MX1

„Fernsehen soll einfach sein“

ProSieben, Fox, Facebook, Google, N24, CNN, Premier League, NFL, und jetzt auch wieder Sky … MX1, der Video-Playout-Gigant mit Sitz in Unterföhring, hat eine stattliche Kundenliste – und auch die restlichen Zahlen sind beeindruckend.

Sophie Lersch. Foto: MX1

„Fernsehen soll einfach sein“, erklärt Sophie Lersch. Und ihre Firma sorge dafür, dass das auch so bleibe. Lersch ist Chief Customer Experience Officer bei MX1, einem weltweiten Mediendienstleister. Im Grunde kümmert sich MX1 darum, dass Filme, Serien oder Fußballspiele zu Hause auf dem Fernseher laufen, störungsfrei und hochauflösend. Und wenn man lieber streamt, ist das auch kein Problem – dahinter steckt ebenfalls öfter das Viceo-Playout-Center, als man vermuten möchte.

MX1 – der Name ist eine Ansage. Das MX steht noch relativ bescheiden und beschreibend für Media Experience, also das Medienerlebnis; dem Feld, dem sich die Firma widmet. Die Eins soll nicht etwa darauf hindeuten, dass irgendwann MX2, MX3 oder gar MX4 folgen könnten, sie steht für den Rang, den sich das Unternehmen selbst gibt: Es will die Nummer Eins in seiner Branche sein. Was das für eine Branche ist, und wie MX1 zu dem wurde, was es ist, erklärt ein Blick in die Geschichte des Unternehmens.

Erwachsen aus dem Kirch-Imperium

Die eine Vorgängerhälfte des Medienunternehmens kommt aus Unterföhring in München und wurde 1996 als Teil des damaligen Kirch-Imperiums gegründet: ein Playoutcenter, also die zentrale Sendezentrale und damit Herz des Digitalfernsehens. In solchen Ausspielzentren werden Videoinhalte digitalisiert, auf Festplatten gespeichert und dann über alle möglichen Kanäle ausgespielt – egal ob Kabel, Satellit oder terrestrisches Digitalfernsehen.

Nach der Kirch-Insolvenz und der zwischenzeitlichen Übernahme durch Premiere erwarb 2004 der Satellitenbetreiber SES Astra das Unternehmen und machte es zur Astra Platform Services. Der aktuell vorletzte Namenswechsel kam 2012, als die Dachmarke und Muttergesellschaft SES ihre Marketingstrategie veränderte – aus Astra Platform Services wurde SES Platform Services.

MX1 bedient sämtliche Verbreitungswege. Foto: MX1

Im Februar 2016  kam dann ein harter Schlag für die Firma: Sky Deutschland, einer der größten Kunden, ging. Sky Italia sollte künftig die Inhalte ausspielen. Die Muttergesellschaft SES reagierte mit einer umfassenden Strategie, verlängerte bestehende Verträge und übernahm einen weiteren, weltweit wichtigen Player im Playout-Markt: RR Media.

Beide verschmolzen im Sommer 2016 zu MX1, der bisherige CEO von RR Media, Avi Cohen, leitet jetzt die Geschäfte des neuen Mediengiganten: Über 2.750 TV-Kanäle, mehr als 500 Sender und Zulieferung an etwa 120 führende Video-On-Demand-Plattformen.

Komplettservice

Dahinter steckt ein Komplettpaket namens „MX1 360“. Die Plattform bündelt alle Dienstleistungen des Unternehmens, also die Verwaltung, Auslieferung und Vermarktung der Inhalte. „Dabei unterscheiden wir nicht mehr groß zwischen Verbreitungswegen“, erklärt Sophie Lersch. Das sei nicht mehr zeitgemäß. Egal ob via Satellit, Kabel oder Internet – weltweit werden Bildschirme vom Video-Playout-Center in Unterföhring beliefert.

Geleistet wird das von sechs Medienzentren und 16 Büros auf dem ganzen Globus. Die beiden früheren Hauptsitze der beiden Vorgängerfirmen in Israel und in München-Unterföhring sind jetzt die beiden größten Standorte von MX1. In Bayern arbeiten 180 der insgesamt 543 Mitarbeiter. „Der Standort Unterföhring war und ist natürlich ein wichtiger Teil des Unternehmens“, erklärt Sophie Lersch: „Hier fühlen wir uns wohl, hier wollen wir bleiben.“

Das Playout-Center von MX1. Foto: MX1

Denn gerade im Münchner Nordosten sind viele Kunden von MX1 versammelt: Turner, Discovery, Fox, Disney, ProSieben oder Sky. Richtig gelesen, Sky Deutschland ist doch wieder zurückgekehrt zum Mutterschiff, wenn auch nur halb. Im Januar kündigte das Unternehmen an, auf MX1 als Backup-Lösung im Playout zu setzen. Auch wenn die Inhalte weiter über die italienische Schwester in Mailand ausgespielt werden – sollte etwas schiefgehen, springt MX1 ein.

Gute Aussichten für die Zukunft

Überhaupt blickt Sophie Lersch optimistisch in die Zukunft. Auf die Frage, welche Kunden man künftig gewinnen wolle, lacht sie und antwortet: „Alle!“ Historisch kommt die Firma aus dem klassischen Rundfunkgeschäft, das noch immer spannende neue Projekte mit sich bringe, sagt sie. Aber auch abseits des linearen Fernsehens tun sich immer mehr neue Geschäftsfelder auf.

Video auf Abruf und Streaming sind da schon längst nicht mehr die neueste Innovation. Ultra HD und Virtual Reality schon eher. „Letzteres funktioniert übrigens dann doch wieder am besten über Satellit, weil der Bandbreitenbedarf für die Übertragung enorm hoch ist“, sagt Lersch. Neue Inhalte und Formate sowie ein riesiges Repertoire an Ausspielwegen und dazu das Marketing sind gleich mit im Paket: MX1 ist gut aufgestellt für die Zukunft.

 

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