Update Games 2017

„Wir müssen Firmen aufbauen, die nachhaltig selber Gewinn erwirtschaften“

Eine Zwischenbilanz zum bayerischen Games-Markt und der Entwicklung des Games-Standorts lieferten der FilmFernsehFonds Bayern (FFF), SKW Schwarz Rechtsanwälte und Games Bavaria Munich e.V. beim 6. Update Games. 

Michaela Haberlander. Foto: Jim Sengl

„Viele hier haben ihre Passion zum Beruf gemacht“, begrüßte Förderreferentin Michaela Haberlander Publikum und Speaker in den Räumlichkeiten der LfA Förderbank Bayern. Eine Passion, die 2018 mit 1,9 Millionen Euro vom FFF unterstützt wird. Um 400 Prozent sind die Fördersummen gestiegen, die der FFF an bayerische Entwicklerstudios verteilen darf. Das ist mehr als jedes ander Bundesland zur Verfügung stellt.

Und auch die Vergabe-Runden haben sich von zwei auf drei erhöht. Mit ein Grund, warum Michaela Haberlander seit April diesen Jahres Unterstützung bekommen hat: Mit ihr moderierte Lena Fischer das 6. Update Games.

Stefan Schicker. Foto: Katrin Baumer

Zum Einstieg setzte Stefan Schicker, Anwalt der Kanzlei SKW Schwarz, Impulse: Er zeigte auf, wie der rasant wachsende Markt für immersive Medien vielversprechende Felder für die Gamesbranche öffnet, aber auch rechtliche Fragen aufwirft: Gibt es zum Beispiel so etwas wie sexuelle Belästigung in der virtuellen Realität? Oder kann man aufgrund des Persönlichkeitsrechts ein Schutzrecht auf einen Avatar erwirken?

Wertvolle Erfahrungen

Mit Wolfgang Emmer von Icebird Studios, Alexander Zacherl von Fairytale Distillery, Fabian Rott von der SPiN AG unbd Jan Klose von Deck13 saßen Entwickler auf der Bühne, die eine Förderung des FFF erhalten hatten. Sie erzählten, was aus den geförderten Projekten geworden ist.

Einstimmiger Tenor: Finanziell würden die Spiele sich zwar derzeit noch nicht tragen, dem Nutzen der Förderung tut dies jedoch keinen Abbruch. „Es tut immer noch ein bisschen weh“, gab Alexander Zacherl zwar zu, dessen Sandbox MMORPG nicht, wie erhofft, die breite Masse erreichen konnte. „Was aber bei uns allen hängen geblieben ist, ist Wissen!“ Das bestätigte Emmer: Die Erfahrungen, die während der Entwicklung der geförderten Spiele gesammelt werden, seien ein absoluter Zugewinn für Folgeprojekte.

Fabian Rott von SPiN („Freggers Play“) , Silke Schmidt (Stellvertretende Referatsleiterin, Referat 76 – Filmpolitik, Audiovisuelle Medien – Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie), Michaela Haberlander (Förderreferentin Games beim FFF Bayern), Wolfgang Emmer von Icebird Studios („Subsiege“), Alexander Zacherl von Fairytale Distillery („The Exiled), Fabian Rott von SPiN („Freggers Play“) und Jan Klose ( GF Deck13, Publisher von „Shift Happens“)

Rott brachte ein Thema in die Runde, das für viele Gamesentwickler eine Herausforderung ist: Die Sichtbarkeit von Mobile Games im App Store. „Dass man im Appstore so gar nicht auffällt, ist schon bitter.“

Marketing und Vertrieb fördern

 

Philipp Döschl. Foto: Katrin Baumer

Dass man sich aber nach wie vor in den Webstore wagen kann, bewies das als Showcase am Standort mit Hilfe der Förderung entwickelte Spiel Steampumpkins der Firmen USM und Klonk Games. Das Location-based-Artillery Multiplayer Game erscheint im Sommer 2017 für iOS und Android und vermittelt neben Spielspaß Geografiekenntnisse.

Philipp Döschl vom Münchner Studio FDG Entertainment zeigte, dass es aber auch anders geht: Sein Action Adventure Oceanhorn schaffte den Sprung vom Mobile Game zum Konsolenspiel – für Nintendo Switch. Mobile Games seien eine „Minutenliebe“, so Döschl. Konsolenspiele dagegen generieren eine sehr viel stärkere Bindung zum Publikum.

Worüber sich alle geförderten Entwickler einig waren: Nicht nur die Entwicklung solle gefördert werden, sondern auch Vertrieb und Marketing. Denn, betonte Zacherl: „Wir müssen Firmen aufbauen, die nachhaltig selber Gewinn erwirtschaften.“ Um internationale Konkurrenzfähigkeit zu erreichen, sei vor allem die Höhe der Fördersumme entscheidend, betonte Jan Klose von Deck13, Publisher von Shift Happens“

Silke Schmidt vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gab an: Wir stehen an der Schwelle von Level eins zu Level zwei der Gamesförderung.“ Aufgabe des Wirtschaftsministeriums sei es, die bayerischen Entwicklungen nach vorne zu bringen und – auch international – sichtbar zu machen.