Erklär’s der Oma

FOX Networks Group Germany: „Wir haben es geschafft, die Nummer eins zu sein“

Mitten im Münchner Werksviertel sitzt die deutsche Dependence des US-amerikanischen Fernseh Networks 21st Century FOX – bekannt unter anderem durch Publikumserfolge wie Akte X, Dr. House und Die Simpsons. Höchste Zeit, dem Unternehmen einmal einen Besuch abzustatten und hinter die Kulissen zu blicken. Roman Karz, VP Finance & Operations bei der FOX Networks Group Germany, hat dem MedienNetzwerk Bayern im Interviewformat „Erklär’s der Oma“ Rede und Antwort gestanden.

Roman, wie erklärst du deine Jobbezeichnung deiner Oma?

Roman Karz, Foto: FOX Germany

Roman Karz: Der Titel “VP Finance and Operations” hat sich daraus ergeben, dass ich kaufmännischer Leiter war, nun stellvertretender Geschäftsführer bin und Verantwortung für das operative Geschäft hinzubekommen habe. Ich bin dafür verantwortlich, unsere Fernsehsender FOX, National Geographic und Nat Geo Wild in der DACH-Region zu be- und vertreiben. Das bedeutet unter anderem, Highlight-Serien wie The Walking Dead,  Atlanta, Deep State und Dokumentationen für unsere Zuschauer auf den deutschen Markt zu bringen.

Darüber hinaus machen wir mit National Geographic noch viel mehr. Zum Beispiel die Eigenproduktion von Dokumentationen, aber auch das Thema Licensing und Merchandising sind hier im Münchner Büro aufgehängt. Zudem verantworte ich das ganze Finanzgeschäft, damit die Geldströme und das Berichtswesen an alle Shareholder funktionieren. Auf der anderen Seite stimme ich vor Ort mit den Teams das Daily Business ab. Ich hoffe, dass meine Oma das verstehen würde.

Die Büro-Räumlichkeiten im Werksviertel. Foto: Benjamin Heinz

Wie lang gibt es die FOX Networks Group (FNG) schon in Deutschland?

Karz: Dieses Jahr feiern wir zehnjähriges Jubiläum. Als wir nach Deutschland gekommen sind, haben wir zuerst den Schritt in die Hauptstadt gewagt. Doch wir haben schnell festgestellt, dass die großen Player aus dem Pay-TV-Bereich und unsere Mitbewerber in München beziehungsweise Unterföhring sitzen. Der Münchner Standort eignet sich ideal für unser Medienbusiness. Deshalb sind wir nach Unterföhring gezogen.

Mittlerweile sitzt ihr aber nicht mehr in Unterföhring, sondern im Werksviertel.

Karz: 2016 sind wir erneut umgezogen. In unseren alten Räumlichkeiten wurde es einfach zu eng. Als wir das Werksviertel kennengelernt haben und uns gezeigt wurde, was hier entstehen soll in den nächsten Jahren, waren wir sofort Feuer und Flamme. Das Konzept „wohnen, leben, arbeiten“ und der kreative Einschlag hat uns begeistert.

Täglich schaust du aus dem Fenster und siehst irgendwelche Veränderungen. Du hast einerseits zwar den Baulärm, aber andererseits diese Dynamik. Das ist beeindruckend und es wird viel für unsere Mitarbeiter geboten, um sich auch nach Feierabend mal zusammenzusetzen.

Es ist auch schön, so unterschiedliche Einflüsse im selben Haus zu haben. Wir sitzen hier mit der Allianz Global Digital Factory, dann hast du Oliver Kahn mit seiner Stiftung und zum Beispiel auch die kunst-werk-küche, die zusammen mit behinderten Menschen eine Mittagskantine anbietet. Das Werksviertel organisiert regelmäßige Mietertreffen, informiert über Neues und baut ein Netzwerk auf.

Mitarbeiter und Besucher werden von einem der FOX-Helden begrüßt. Foto: Benjamin Heinz

Wie viele Mitarbeiter sind bei der FOX Networks Group Germany beschäftigt? Und was muss man können, um bei euch zu arbeiten?

Karz: Wir sind 44 Festangestellte und haben hier bei FNG ein Trainee-Programm eingerichtet, mit dem wir jungen Talenten die Möglichkeit geben, in unser Unternehmen einzusteigen. Die Trainees sind zwei Jahre da und durchlaufen mehrere Abteilungen.

Wir machen zum größten Teil alles selbst – bis auf die Produktion: Zum Beispiel den Einkauf, die Kommunikation und das Marketing, die Sendeplanung und den Vertrieb.

Was muss man also können? Im Wesentlichen ist es uns wichtig, dass jemand motiviert ist. Klingt zwar platt, aber es ist tatsächlich so, dass wir darauf Wert legen, dass die Leute richtig Bock haben, bei uns mitzugestalten, unsere Serien mögen und sich mit unseren Produkten beschäftigt haben.

Gibt es etwas, auf das du besonders stolz bist?

Karz: Da gibt es einiges. Spontan würde mir jetzt einfallen, dass wir im letzten Monat unseren Ratings-Rekordmonat hatten. Wir haben es geschafft mit FOX im April die Nummer eins der Entertainment-Pay-TV-Sender zu sein. Das Gleiche gilt auch für National Geographic im Doku-Bereich. Und auf dem Münchner DOK.fest wurde unsere erste deutsche Eigenproduktion prämiert: “Schlagzeilen gegen Hitler”.

Ob auch die neuen Räume irgendwann zu klein werden? Foto: Benjamin Heinz

Mit wem würdest du gerne ein Bier trinken?

Karz: Serdar Somuncu, mit dem würde ich sehr gerne ein Bier trinken. Weil ich ihn über seinen Podcast derzeit intensiv verfolge. Er ist ein sehr toller Interviewer, ein großartiger Comedian und ein unglaublich intelligenter Mensch, mit dem ich mich gerne mal austauschen würde.

Was ist eure Vision und wo siehst du FNG in fünf Jahren? Ist es bald zu eng hier?

Karz: Das wäre schön. Die Perspektive ist da, es schlummert noch unglaublich viel Potenzial hier. Grundsätzlich ist aber die Frage, wie sich das ganze Thema Pay-TV in Deutschland entwickelt.

Mit National Geographic haben wir noch viel vor. Das ist eine unglaublich tolle Marke, die es seit 130 Jahren gibt und die viel für unsere Gemeinschaft und unsere Erde tut. Ich glaube, in diesem Bereich können wir in den nächsten Jahren noch sehr viel tun und stark wachsen. Interessant wäre sicherlich auch eine deutsche Eigenproduktion für FOX.

Wo kann man dich die nächsten Monaten treffen?

Karz: Etwas, was ich mir für das kommende Jahr auf die Agenda geschrieben habe: Nach außen hin präsenter zu sein. Aber auf den Medientagen in München bin ich zum Beispiel auf jeden Fall zu finden.