Viond

360° Experiences leicht gemacht

Der Blick in die Zukunft der Medien ist untrennbar verbunden mit der Frage: Wie werden wir künftig Inhalte konsumieren? Welche Tools werden wir nutzen, welche Ausspielwege? Eine Technologie, die bereits seit einigen Jahren als starker Player für künftige Erzähl- und Marketingstrategien gehandelt wird, sind erweiterte oder virtuelle Realitäten. Darunter fallen 360° Experiences. Waren die interaktiven Erlebnisse bisher für Unternehmen mit hohem Aufwand und Budget verbunden, möchte nun das Münchner Start-up Viond einfachen Zugang zu neuen Erzählwelten schaffen.

Rolf Illenberger

Seit Ende Februar 2018 ist Viond online. Zwei Jahre lang arbeitete das Team rund um Rolf Illenberger, den Gründer und CEO des Start-ups, intensiv an der Plattform, die es ermöglicht, professionelle 360° Experiences zu erstellen. Zwei Jahre, in denen zahlreiche Unternehmen bereits erste Gehversuche im Bereich Immersive Media machen und den Nutzen für sich austesten konnten. Für Rolf Illenberger, gute Voraussetzungen: „Der Hype ist durch, aber der Nutzwert des Mediums wird jetzt erst so richtig offenbar. Wir führen jetzt nicht mehr Diskussionen im Sinne von: ‚Lass mal was in VR machen, zeig doch mal‘. Wir diskutieren rational anhand eines Use Case.“

Einige Bereiche haben sich als besonders geeignet für die neue Art des Erzählens erwiesen. „Es gibt kommunikative Herausforderungen, die in 360° besser erzählt werden können als in anderen Medienformen“, so Illenberger. „ Das sind zum Beispiel Trainings- und Ausbildungsinhalte wie Sicherheitsschulungen. Oder ganz generell die Möglichkeit, Nutzer an Plätze mitzunehmen, die man im Normalfall nicht ohne Weiteres besuchen kann. Zum Beispiel Produktionsanlagen oder Konzernzentralen. Letzteres ist vor allem vor dem Hintergrund der steigenden Bedeutung von Employer Branding relevant.“

Einsatzmöglichkeiten für Medienhäuser

Bild: Viond

Aber auch für die Medien gibt vielfältige Möglichkeiten, weiß der Experte, der lange bei ProsiebenSat.1 Media tätig war. Dort liegen auch die Ursprünge von Viond, das dann aber als eigenständiges Projekt weitergetrieben wurde. „Einer unserer Entwicklungspartner ist die Süddeutsche Zeitung“, verrät Illenberger.  „Die haben ihre „SZ VR“ App schon lange im Appstore und veröffentlichen regelmäßig 360° Experiences.“  Die Themen, die hier über 360° erzählt werden, sind breit gefächert: Sie reichen von der Zukunft der Ernährung über Skispringen in Oberstdorf, Münchens neue Bahnhöfe bis hin zu einer Geschichte über Flüchtende auf der gefährlichsten Fluchtroute der Welt. So unterschiedlich die Stoffe sind, eines ist ihnen gemeinsam: In 360° lassen sie sich mit ganz neuer Intensität erzählen.

Doch nicht nur große Medienhäuser sollen künftig die Möglichkeit haben, interaktive Experiences zu erstellen. „Das Problem, das viele – gerade kleinere – Unternehmen bisher hatten, war nicht, dass das Medium für sie nicht interessant ist, sondern dass die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht aufging.“ Heißt: 360° Projekte waren schlicht zu teuer.  Ein Punkt, an dem Illenberger und sein Team ansetzten: „Es muss günstiger und einfacher gehen!“ Ihre Lösung heißt Viond.

Viele Wege führen zum Ziel

Das stolze Team beim Launch von Viond. Foto: Viond

Das zehnköpfige Kernteam des Start-ups, das viel mit Freelancern zusammenarbeitet, möchte den Weg für unkomplizierte und finanzierbare 360° Grad Erlebnisse ebnen: „Voraussetzung ist, dass die Leute 360° Content haben“, erklärt Illenberger. Mithilfe des Tools lässt sich daraus dann eine Experience zusammenbauen. Und dafür muss man kein Experte sein. „Wer sich mit Powerpoint auskennt, kann unser Tool aus dem Stand bedienen“ ist der CEO von Viond überzeugt.  Die Schnittstelle „Programmierer“ entfällt somit.

Um die Inhalte öffentlich zu machen, bietet Viond drei verschiedene Varianten: Vom Basis Paket mit Veröffentlichung der Viond Player App über eine White Label Lösung für umfangreichere Experiences bis hin zu einer Mediathek für 360° Inhalte.

Ein überzeugender Start

Zwei Monate in Aktion, zuvor etwa vier Monate in der Beta-Phase, ist sich Illenberger jetzt schon sicher: „Viond hat ein enormes Marktpotenzial, ist massentauglich und wird weltweit vertrieben.“ Der Standort München bietet dafür ein gutes Fundament, so Illenberger:  „Ich schätze die Nähe zu vielen großen Konzernen, Medienunternehmen und Agenturen.“  Und auch, was die Unterstützung für Gründer angeht, fand der Viond CEO offene Türen:  „Unser Fundraising habe ich fast ausschließlich in München getätigt. Die Stadt bietet optimale Voraussetzungen, wenn man eine gute Idee hat.“

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