Games-Development

Salmi Games: Mit Virtual Reality wachsen

Wenn die Debütproduktion eines Spiele-Entwicklers weltweit Auszeichnungen abräumt, dann lohnt sich ein näherer Blick auf die Schöpfer: Salmi Games heißt das Fünf-Mann-Team aus München, „Ellipsis“ sein puristischen Erstlingswerk. Das war aber erst der Anfang. Da kommt was richtig Großes.

Die Debütproduktion von Salmi Games: "Ellipsis" ist ein pur gestaltetes Reaktions-Puzzlespiel, das rund um die Welt Auszeichnungen abräumt

Die Debütproduktion von Salmi Games: „Ellipsis“ ist ein pur gestaltetes Reaktions-Puzzlespiel, das rund um die Welt Auszeichnungen abräumt (Screenshot: Salmi Games)

Die Website mit der Adresse playellipsis.com empfängt seine Besucher mit einer Mischung aus kühlen Computergrafiken und salbenden Worten. „MomoCon 2016 – Best Indie Game“ steht da zu lesen, gleich neben „Intel Level Up – Game of the Year“ und „Tokyo Game Show – Official Selection“. Die Lobpreisungen aus aller Welt gelten „Ellipsis“, dem Debütwerk des Münchener Spielentwicklers Salmi Games. Bei „Ellipsis“ handelt es sich um ein reaktionsintensives Puzzlegame, das mit purer Schönheit Neugier weckt und mit klugem Gameplay taktisches Denken schult.

Games-Hochburg Bayern

Keine In-Game-Werbung, keine In-App-Purchases, keine in Bits und Bytes versteckte Umsatzoptimierung, stattdessen einfach nur Gameplay: „Ellipsis“ kommt in Zeiten von Lootbox-Diskussionen bei Awardträgern und dem Publikum gut an. Seit seinem Debüt auf iOS-Systemen im Januar 2016 und zeitlich gestaffelten Releases auf weiteren Plattformen sammelt „Elllipsis“ rund um den Erdball begeisterte Kommentare. „Selbst wenn wir den Break-even noch nicht ganz erreicht haben, sind wir sehr, sehr stolz auf Ellipsis, unser erstes Spiel!“, erzählt Yacine Salmi, Gründer von Salmi Games und kreativer Kopf hinter „Ellipsis“.

Yacine Salmi: Gründer und Kopf von Salmi Games. Er will sein Unternehmen in den kommenden zehn Jahren nachhaltig zum Gamedeveloper aufbauen

Yacine Salmi: Gründer und Kopf von Salmi Games. Er will sein Unternehmen in den kommenden zehn Jahren nachhaltig zum Gamedeveloper aufbauen. (Foto: Richard Löwenstein)

Yacine ist 36 Jahre jung, hat in seiner englischen Heimat Computerwissenschaft studiert und über einen Masters-Kurs für Spiele-Programmierer den Weg in die Gamesbranche gefunden. Heute entwickelt Yacine von Trudering im Münchner Südosten aus Entertainment-Software. Warum hier, weshalb Bayern? „Wegen der enorm hohen Lebensqualität. Hier sein zu dürfen, macht mich glücklich. Davon abgesehen ist München ein tolles Pflaster für Gamedeveloper. Bisschen teuer zwar, dafür mit großartigem Netzwerk. Die Community ist gut vernetzt und hat im WERK1 ein großartiges Hub, es gibt eine gut funktionierende Förderung durch den FFF Bayern, die Industrie kann aus einem große Pool an Talenten schöpfen. Mich spornt das total an.“

Mit VR-Power will Salmi Games zum Erfolg

Firmengründer Yacine Salmi bildet den Dreh- und Angelpunkt eines Teams aus vier Mitarbeitern. Die kleine Mannschaft hat große Ziele. Salmi Games soll organisch wachsen und gedeihen. „Das ist mein dritter Versuch, eine Firma groß zu ziehen. Ich betrachte Salmi Games als nachhaltiges Unternehmen. Momentan finanzieren uns aus Beratungs- und Entwicklungsdienstleistungen, und zu rund 30 Prozent aus Games-Umsätzen.“ In seinem Kopf trägt Yacinee eine klare Vorstellung davon, wie seine Firma in zehn Jahre aussieht: „Dann besteht Salmi Games aus 20 bis 30 Angestellten, die an drei bis vier Projekten arbeiten. Wir testen parallel mehrere Spiele-Prototypen und entwickeln die vielversprechenden Ideen zur Marktreife weiter“.

