DOK.forum Marktplatz: Redakteure ansprechen leicht gemacht

Einen Marktplatz der besonderen Art bietet das DOK.forum vom 5. bis zum 7. Mai im Rahmen des Dokumentarfilmfestivals München. Dort werden keine Lebensmittel angeboten, sondern Konzepte: im Bereich Dokumentarfilm, Filmkomposition, Serie, Webdoc,VR und Interactive Media. Die vielversprechendsten finden wertvolle Kooperationen mit Redakteuren oder Produzenten.

Die Filmprojekte werden Expertinnen aus der Branche vorgestellt © DOK.forum/Sandra Ratkovic

Seit fünf Jahren gibt es den vom MedienNetzwerk Bayern unterstützten Marktplatz bereits. Seitdem hat sich einiges entwickelt. Aus der ursprünglich kleinen Veranstaltung ist ein Format mit mehreren Teilbereichen, Preisen und erfolgreichen Kooperationsergebnissen geworden. „Wir versuchen, das Format bestmöglich zu gestalten, fragen nach und optimieren ständig“, erzählt Projektleiterin Flora Roever. „Mittlerweile wissen wir, was gut funktioniert und richten den Markplatz danach aus.“

In geschlossenen Roundtable-Sessions kommen Filmschaffende mit geladenen Branchenvertretern zusammen und präsentieren ihre Projekte. Die bestmöglichen Matches werden vorher bereits kuratiert, um Filmemachern wie Experten einen produktiven Rahmen zu schaffen. „Normalerweise kommt man an Redakteure nicht einfach so ran“, sagt Roever. „Mit dem Marktplatz haben wir einen Raum geöffnet, in dem sie angesprochen werden wollen!“

Filmprojekte in sämtlichen Entwicklungsphasen

Filmstill „We are the Robots“

2016 wollten insgesamt 70 Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Redaktion, Produktion und Vertrieb angesprochen werden. Unter anderem von Isa Willinger, die mit ihrem Debütfilm „We are the Robots“ teilgenommen hat. „Der Film thematisiert das Zusammenleben von Menschen und humanoiden Robotern“, so die Absolventin der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. „Die Wissenschaft geht davon aus, dass Roboter in etwa zwanzig Jahren in unserem Alltag eine so große Rolle spielen werden, wie heute unsere Handys. Wie wird unser Zusammenleben aussehen? Das ist die Frage, auf die der Film Antworten sucht.“

Als Willinger das Projekt auf dem Marktplatz vorstellte, steckte es noch in den Kinderschuhen. Ein Alleinstellungsmerkmal des Formats, erklärt Flora Roever: „Bewerben können sich Filmschaffende mit Ideen in sämtlichen Entwicklungsphasen.“ Auch thematisch gibt es keine Vorgaben: Langfilm, seriell, interaktiv – alles sei erlaubt, so Roever weiter. „Die Geschichte muss überzeugen, die Art und Weise, wie sie erzählt wird, und ihre Relevanz.“

Filmstill „We are the Robots“

Ein bunter Strauß an Möglichkeiten

Dass ihre Geschichte relevant ist, davon waren Isa Willinger und ihr Produzent Stefan Kloos überzeugt. Bestätigung bekam „We are the Robots“ sowohl in den Roundtable-Sessions, als auch beim Videobook-Award, einem weiteren Marktplatz-Teilbereich. Den Wettbewerb konnte Willingers Projekt für sich entscheiden – ein Ergebnis, das ihr auch bei dem Schritt half, sich mit „We are the Robots“ für eine Förderung des FilmFernsehFonds Bayern zu bewerben. „So eine Bewerbung ist ja nicht ganz ohne. Aufgrund des vielen positiven Feedbacks beim Marktplatz haben wir es aber gewagt. Mit Erfolg!“

Studierende präsentieren ihre Projekte © DOK.forum/Sandra Ratkovic

Neben den Roundtable-Sessions und dem Videobook-Format können sich aufstrebende Dokumentarfilmschaffende um den Kompositionsförderpreis bewerben. Oder sie beweisen das Potenzial ihrer Projekte bei den Open Sessions, einem öffentlichen Pitch mit direkten Jury-Bewertungen. Dieser Pitch soll vor allem eines sein: „Ein Training, um herauszufinden, wie solche Entscheidungen ablaufen und was für Sender und Redakteure relevant ist.“

Speed-Pitching für den Filmnachwuchs

Eine Möglichkeit, mit ihren Projekten zu punkten, haben Studierende an Filmhochschulen in einem Pitch-Wettbewerb: Hier können sie erste Kontakte mit der Branche knüpfen. Auch Isa Willinger war vor ein paar Jahren mit ihrem Abschlussfilm „Fort von allen Sonnen“ dort vertreten und konnte die Arte-Redaktion von ihrem Projekt überzeugen.

Besonders begeistert ist Willinger von der Plattform, die der Marktplatz den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bietet: „Das war ein sehr intensives Networking. In den Kaffeepausen oder beim Mittagessen konnte man zusammenkommen und weitersprechen – auch über die Sessions hinaus.“

 

Die aktuelle Ausschreibungsphase für den Marktplatz 2017 läuft noch bis zum 1. März 2017.

Bewerben können sich Projekte aus dem Koproduktionsraum Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie Luxemburg und Süd-Tirol.