turi2 Mediatalk

„Wir werden eine Verbindung von menschlicher und künstlicher Intelligenz werden“

Am 24. April 2018 ist in München ein spannender Fisch ins Netz gegangen: turi2 launchte seine turi2 edition #6 „Netze“ in der bayerischen Landeshauptstadt. Im Rahmen der Launchparty sprach Peter Turi mit Medienwissenschaftlerin Prof. Miriam Meckel darüber, warum das Gehirn das neue Silicon Valley ist und warum wir umdenken müssen, um die Herrschaft über unsere Gedanken zu behalten.

Fisch und Netz begegnen auch den Lesern der neuen turi2 edition. Und zwar nicht als Metapher, sondern in wörtlichem Sinn. Auf fast 200 Seiten behandelt das Magazin eines der relevantesten Themen gerade für die Medienbranche: Vernetzung. Die Netzwerker, die hier zu Wort kommen, sind teils nicht die, mit denen man rechnet: Eine Mitarbeiterin der Deutschen Post ist mit dabei, eine Netzakrobatin und ein Fischer. Daneben aber auch Namen wie Steffi Czerny, die mit der DLD Conference eines der großen Vernetzungs-Events schlechthin aus der Taufe hob, oder Thomas Vollmoeller, CEO des Karriereportals Xing.

Hier lässt sich ein Blick ins Heft werfen:

turi2 edition #6: Netze.

Die turi2 edition gibt es außerdem als pdf kostenlos zum download.

Mediatalk mit Miriam Meckel

Die Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel ist ebenfalls im Magazin vertreten. Und bei der Launchparty – mit einem Talk über das menschliche Gehirn in Zeiten digitaler Herausforderungen und ihr aktuelles Buch „Mein Kopf gehört mir“ .

So erklärte sie, dass der Mensch neue Strategien brauche, um mit einer sich immer weiter beschleunigenden Welt umgehen zu können. Meckel, die selbst bereits ein Burn-out hinter sich hat, rät vor allem eins: „Ich würde über das Wort ‚wichtig‘ nachdenken. Es ist nicht alles wichtig! Oft gerade das nicht, was wichtig schreit!“

„Wer hat die Herrschaft über meine Gedanken“

Meckels Buch allerdings ist kein Burn-out-Ratgeber. Sie beleuchtet das Gehirn als „Business-Gebiet“. Oder wie es im Klappentext heißt: „Der technologische Fortschritt hat das Gehirn ins Visier genommen.“ Man müsse sich nur ansehen, was bereits alles möglich sei, etwa im medizinischen Bereich, so Meckel: Da können Querschnittsgelähmte allein mit ihren Gedanken einen Roboterarm bewegen. Elon Musk möchte mit Neuralink Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickeln, über die Menschen sich direkt an die Maschinen anschließen können. Nicht zuletzt Mark Zuckerberg, der an einer Möglichkeit arbeitet, Textnachrichten direkt in ein Tool zu denken. „Und dann“, betonte Meckel, „stellt sich die Frage: Wer hat die Herrschaft über meine Gedanken? Wer darf mitlesen?“

Der Mensch werde eine Verbindung aus menschlicher und künstlicher Intelligenz werden, so die Herausgeberin der WirtschaftsWoche, und das sei per se nicht gefährlich. Jedoch: „Wir müssen uns anders um AI kümmern, als wir das bisher tun.“ Denn die künstliche Intelligenz habe zwar großes Potenzial, dieses könne sich jedoch auch negativ auswirken. Wird sie klüger als der Mensch, lässt sie sich nicht mehr steuern. Etwas, das unbedingt im Blick behalten werden müsse, so Meckel: „Der Mensch ist nicht automatisch Herr in seinem Oberstübchen.“

Hier können Sie sich den gesamten Mediatalk mit Miriam Meckel ansehen:

Miriam Meckel erklärt die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz

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