Der Spieler führt einen wütenden Riesengorilla und demoliert per Virtual Reality-Headset eine Cartoonstadt. Er sieht sich mit bis zu vier Mitspielern konfrontiert, die per PC-Controller eingreifen.

Der Spieler führt einen wütenden Riesengorilla und demoliert per Virtual Reality-Headset eine Cartoonstadt. Er sieht sich mit bis zu vier Mitspielern konfrontiert, die per PC-Controller eingreifen. (Screenshot: Salmi Games)

Mit Yacine an einem Strang ziehen – Stand Dezember 2017 – Stefan Hell, Marcus Ihde and Max Abstreiter als Programmierer sowie Niklas Wachter als studentischer Marketing-Praktikant. Dazu kommen externe Mitarbeiter, darunter Audioprofi Filippo Beck Peccoz (hat u.a. „Shadow Tactics“ vertont) und Artdirector Simone Mändl (hat u.a. „Cubiverse“ illustriert). Das neue Ziel? Ein aufregendes buntes Virtual Reality-Partygame namens „Late for Work“. Held der Welt ist ein Riesengorilla, groß wie ein Hochhaus, mit Schlips, Kragen und Aktenkoffer auf dem Weg zur Arbeit. Er hat Schlüsselbund, Portemonnaie und andere Dinge des täglichen Lebens verloren, die sind nun irgendwo in den Straßen kleiner Menschenstädte verschollen. Doch der Riesengorillas will pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen. Und so trampelt er rücksichtslos über Autos und durch Häuser, und sucht nach vermisstem Hab und Gut.

Nachhaltig entwickeln

Die neue Salmi-Produktion verbindet Hightech-Spiel und Familien-Spaß. Der Spieler, der den Gorilla führt, tut das per Virtual Reality-Headset auf dem Kopf. Er fühlt sich also mittendrin statt nur dabei, wenn er Autos von der Straße schleudert und Häuser aus dem Boden reißt. Bis zu vier Mitspieler steigen in die Action ein. Sie benötigen kein VR-Headset, sondern lediglich einen konventionellen PC-Controller. Die Mitspieler schlagen sich auf die Seiten der Menschen und stellen sich mit Panzern, Kampfflugzeugen und anderem Gerät dem Gorilla entgegen. Das Resultat ist totales Tohuwabohu und ein riesengroßer Spaß. Der Vergabeausschuss für Gamesförderung des FFF Bayern erkannte das Unterhaltungspotenzial von „Late for Work“ sehr früh und beschloss bereits Ende 2016 die Förderung einer Konzeptentwicklung mit 20.000 Euro.

Der Spieler führt einen wütenden Riesengorilla und demoliert per Virtual Reality-Headset eine Cartoonstadt. Er sieht sich mit bis zu vier Mitspielern konfrontiert, die per PC-Controller eingreifen.

Der Spieler führt einen wütenden Riesengorilla und demoliert per Virtual Reality-Headset eine Cartoonstadt. Er sieht sich mit bis zu vier Mitspielern konfrontiert, die per PC-Controller eingreifen. (Screenshot: Salmi Games)

Seitdem ist ein gutes Jahr vergangen und einiges passiert. Salmi Games hat eine frühe spielbare Probeversion von „Late for Work“ produziert und stellt sie als sogenannten Steam Early Access kostenlos für Oculus- und Steam VR-Plattformen bereit. Obwohl noch in sehr rohem Zustand, räumt diese Version schon wieder Preise ab: Im Dezember 2017 den Award für Bestes VR-Game beim Deutschen Entwicklerpreis 2017, kurz darauf den Jury-Award beim X-Mas Pitch 2017 von Games/Bavaria. Beste Voraussetzungen also für das ehrgeizige Vorhaben des Firmengründers. Er will Salmi Games nachhaltig etablieren als Spezialist für Games, Virtual Reality und weitere Zukunftstechnologien. Sollte man im Blick behalten.

Zur Website von Salmi Games geht´s hier lang…