Münchner Webwoche

„Der digitale Wandel geschieht zu schnell um sich auszuruhen“

Seit 2012 bringt die Münchner Webwoche jährlich die Digitalszene zusammen. Unter dem diesjährigen Motto „Game Changer Digitalisierung“ zeigen zahlreiche Veranstaltungen, was der  Digitalstandort zu bieten hat. Initiator Wolf Groß erzählt, wo die Schwerpunkte der Webwoche liegen, was sie mit der South by Southwest zu tun hat und auf welche Veranstaltungen er sich besonders freut.

Herr Groß, wie hat sich die Münchner Webwoche seit ihrem Start 2012 entwickelt?

Wolf Groß. Foto: Münchner Webwoche

Der Ursprung der Webwoche war der Web Montag in München – ein dezentrales, neues Kongressformat, das entgegen klassischer Modelle die gegenseitige Wissensvermittlung in den Mittelpunkt stellt. Da haben viele Teilnehmer erkannt, dass es gut ist, Geschäftsideen mit anderen zu diskutieren und Anregungen zu bekommen. Ich habe viele interessante Leute kennengelernt. In lockerer Runde entstand daraufhin die Idee, eine Webwoche aus der Taufe zu heben.

Ein dezentraler Internetkongress

Das Format überzeugt vor allem dadurch, dass es eine Art dezentraler Internetkongress ist  – mit Veranstaltungen und Events verteilt über die ganze Stadt. Mittlerweile ist die europäische Metropolregion mit an Bord und die Webwoche hat sich über den Münchner Raum auf die Umgebung ausgeweitet.

So findet während der Webwoche nicht nur in München mit dem Isarcamp sondern auch in Miesbach ein Barcamp statt. Diese Entwicklungen wollen wir weiter befördern. Man merkt, dass einige Regionen wie Miesbach oder auch Fürstenfeldbruck die Relevanz von Digitalisierung und Start-up-Förderung  langsam erkennen.

In München selbst hat sich über die letzten Jahre viel getan, was die Förderung von Start-ups angeht. Das digitale Ökosystem hat große Fortschritte gemacht – es gibt für junge Gründer eine Vielzahl an Ansprechpartnern und Netzwerken. Auch was Räumlichkeiten zu moderaten Preisen angeht, kommt Bewegung rein: Zum Beispiel durch das WERK1 oder das Kreativquartier.

Frei Schnauze: Was ist Ihre Vision zur Webwoche?

Logo Münchner Webwoche

Meine Vision ist es, mit der Münchner Webwoche eine Art South by Southwest Europe zu werden. Ein Festival für den IT- und Digitalbereich, Medien, Kunst und Kultur. Leute aus aller Welt kommen dort zusammen um die Veranstaltungen, Fachausstellungen und Konferenzen zu besuchen und der Austausch macht einfach Spaß. Das wäre das Traumziel!

In der Realität ist die Webwoche kontinuierlich gewachsen, hat aber noch viel mehr Potenzial. Da der digitale Wandel so schnell geschieht, darf man sich einfach nie auf seinen Lorbeeren ausruhen und muss up to date bleiben.

Deshalb ist unser diesjähriges Motto „Game Changer Digitalisierung“. Im Fokus steht, was sich durch den digitalen Wandel auf dem Spielfeld ändert und weshalb man als Unternehmen schnelle Entscheidungen treffen muss und neue Blickwinkel braucht. Mit der Webwoche wollen wir auch große und mittelständische Unternehmen ansprechen – nicht nur die kleinen, die die Speerspitze des digitalen Wandels sind.

Viele spannende Formate

Wen würden Sie gerne auf der Webwoche sehen?

Vor allem würde ich mir wünschen, dass sich große Konzerne öffnen und wir eine übergreifende Vernetzung erreichen können. Gerade, was die jungen Kreativen angeht, sind wir gut aufgestellt – vor allem im Bereich Social Media oder durch kleine IT-Firmen. Von einem Austausch könnten alle profitieren.

Was sind Ihre Highlights auf der Webwoche 2017?

Die Verleihung des BlogAwards 2016 Foto: Jan Krattiger

Schwer zu beantworten – es sind so viele spannende Formate mit dabei. Großes Thema in vielen Veranstaltungen ist natürlich der digitale Wandel in allen Facetten. Auch die neuen Herausforderungen wie Bots, Fake News und Hasskommentare.  Natürlich tolle Veranstaltungen für Startups, Entwickler, Webdesigner, Blogger, Social Media- und Online-Manager. Außerdem künstliche Intelligenz, Virtual Reality oder auch digitale Barrierefreiheit.  Dazu der Bloggermarkt mit Verleihung der Isarnetz Blog Awards und die Epic Fail Night, auf der Unternehmen vom Scheitern berichten um andere daraus lernen zu lassen.

Mein eigenes Herz schlägt besonders für eine Veranstaltung, die das Isarnetz selbst organisiert: Der erste Münchner Digital Dialog am 16. Mai in der Freiheizhalle, auf dem überlegt werden soll, wie sich der digitale Wandel mit Werten verbinden lässt, wie er sich auf Arbeitnehmer auswirkt, auf Führungskultur. Auch nach dem gesellschaftlichen Nutzen wird gefragt. Denn die digitale Transformation ist nicht nur ein IT-Thema – sie betrifft uns alle.

 

Die Münchner Webwoche findet vom 11. bis zum 20. Mai statt: Zur Website