AWE Europe

Stimmen zur Augmented World Expo in München

Ein hochkarätiger Neuzugang für München: Mit der Augmented World Expo (AWE) kommt am 19. und 20. Oktober die weltweit größte Konferenz und Ausstellung für AR und VR in die bayerische Landeshauptstadt. Im MOC Veranstaltungscenter zeigen Experten und Aussteller aktuelle Entwicklungen und Trends.

Seit 2010 bringt die AWE die internationale Branche in den USA zusammen. In Zahlen: 5.000 Teilnehmer, 200 Speaker und über 200 Aussteller. Dabei hat die AWE eine große Mission: „AR and VR are bringing superpowers to the people and this year we are on a mission to highlight how to use these Superpowers to Change the World“, steht auf der Website.

Dass es großen Bedarf gibt, die Supermächte AR und VR zu nutzen, zeigt die Tatsache, dass die AWE wächst und ihre Standorte erweitert: Mit der AWE Europe ist sie im letzten Jahr nach Deutschland expandiert und mit der AWE Asia nach China. Obwohl 2017 erst die zweite europäische Veranstaltung stattfindet, können sich auch diese Zahlen sehen lassen: 2017 werden in München 1.500 Teilnehmer die Möglichkeit haben, 100 Speakern und 100 Ausstellern zu begegnen, die ihnen Trends und erfolgreiche Geschäftsmodelle aus den Bereichen AR- und VR präsentieren.

Aber was bedeutet es für die Branche, die AWE in München zu haben? Wie hilft die Konferenz, die Entwicklungen in den Bereichen AR- und VR voranzutreiben? Und worauf freuen sich Veranstalter und Teilnehmer besonders? Das MedienNetzwerk Bayern hat sich umgehört.

Ori Inbar, Gründer der AWE

Ori Inbar © AWE/Ori Inbar

„Als Gründer von Ogmento, einem der ersten AR-Unternehmen in den USA, suchte ich nach einer weltweiten Zusammenkunft von Gleichgesinnten – und es gab keine. Also habe ich mich mit drei anderen AR-Enthusiasten zusammengetan und etwas Eigenes auf die Beine gestellt. An der ersten Ausgabe der Augmented World Expo nahmen 300 Leute und unter 20 Aussteller teil – die Pioniere der AR-Industrie. Das Event wuchs exponentiell – ähnlich wir der ganze Markt. Jetzt, wo die ganzen großen Player mitziehen und ein neues Bewusstsein für VR und AR entstanden ist, kommt es zum richtigen Durchbruch.

Auf der AWE Europe in München präsentieren in diesem Jahr Unternehmen wie Coca Cola, Audi und Siemens, wie sie AR und VR für erfolgreiche Geschäftsmodelle einsetzen.

Seit wir mit der AWE im Jahr 2010 in Kalifornien gestartet sind, gab es die Nachfrage, die Konferenz nach Europa zu bringen. 2016 war es dann in Berlin soweit. Dort gibt es eine fantastische Start-up-Community und tolle, junge Vibes, die sich auch im Event-Erfolg widerspiegelten. Allerdings haben unsere Aussteller uns darauf aufmerksam gemacht, dass die höchste Konzentration von Großkonzernen, die von AR profitieren könnten, in der Nähe von München liegt. Zudem gibt es auch in dieser Region zahlreiche AR- und VR-Start-ups und Creators, die der Freistaat Bayern unterstützt. Das hat uns überzeugt, München als neuen Austragungsort zu etablieren.“

Astrid Kahmke, Creative Director beim Bayerischen Filmzentrum

Astrid Kahmke. Foto: Bayerisches Filmzentrum

„Das Thema AR und VR ist mittlerweile so komplex und vielschichtig, dass es für VR Creators, Produzenten und Firmen eigentlich keinen Sinn mehr macht, Events zu besuchen, die „einmal bitte alles“ anbieten. Die Branche ist in den letzten drei Jahren so schnell gewachsen, dass ein klarer Fokus nicht nur Sinn macht, sondern notwendig ist. VR und AR sind Zukunftsmedien, Zukunftstechnologien und Zukunftsmärkte. Eine eigene Konferenz, die die neuesten Entwicklungen, spezifisches Fachwissen und Visionen präsentiert, ist hier unabdingbar. Wir brauchen die Vernetzung und den permanenten Wissensaustausch, um erfolgreich zu sein.

