GDM

„Es muss nicht immer nur die Tafel sein, oder ein Blatt Papier“

Benjamin Heinz arbeitet beim Cornelsen Verlag als Marketing Manager für das mBook – ein digitales Schulbuch. Nebenbei ist er selbstständiger Social Media Manager und PR-Beauftragter unter anderem für das Eichstätter Institut für digitales Lernen und die MEDIENTAGE MÜNCHEN. Im Interview erzählt er von virtuellen Touren durch den Magen, wie man vom Historiker zur Öffentlichkeitsarbeit kommt und warum Eichstätt für Konferenzen der beste Standort ist.

Wer bist du und was machst du?

Benjamin Heinz. Foto: Florian Sochatzy

Benjamin Heinz: Hauptberuflich arbeite ich seit ein paar Monaten als Marketing Manager für das mBook beim Cornelsen Verlag. Nebenbei bin ich selbstständig und unter anderem für das Institut für digitales Lernen tätig. Das Institut kann als eine Art Hybrid gesehen werden und ist auch Ursprung für meine Tätigkeit bei Cornelsen, denn es ist der Verlag, der das mBook erfunden hat. Dieses ist von Cornelsen übernommen worden.

Zum anderen ist das Institut ein Think Tank, der sich im weitesten Sinne mit dem Thema digitale Bildung befasst und ständig neue Formate dafür entwickelt – unter anderem die GDM-Konferenz, eine Veranstaltungsreihe, die das Institut vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. Die Abkürzung bedeutet „Gesellschaft und digitale Medien“. Diese Konferenz beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten der Digitalisierung.

Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Benjamin: In diesem Jahr wollen wir zum Beispiel ausloten, wie man die neuen Technologien VR und AR nicht nur für Unterhaltung, sondern auch für den Bildungsbereich verwenden kann. Neben Best Practice Beispielen und verschiedenen Cases zeigen wir, wer überhaupt die wichtigen Akteure in dem Bereich sind. So wollen wir den Aufbau eines Netzwerks ermöglichen.

Eine der Speakerinnen ist Susanne Rupp vom Cornelsen Verlag: Sie ist für einen Prototyp verantwortlich, den Cornelsen zusammen mit Samsung entwickelt hat, eine VR-Anwendung für den Bio-Unterricht. Mithilfe einer App kann man in Zweierteams spielerisch durch den Magen laufen und lernen, was sich da so tut, wenn man zum Beispiel einen Cookie isst. Besonders gefällt mir daran, dass man das Ganze nur zu zweit spielen kann – der eine hat die Brille auf, der andere das Tablet in der Hand.

Die Welt in a Nutshell

Wie erklärst du deiner Oma deinen Job?

Benjamin: Eigentlich erzähle ich den ganzen Tag, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema digitale Bildung zu beschäftigen. Ich versuche zu bewirken, dass bei den Leuten ein Umdenken einsetzt: Es muss nicht immer nur die Tafel sein, oder ein Blatt Papier.

Wie bist du zum Institut für digitales Lernen gekommen?

Benjamin: Der frühere Geschäftsführer Florian Sochatzy war mein Dozent an der Universität Eichstätt. Offensichtlich bin ich ihm während der Vorlesung positiv aufgefallen: 2011 hat er mich als wissenschaftliche Hilfskraft beim Institut für digitales Lernen eingestellt. Das war zu den absoluten Anfangszeiten, da gehörte das Institut noch zur Uni. Erst später hat es sich zum eigenständigen Unternehmen gebildet. Diese Reise habe ich dann weiter mitgemacht.

Ursprünglich habe ich Geschichte studiert, im Bachelor und im Master. Weil ich mich irgendwann stark in Richtung Marketing orientierte, kam im Master noch BWL mit dazu.

Wie ist es, für ein Unternehmen mit Sitz in Eichstätt zu arbeiten?

Benjamin: Für mich persönlich bedeutet es durch den Job bei Cornelsen vor allem, viel herumzufahren. Dass das Institut in Eichstätt geblieben ist, finde es sehr spannend. Es hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen können durch die Nähe zur Uni direkt neue Mitarbeiter rekrutiert werden. Zum anderen sind die Wege sehr kurz, was so eine Tagung wie die GDM leicht organisierbar macht. Du kennst die Leute, die die Location betreiben. Du kennst die Verantwortlichen für das Catering, weil es das Café ist, in das du ohnehin täglich gehst … in Eichstätt hast du sozusagen die Welt in a Nutshell.

Solltest du jemals im Aufzug stecken bleiben – mit wem am liebsten?

Benjamin: Gar nicht so einfach. Mit Mark Zuckerberg vielleicht. Den würde ich dann fragen, wie man etwas, das so erfolgreich ist wie Facebook, weiterentwickelt und erneuert. Wie man es schafft, dass es nicht langweilig wird. Als Social Media-Mensch würde ich ihm außerdem sämtliche Tricks entlocken, wie ich Facebook für meine Zwecke – also die Bildung – hacken kann.

 

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