BurdaForward: Geballte Kompetenz

BurdaForward vereint am neu gegründeten Münchner Standort seine Digitalmarken. Als Modell für die Zukunft finden das Know-How über Nutzerorientierung und neue Vermarktungsformen dort zusammen.

Wer bei BurdaForward einen Rückzugsort sucht, dessen Weg führt zwangsläufig vorbei an offenen Großraumbüros, durch Glastüren und helle Flure. Keinen Rückzug, Fortschritt sollen die über 500 Mitarbeiter im neuen Standort leben.

Große Glastüren und offene Büros sorgen für Austausch und eine offene Arbeitskultur. © BurdaForward

Das Gebäude unterstreicht mit seiner Architektur die visionären Pläne des Unternehmens. „Wir sehen uns nicht mehr als einzelne Plattform. Wir brauchen heute, wenn wir gegen Marktbegleiter wie Facebook, Amazon oder Google bestehen und ein skalierbares Geschäft haben wollen, Nähe und Zusammenarbeit und einen Plattform-Gedanken mit weiteren Partnern“, sagt Daniel Steil, Chefredakteur von Focus Online und seit kurzer Zeit auch CCO bei BurdaForward GmbH.

Anfang Dezember wurde der sogenannte „Sunyard“ auf 9.000 Quadratmeter im Münchner Stadtteil Giesing eingeweiht. BurdaForward veröffentlicht und vermarktet hier seine Online-Portale Focus Online, Chip, Finanzen100, Huffington Post, NetMoms und The Weather Channel zentral in einem Gebäude. „Man sieht sich, man grüßt sich, man spricht miteinander. Und plötzlich hat man die gleichen Themen“, resümiert Daniel Steil die ersten Wochen. Zufallstreffen bei Workdates oder gezielte Learning Lunches sollen das verstärken, was das Unternehmen mit dem Zusammenlegen der Redaktionen und des eigenen Vermarkters, der ForwardAdGroup, zielstrebig verfolgt: Synergien schaffen, effizienter arbeiten und mehr Einnahmen erzielen.

Die neuen Büroräume von BurdaForward
ForwardNews+ GmbH in München. © flohagena.com

Bündeln und Beraten

„Ein enger Austausch zwischen den Redaktionen, die sich gegenseitig mit Themen inspirieren und challengen“ soll helfen, dem Nutzer eines Portals noch mehr zu bieten, um ihn an die Marke zu binden, „Engagement zu schaffen“. Daniel Steil und seine Kollegen wollen den Lesern verschiedene Aspekte zu einem Thema auf mehreren Plattformen gleichzeitig aufbereiten. „Wenn jemand beispielsweise auf Focus Online etwas zum Thema 4K-Bildschirm liest, dann können Sie davon ausgehen, dass die Chip noch viel mehr davon hat.“ Ein Thema, mehrere Geschichten, aber genauso sollen bestehende Inhalte ausgetauscht und Arbeitsaufwand minimiert werden. „Wir binden den User besser an die Marke. Und letztendlich monetarisieren wir dadurch auch besser.“

Der neue Standort in Giesing. © flohagena.com

Besonders im Bereich Native Advertising, mit redaktionell anmutenden Werbeinhalten, ergeben sich neue Möglichkeiten für Einnahmen. Martin Lütgenau, Geschäftsführer der ForwardAdGroup GmbH, sieht durch die enge Zusammenarbeit „ganz neue thematische Umfelder“. Die Inhalte können „von den Themen der Redaktion getrieben sein und dann mit Native Advertising ganz neu konfektioniert werden.“ Native Ads oder andere werbliche Inhalte können so, als Partnerinhalte und Anzeigen gekennzeichnet, auf den verschiedenen Seiten unterschiedlich eingesetzt werden. „Wir bekommen auch Beratung aus der Redaktion. Uns hilft es natürlich, wenn uns ein Redakteur sagt: Dieses Thema wird nicht funktionieren“, sagt Martin Lütgenau. So kann es mit Blick auf Klickzahlen und Resonanz beim Nutzer durchaus vorkommen, dass Native Advertising und redaktioneller Inhalt miteinander konkurrieren. „Der Nutzer entscheidet, ob es relevant ist. Dafür muss man schnell messen und entscheiden“, ist die Prämisse.

Nahe am Nutzer, nahe am Kunden

BurdaForward verspricht sich von der Vielfalt seiner Portale und gezielten Angeboten an den Nutzer, auf lange Sicht profitabel Online-Inhalte verbreiten zu können. „Focus local München ist ein beliebter Anlaufort, wenn man Skifahren gehen möchte. Und deshalb gibt es dort einige sehr gut laufende Native-Kampagnen mit Skigebieten hier aus der Region“, erzählt Daniel Steil.

Über sogenannte „Friends“ in Vereinen oder Schulen in vielen Städten und Bundesländern betreibt Focus local in der Redaktion seit einiger Zeit auch Regionalberichterstattung. Neue Inhalte und Formate genau wie eigene Abteilungen zur Suchmaschinenoptimierung, User Labs, in denen die Redaktion Inhalte mit dem Nutzer testet und diskutiert: All das dient dazu, den Nutzer aufmerksam zu machen und anzusprechen. So will BurdaForward den Spagat zwischen Gesamtreichweite und gezielten Umfeldern für die Werbebranche schaffen.

Der Eingangsbereich der neuen BurdaForward-Räumlichkeiten. © flohagena.com

Inspiration und Ideen holen sich die Redaktionen auch außerhalb des Unternehmens und geben ihrerseits Erfahrungen aus dem eigenen Netzwerk weiter. Der Chefredakteur der Huffington Post Deutschland, Sebastian Matthes, orientiert sich dabei am amerikanischen Modell, „Dinge gemeinsam zu entwickeln und voranzubringen, um innovativ und profitabel arbeiten zu können“. Im Austausch mit anderen Ausgaben der Huffington Post oder externen Produktionshäusern sind neue Formate und Vertriebswege entstanden. „Bei der Huffington Post können wir so in einer höheren Gewichtsklasse spielen als wir es eigentlich von unserer Mannstärke her in Deutschland könnten.“

Amerikanische Redaktionen adaptieren Video-News. Die deutschen Kollegen schauen bei der Vermarktung in den USA genau hin. „All diese Erfahrungen konsolidieren wir und bringen sie hier nach München. Und die strahlen natürlich ins BurdaForward-Netzwerk aus“, sagt Sebastian Matthes.

Ideen für die Zukunft

Der neue Standort soll als Wegbereiter dienen. „Es war eine ganz bewusste Entscheidung, hierher zu gehen und in Bayern, mitten in München, zu bleiben“, sagt Daniel Steil. Pläne, wie die verschiedenen Systeme von Redaktion und Vermarkter noch besser verzahnt werden können, liegen schon in der Schublade. Die Arbeit von Daniel Steil und seinen Kollegen ist auf Zukunft getrimmt. „Deswegen investieren wir auch weiter in diesen Standort, weil wir davon überzeugt sind, dass sich das langfristig lohnen wird.“