Als Global Citizen mit europäischem Herz und einer Münchner Seele freue ich mich unbandig, dass dieses internationale und in seiner Art einmalige Event nach München kommt und meine Stadt für zwei Tage zum pulsierenden Mittelpunkt der VR- und AR-Innovationen macht. Was das für den Standort bedeuten kann, wissen wir von unserer Vernetzungsarbeit im Bayerischen Filmzentrum: Internationale Experten und Branchenkenner bringen ihr Wissen und ihre Neugierde mit, lokale Firmen und Kreative profitieren hier nicht nur vom Austausch, sondern auch von den zahllosen früchtetragenden Vernetzungen für zukünftige Kollaborationen. Internationale Konferenzen sind gerade in Zukunftstechnologien und in innovativen Medien unverzichtbar – weil hier global gearbeitet wird.

Am meisten freue ich mich auf den Austausch. Als Nachwuchsförderer sind uns die Start-ups nahe, und dort werde ich sicher auch intensive Gespräche führen. Ich werde beide Tage von früh bis spät dabei sein und so viel für mich mitnehmen, wie ich kann.“

Dirk Schart, Head of PR & Marketing der RE’FLEKT GmbH

Dirk Schart. Foto: REFLEKT

„Die AWE zeigt die aktuellsten Entwicklungen im Bereich AR und VR – mit internationalen Ausstellern, Rednern und Teilnehmern. Nirgendwo sonst in Europa gibt es eine bessere Gelegenheit, sich vor einem großen Fachpublikum zu präsentieren. Insbesondere in diesem Jahr, wo Apple, Facebook und Google ihren Einfluss auf AR und VR gezeigt haben, ist das Interesse sehr groß.

RE’FLEKT ist seit Jahren Partner der AWE. Wir sind jedes Jahr im Silicon Valley als Aussteller und Sponsor dabei und unterstützen Ori Inbar und sein Team, das Event noch erfolgreicher zu machen – da wir die Szene in Europa kennen, unterstützen wir auch den Aufbau der AWE Europe. München ist der perfekte Ort dafür, weil wir neben den AR- und VR-Unternehmen und innovativen Start-ups den Mittelstand und die Konzerne haben, genauso wie die Wissenschaft mit exzellenten Universitäten.

Mein Highlight bei der AWE ist immer die Mischung aus Präsentationen und Ausstellung. Sie schafft es wie kein anderes Event, beides miteinander zu verbinden. Dazu natürlich die internationale Ausrichtung und unsere eigene Präsenz mit einem tollen Stand und spannenden Vorträgen.“

Christoph Minnameier, Professor für Gamedesign an der Mediadesign Hochschule München

Christoph Minnameier. Foto: privat

„Ich bin überzeugt, dass VR und AR kein vorübergehendes Phänomen sind, sondern ein neues Medium, das alle anderen überholen und in großen Teilen ablösen wird. Bis die AR-Brille das Handy und den Monitor auf dem Schreibtisch oder sogar die Kontaktlinse im Auge den Fernseher im Wohnzimmer ersetzt, wird es noch dauern, aber es wird passieren. Und schon für die heute verfügbaren Technologien existieren so viele Einsatzmöglichkeiten, dass man als Einzelner gar nicht den Überblick über alle Bereiche haben kann. Ein Austausch lohnt sich deshalb für alle Beteiligten.

An der Mediadesign-Hochschule spielt AR und VR eine sehr wichtige Rolle. Wir haben Oculus Rift schon benutzt, als es noch keine Consumer-Version gab und dann mit neuen Releases bis zur Consumer Version mit Oculus Touch aufgerüstet. Auch Google Glass, Google Cardboard, HTC Vive und Google Daydream haben wir für den Studiengang Game Design im Haus, und zur Zeit vorübergehend eine Hololens. Eine Meta 2 ist vorbestellt. Das ist wichtig für unsere Studierenden, die mit diesen Technologien erfolgreich Projekte umsetzen und sich so ein wettbewerbsfähiges Portfolio erarbeiten.

Ich freue mich auf der AWE vor allem auf den Austausch mit Professionals aus der Industrie, und bin besonders gespannt auf den Vortrag “Web AR – The Way Forward” von Shrenik Sadalgi über die Einbindung von Web in AR.“