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Das Digital Media Camp 2017 – Barcamp auf Augenhöhe

296 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – das ist das stolze Resümee des Digital Media Camp 2017. Insgesamt 69 Sessions und 4.461 Tweets bestätigen, was für alle vor Ort spürbar war: Das Digital Media Camp ist ein Format auf Augenhöhe.

Den Sessionplan gab es ganz old school, aber auch digital auf Trello. Foto: Katrin Baumer

Nicht nur aus München kamen die Teilnehmer am 11. und 12. Februar in die Microsoft-Zentrale: Neben NTV, Burda, oder MDR waren regionale Formate vertreten, aber auch Verlage, Rechtsanwälte oder Vertreter aus der Gründerszene. Und die Liste ließe sich lang fortführen.

Sie alle trugen dazu bei, dass die Sessions aktuell, abwechslungsreich und zukunftsweisend waren.

Austausch steht im Vordergrund

Themen für das Barcamp des Media Lab Bayern lieferten sowohl alte Bekannte aus der Branche als auch Start-up-Gründer oder Studenten, die das Thema ihrer Masterarbeit mit im Gepäck hatten. Im Vordergrund stand der Austausch, nicht der Vortrag. Denn, so lautet das Credo der Veranstalter rund um Lina Timm: Im digitalen Journalismus hat jeder etwas beizusteuern.

Die DesignThinking-Session forderte alle zum mitmachen auf. Foto: Katrin Baumer

So erzählten die Initiatoren der Session „DesignThinking“ nicht etwa vom perfekten Nachrichtenmedium der Zukunft. Alle Teilnehmer waren dazu aufgefordert, im Austausch mit einem Partner eben dieses Medium zu entwickeln – maßgeschneidert auf die Wünsche und Bedürfnisse des Gegenübers.

Cortana: Nach Bedürfnis professionell

Marion Sardone, Content Managerin bei Microsoft, stellte die digitale Assistentin Cortana vor und zeigte auf, wie schwierig der Balanceakt mit Intention und Kontext ist. „Wir versuchen, Cortana so zu gestalten, dass sie auf sämtliche Lebensinhalte eingeht.“ Dabei soll sich Cortana je nach Nutzerbedürfnis unterhaltsam oder professionell zeigen. Um die Nutzer nicht nur kurzfristig anzusprechen sondern auf lange Sicht bei der Stange zu halten, setzen die Entwickler auf minimalistisches Storytelling, das System stellt also Rückfragen und betreibt Konversation.

Zum Thema Livestreaming gab es mehrere Sessions – und mehrere Meinungen. Von „tot“ über „nur sinnvoll, wenn professionell“ bis hin zu „absolut nützlich“. Wie erfolgreiches Livestreaming funktioniert, zeigte Michael Praetorius in einem prall gefüllten Session-Raum.

Die Praxis folgte gleich in der nächsten Session von Johannes Lenz und Praetorius rund um das Thema Influencer Marketing.

Hier geht es zur Aufzeichnung der Session.

„Der beste Markenbotschafter kommt immer aus der Marke selbst“

Ein Thema mit eindeutigem Grundtenor: Markenbotschafter machen nur dann Sinn, wenn sie auch dem Produkt entsprechen. Denn Influencer, die bereits eine starke Reichweite haben, bringen der Marke nichts, wenn sie nicht authentisch und glaubwürdig sind. „Der beste Markenbotschafter“, sagt etwa Sascha Pallenberg, Head of Digital Content bei Daimler AG, „kommt immer aus der Marke selbst.“

Die Session zu Influencer Marketing musste nach draußen verlagert werden. Der Raum war zu klein. Foto: Katrin Baumer

Eine hitzige Diskussion lieferten sich Sascha Pallenberg und Laura Dornheim von Adblock Plus in zwei Sessions zum Thema Adblocking. Teilnehmerreaktionen im Raum zeigten, dass die meisten einen Adblocker benutzen – aus Mangel an Alternativen.

Von digitalen neuen Familienmitgliedern und unheimlichen WLAN-Puppen handelte die Session „Predictive Consumer Intention“ von Peter Hense. In Zukunft, so Hense, brauche Werbung keine Banner mehr. Digitale Helfer können viel subtiler die Nutzer von Produkten überzeugen – indem sie auf Personalisierung setzen.

Eine Tour durch #OfficemitWindows

Für den einen oder anderen war sicher die Tour durch das Microsoft Office ein Highlight, das viele Einblicke gewährte: Unter anderem in das Vertrauensmodell was Arbeitsort und Arbeitszeit angeht.

Auch zwischen und nach den Sessions gingen Austausch und Vernetzung rege weiter. Dabei halfen sicher auch die insgesamt 1.092 getrunkenen Kaffees und gesponserte 12 Liter Wein. Und die Fatboys.

Bis zum Schluss bewahrte sich das Barcamp die Offenheit, die jeden einzelnen beteiligte. In einer gemeinsamen Schlussrunde gab es Feedback, Zahlen (zum Beispiel die 1.092 Kaffee) und Abstimmungen. Die Mehrheit entschied, dass das Digital Media Camp 2018 wieder an zwei Tagen stattfinden solle. Das Experiment war also erfolgreich. Auch die Wahl der Tage Samstag und Sonntag gefiel – unter anderem Microsoft-Mitarbeiterin Anna-Lena Müller: Dann könne das Camp auch wieder in der Microsoft Zentrale stattfinden, meinte sie.

Kann das bereits ein dezenter Hinweis auf den Austragungsort sein?

Ein Barcamp mit viel Input, Ideen und Innovationen. Nur eine Frage bleibt nach dem Camp offen:

Den Überblick über alle Session-Themen gibt es auf Trello.