das entscheidende Kriterium sowohl auf Seiten der Kosten als auch der Gestaltung. Hier müssen weitere Tests zeigen, inwieweit die Anforderungen erfüllt werden können.
  3. Die Potenziale für die Einbindung weiterer Branchen, wie etwa Smart Home Anbieter, sind enorm und könnten dafür sorgen, dass der Markt für echtzeitfähige VR-Modelle noch lukrativer wird.