25 Jahre Bayerisches Filmzentrum

„Im Zentrum stehen Contententwicklung und Storytelling“

Nachwuchsförderung, Innovationsschmiede und internationale Netzwerkarbeit – das hat sich das Bayerische Filmzentrum in München auf die Fahnen geschrieben. 2017 feiert die Institution für junge Produzenten und Autoren ihr 25-jähriges Jubiläum und kann eine beachtliche Bilanz ziehen.

„Das Bayerische Filmzentrum ist die Schnittstelle zwischen dem Beginn der Selbstständigkeit und dem profitablen Mediengeschäft“, erklärt Anja-Karina Richter, Geschäftsführerin des Bayerischen Filmzentrums. Es bietet Mentoren- und Stipendienprogramme sowohl für klassische TV- und Kinoproduktionen, als auch für neue Formen des Erzählens an.

Seit seiner Eröffnung 1992 ist das Bayerische Filmzentrum ein Ort für Nachwuchsproduzenten, an dem sie netzwerken und Inhalte generieren können. Über die Jahre hat es sich weiterentwickelt und dem Paradigmenwechsel angepasst: „Die Gesellschaft wird immer mobiler, deshalb müssen die Inhalte heutzutage auf den verschiedensten Plattformen und in den unterschiedlichsten Formaten abrufbar sein“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer Oliver Seibert.

Professionelle Nachwuchsförderung

Das story:first – digital storytelling LAB etwa, welches das Filmzentrum gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk veranstaltet, widmet sich dem plattformübergreifenden Geschichtenerzählen; Der Writers:Room LAB trainiert die Methodiken des gemeinschaftlichen Entwickeln von Serien.

Das Bayerische Filmzentrum ist eine Initiative der Bavaria Film und des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen für Landesentwicklung und Heimat. Foto: Bayerisches Filmzentrum

Bereits seit 20 Jahren hilft das First Movie Program bei der Verwirklichung von Filmdebüts. Durch dramaturgische Beratung, aber auch Unterstützung bei der Produzentensuche, Teamzusammensetzung und Finanzierungsmöglichkeiten brachte das Programm bereits 28 Debütfilme hervor. Neben klassischen Filmformaten hat sich das First Movie Program mittlerweile für Serien und Dokumentarfilme geöffnet. Bald finden außerdem Virtual Reality-Projekte Berücksichtigung.

Schwerpunkt: Virtual Reality

Insgesamt wird das Thema Virtual Reality im Filmzentrum groß geschrieben. Innovative Trainingsformate wie das VR CREATOR LAB richten sich an Geschichtenerzähler mit Interesse an den technischen Möglichkeiten, die 360° und Virtual Reality bieten. In einem Mix aus Keynotes, Case Studies, hands-on workshops, Design Thinking und Content-Entwicklung helfen Experten aus der Branche den Teilnehmern dabei, innovative Inhalte zu entwickeln.

Nicht zuletzt bringt die i4c Conference zweimal jährlich Experten und Vorreiter aus dem Bereich VR, AR und 360° nach München, um Erfahrungen auszutauschen, Erfolge zu zeigen und Learnings zu vermitteln.

Viele Angebote, ein Ziel: „Im Zentrum unserer Programme steht immer Contententwicklung und Storytelling – das Markenzeichen des Bayerischen Filmzentrums“, verrät Richter.

Filmschmiede Filmzentrum

Kultusminister Hans Zehetmair, die damalige Leiterin des Filmzentrums Gabriele Pfennigsdorf und Günter Rohrbach, Kino- und Fernseh-Produzent, eröffneten vor 25 Jahren das Bayerische Filmzentrum. Foto: Bayerisches Filmzentrum

402 Filme sind bereits in den Räumlichkeiten des Bayerischen Filmzentrum entstanden. Darunter der erfolgreiche Fantasyfilm „König Laurin“, die Komödie „Shoppen“, der Dokumentarfilm „Comeback“ über den Profiboxer Jürgen „The Rock“ Hartenstein oder die internationale Koproduktionen „Snowden“, an der das im Filmzentrum sitzende Produktionsstudio Krautpack Entertainment mitgearbeitet hat.

„Natürlich finde ich es toll, wenn ein Spielfilm aus unserem Haus im Kino oder TV läuft“, sagt Richter. Aber auch Kurzfilme wie der mit über 80 Preisen ausgezeichnete „Silent River“ oder der Dokumentarfilm „Kein Kinderlied“ sind wichtige Beiträge für den Medienstandort Bayern.

Unterstützung junger Firmengründer mit VGF-Stipendien

Junge Firmengründer profitieren ebenfalls von den Angeboten des Bayerischen Filmzentrums: Durch das Stipendium der Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken (VGF). Dieses Stipendium finanziert für 24 Monate einen der Büroräume des bayerischen Filmzentrums. Zu den 100 Stipendiaten, die es mittlerweile gibt, gehören auch Tobias Hermann und seine Produktionsfirma Pictures in a Frame: „Nach unserem Abschluss an der Hochschule Macromedia konnten wir unserer damals noch sehr jungen Filmproduktionsfirma dank des Stipendiums ein Zuhause geben und wichtige Kontakte knüpfen“, erinnert sich der Produzent.

Büros inklusive professioneller Betreuung und einer kreativen Umgebung gibt im Bayerischen Filmzentrum München zu günstigen Konditionen.

Büroräume vermietet das Bayerische Filmzentrum jedoch auch unabhängig von den Stipendien zu günstigen Preisen an Filmunternehmen. „Wer seinen Firmensitz bei uns im Haus hat, erhält neben der professionellen Beratung und unserem Service auch ein kreatives Umfeld und kann sein Netzwerk weiter ausbauen“, sagt Richter. „Das Filmzentrum organisiert ganzjährlich immer wieder Workshops mit etablierten Filmschaffenden oder großartige Seminare zu Themen wie Filmfinanzierung oder Medienrecht“, erzählt Hermann.

Nicht nur der junge Produzent weiß die Angebote des Bayerischen Filmzentrums zu schätzen:  „Wir sind so gut wie immer voll“,  sagt Richter stolz. Das braucht aber niemanden abschrecken: „Es findet sich immer ein Plätzchen!“

 

Die aktuelle Ausschreibung des VR CREATOR LAB mit Hollywood-Visionär Brett Leonard läuft noch bis zum 28. April 2017.

 

Zur Website des Bayerischen Filmzentrums