VisionAward 2017

A.I. – das neue User Interface?

Seit 2006 zeichnet der VisionAward junge Unternehmen aus, deren Geschäftsideen zukunftsweisend sind. Die Verleihung 2017 bot mehrere Premieren: Die erstmalige Vergabe des VisionAward_17 Talents und eine neue Lokalität – hoch über den Dächern von München.

Im Fokus der Veranstaltung stand das Thema künstliche Intelligenz. Welche Auswirkungen hat sie auf die Lebens, Arbeits- und Medienwelt? Und auf welchem Stand befinden wir uns momentan?

„Wir leben in Zukunft in einer Welt, in der es nicht mehr heißt „mobile first“, sondern „A.I. first“, sagt Sebastian Küpers, Director Artificial Intelligence bei Publicis Pixelpark. Er ist einer der Referenten beim Symposium Visionen: Menschen. Medien. Marketing, das jährlich im Rahmen des VisionAwards Zukunftsthemen behandelt.

Für Küpers steht fest: A.I. wird eine der größten Transformationen sein und gerade für die Arbeit von Agenturen maßgeblich. Deshalb testet Publicis mit eigener Abteilung, wie sich künstliche Intelligenz nutzen lässt, um kreative Outputs zu generieren.

Die Marke wird immer wichtiger

Dominique Ziegelmayer. Foto: VisionAward

Auch Dominique Ziegelmayer, Director Enterprise Platform bei Trusted Shops ist sich sicher, dass künstliche Intelligenz in bestimmten Branchen großes disruptives Potenzial hat. Er prophezeit: Unternehmen, die sich nicht mit den neuen Technologien auseinandersetzen, werden den Anschluss an zukunftsträchtige Modelle verlieren und sich nicht mehr gegen Giganten wie Amazon durchsetzen können.

„Künstliche Intelligenz wird das neue User Interface“, so Ziegelmayer. Bestes Beispiel – und von den Referenten des Symposiums mehrfach angeführt –  Amazon Echo.

Digitale Assistenten wie Alexa verkürzen die Customer Journey extrem. Doch wie können Unternehmen darauf reagieren? Wie erreichen Marken den Nutzer künftig, wenn die Touch Points weniger werden? Verlieren Marken an Bedeutung? „Die Herausforderung für den Handel wird sein, Produkte einzigartig zu machen“, so Ziegelmayer.

Das bestätigt Andreas Hartling, Geschäftsführer von Deloitte digital: Je kürzer die Customer Journey, desto wichtiger der emotionale Wert der Marke für den Kunden. Umso notwendiger sei es für Unternehmen, neue Strukturen und Denkweisen Schritt für Schritt zu etablieren. Der Einsatz von disruptiven Technologien für Nutzer Experiences erfordere viel Vorbereitung im Hintergrund. Denn die Gefahr, durch eine falsche Reaktion von künstlicher Intelligenz die Customer Experience negativ zu beeinflussen und der Brand Identity zu schaden, ist hoch.

Zukunftsweisende Geschäftsideen

Jury, Organisatoren und Presiträger. Foto: VisionAward

Eine wichtige Komponente für den Einsatz von künstlicher Intelligenz ist es deshalb, Daten optimal sammeln und auswerten zu können. Diesem Thema hat sich auch einer der VisionAward Preisträger angenommen: free machines ermöglicht durch Deep-Learning-Ansätze eine Steuerung von Kundeninteraktionen auf Basis künstlicher Intelligenz.

Auch rfrnz nutzt künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Sparchverarbeitung: Das Legal Tech Start-up beschleunigt die Vertragsanalyse für Anwälte. Aus großen Datenmengen werden relevante Informationen herausgefiltert und rechtliche Risiken identifiziert.

Der dritte VisionAward-Gewinner 2017 widmet sich der Fortbewegung der Zukunft. Mit einem ultraleichten, elektrisch angetriebenen Flugzeug entwickelte Lilium Aviation den ersten emissionsfrei angetriebenen Jet. Dieser soll schon in wenigen Jahren per App wie ein Taxi geordert werden können.

Züge mit Schallgeschwindigkeit

Auch der erstmals verliehene VisionAward_Talents geht an ein Team, das sich dem Thema Fortbewegung widmet: Im Hyperloop. Der Hochgeschwindigkeitszug soll sich mit annähernd Schallgeschwindigkeit in einer Röhre fortbewegen. Mit ihrem WARR Hyperloop siegten die Studenten der TU München bereits in einem Wettbewerb von SpaceX in Los Angeles.

VisionAward_17 Talents: WARR Hyperloop

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Im Interview mit dem MedienNetzwerk erzählt Stefan Biser, der Verantwortliche für das Drag-Reduction-System des ersten WARR Hyperloops, warum es gar nicht so einfach war, den Pod in Los Angeles durch die Röhre zu jagen, welche Bedeutung der VisionAward_Talents für das Studententeam aus München hat und ab wann Menschen tatsächlich durch Röhren flitzen können.