24h Bayern

„Wir wollen eine mediale Zeitkapsel schaffen“

Den 5. Juni 2017 sollte man sich freihalten – komplett, 24 Stunden lang. Warum? Am Pfingstmontag wird ein wahres Mammutprojekt im Bayerischen Fernsehen gezeig. Über 100 Kamerateams zogen dafür vor einem Jahr durch den Freistaat und filmten: „24h Bayern“. Von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr am Folgetag begleitet der Bayerische Rundfunk das Leben verschiedener Protagonisten in Echtzeit.

Das Nachfolgeprojekt von „24h Jerusalem“ und „24h Berlin“ sei eine große Herausforderung gewesen, sagt Ulrich Wilhelm, der Intendant des Bayerischen Rundfunks, auf der Pressekonferenz zu „24h Bayern“. Denn besonders, wenn es um die eigene Heimat gehe, seien die Zuschauer sehr anspruchsvoll.

Von links: Dr. Reinhard Scolik (Fernsehdirektor, BR), Andreas Bönte (Leiter Programmbereich BR Fernsehen, ARD-alpha, 3sat), Volker Heise (Projektregie, zero one 24), Thomas Kufus (Produzent, zero one 24), Franz X. Gernstl (Produzent, megaherz gmbh), Sonja Scheider (Redaktion, Zulieferungskoordination ARTE, Bayerischer Rundfunk) und Fidelis Mager (Produzent, megaherz gmbh). Bild: BR/Philipp Kimmelzwinger.

Heimat – das ist im Falle von Bayern eben nicht nur Berge, Lederhosen, Oktoberfest und Fußball. Dieses Klischee aufbrechen und die Vielfalt des Lebens im Freistaat zu zeigen, ist das Ziel von „24h Bayern“. Eine Vielfalt, die nicht das „eigene Bayern“ widerspiegeln soll, sondern das Bayern der anderen erkunden.

Team Schäfer, Franken. Bild: BR/Ostkreuz Berlin/Jörg Brüggemann.

Was damit gemeint ist, erklärt Regisseur Volker Heise von zero one Film, der mit seinem Team um Produzent Thomas Kufus die 24-stündige Dokumentation aus über 800 Stunden Drehmaterial komponierte: „Wir leben in unserer Filterbubble und denken, das eigene Leben ist der Maßstab. Das wollen wir mit „24h Bayern“ aufbrechen.“ Sonja Scheider, verantwortliche Redakteurin vom Bayerischen Rundfunk für das Projekt, ergänzt: „Unser Bild von Bayern ist oft sehr oberbayerisch geprägt. Aber Bayern ist viel mehr.“

Bayern dokumentieren und konservieren

Der Anspruch der Produktion „24h Bayern“, den Freistaat umfassend abzubilden, hat für Andreas Bönte, den Leiter des Programmbereichs von BR Fernsehen, ARD-Alpha und 3sat jedoch eine weitreichendere Funktion als das Aufbrechen von bayerischen Klischees. „Wir wollen eine mediale Zeitkapsel schaffen und das Leben in Bayern dokumentieren, vor allem aber auch konservieren.“

Zur Zeitkapsel gehören übrigens auch Beiträge von Einwohnern aus ganz Bayern. Am Drehtag vor einem Jahr waren alle aufgerufen, Bild- und Videomaterial ihres Alltags an den Bayerischen Rundfunk zu schicken. Aus mehreren 100 Beiträgen wurden 48 Stück in den Film eingebaut, um den Zuschauerinnen und Zuschauern einen noch breiteren Blick auf ihre Heimat zu ermöglichen.

Wie das gelungen ist, welche Geschichten ausgewählt wurden, wo die Herausforderungen von „24h Bayern“ lagen und warum das TV-Projekt allein nicht genug ist, erzählt Sonja Scheider im Interview mit dem MedienNetzwerk Bayern .

24h Bayern – Sonja Scheider im Interview

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Ein multimediales Projekt

Ergänzend zum Fernseh-Ereignis begleiten mehrere Online-Angebote die Dokumentation. Auf der Website lässt sich schon jetzt die Rubrik „Bayern besser wissen“ abrufen, die mit Fakten rund um das Leben in Bayern aufwartet. Zudem werden hier die Geschichten ausgewählter Protagonisten weitergeführt – Geschichten, die noch fertig erzählt werden müssen. Dazu gehört zum Beispiel die Pizzeria in Simbach, die vom Hochwasser verwüstet wurde, oder die kleine Valentina, deren Geburt in der Doku begleitet wird.

Bereits im Vorfeld des Ausstrahlungstermins zeigt der Bayerische Rundfunk eine Auswahl an Sendungen rund um das Projekt.

Hier geht es zu den Hörfunkbeiträgen rund um „24h Bayern“.

Die Ausstrahlung:

Montag, 29. Mai 2017, 21:00 bis 21:45 Uhr
„Wir sind Bayern – Appetit auf 24h Bayern“
Hintergründe zur Entstehung der 24-Stunden-Dokumentation aus Sicht der Macher. Der Weg zum faszinierenden Doku-Highlight.

Montag, 5. Juni 2017, 6.00 Uhr, bis Dienstag, 6. Juni 2017, 6.00 Uhr
„24h Bayern – Ein Tag Heimat“
Die 24-Stunden-Dokumentation zeichnet ein einzigartiges Bild über einen ganzen Tag im Freistaat – erzählt aus dem Blickwinkel seiner Bewohner. Nonstop in Echtzeit, synchron zum Aufzeichnungstag.