Transforming Media 2017

Keine Innovation in alten Strukturen

Ein YouTuber mit Heavy Metal Channel und Fair Trade Label, datengetriebene Gartentipps, Gamesentwicklung nach Belohnungsprinzip und ein Plädoyer gegen den üblichen „Verlagsbullshit“. Auf der Transforming Media 2017 war so einiges geboten. Ein Resümee in Videos und Bildern.

In seiner Begrüßung betonte der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, Siegfried Schneider, wie wichtig es sei, über den Tellerrand zu blicken und von anderen Playern zu lernen – etwa von der Gamesbranche: „Als eine der ersten Branchen hat die Gamesbranche verstanden, dass man vom Kunden aus denken muss“, so Schneider. Wie das funktioniert und worauf man achten muss, erklärt der erste Keynote Speaker Christopher Hecht.

Von Vorreitern lernen und in Nischen schlüpfen

Nicht nur die Gamesbranche, auch andere Branchen gaben in Nürnberg Einblicke in ihre innovativen Geschäftsmodelle und Tipps, mit welchen Mitteln Kunden erreicht und digitale Inhalte monetarisiert werden können.

 

Der CEO des Ebner Verlags, Gerrit Klein, zeigte, wie das Verlagshaus mithilfe einer grundlegenden Transformation den Blick auf die Kunden richtet und jeden auf dem für ihn relevanten Kanal erreichen will. Nicht das Produkt dürfe im Fokus stehen, sondern die Inhalte – und, dass diese auch beim Zielpublikum ankommen, so Ebner.

Am Beispiel verschiedener Cases zeigte Oliver Autumn, der Gründer des VR Business Club, welche Möglichkeiten immersive Medien in der Ansprache der Nutzer bieten.

Daniel Fiene führte vor, warum Podcasts im Zeitalter von mobilen Endgeräten das neue Lesen sind.

Über Vor- und Nachteile eines Micro-Influencers auf YouTube und die Alternativen zum Webvideo-Riesen sprachen „Der dunkle Parabelritter“ Alexander Prinz und Katharina Meissner von den Crowd Architects.

Das Online-Gartenmagazin Plantura stellte seinen datengetriebenen Ansatz vor, Inhalte zu generieren, und zeigte, wie sich damit beachtliche Reichweiten aufbauen lassen. Gründer Felix Lill betonte, dass es nicht ausreiche, sich beim Erstellen von Inhalten auf sein Bauchgefühl zu verlassen.

Einen Ausweg aus der Filterbubble zeigte The Buzzard. Das Start-up hat den Anspruch, digitaler Navigator für politische Themen zu sein.

Und nicht zuletzt wurde bei der Abschlussdiskussion mit Professor Wolfgang Schweiger vom Institut für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim über die Medienwelt der Zukunft deutlich, dass es kein Patentrezept gibt. Besonders in der Nische liegen Potenziale, journalistische Geschäftsmodelle können jedoch keine Lösung für alle anbieten. Die Transformation der Medien bietet weiterhin viel Platz für Experimente, neue Ideen und Austausch.

Transforming Media in Bildern